WAZ: Städt- und Gemeindebund: Kitas notfalls auch mit Hilfskräften

Essen (ots) – Eltern, die ihre Kleinkinder ab August 2013 in die U3-Betreuung geben wollen, müssen damit rechnen, dass ihr Nachwuchs dort über längere Zeit auch von ungelerntem Personal betreut wird. Trotz des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz werde es “eine Übergangsphase von ein bis zwei Jahren” geben, heißt es beim Städte- und Gemeindebund. Angesichts des Erziehermangels schlägt der Verbandspräsident, der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer (SPD) vor, “vorübergehend auch Hilfskräfte im Sozialen Jahr oder aus dem Bundesfreiwilligendienst zu beschäftigen. Dies berichten die Zeitungen der WAZ-Gruppe (Samstagausgaben).

Ein katastrophaler Vorschlag, der zulasten der Kinder geht”, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes. Auch bei anderen Verbänden ist die Sorge groß: “Für eine Übergangszeit wird man punktuell mit Provisorien leben können”, so Thomas Krüger, Präsident des Kinderhilfswerks. Der Einsatz von Hilfskräften dürfe aber nicht “Einstieg in eine Verschlechterung der Standards” sein. “Für ein Jahr ist das machbar, aber es kann nicht sein, dass ein ganzer Kita-Jahrgang mit Provisorien groß wird.” Peter Wenzel vom Kita-Zweckverband des Bistums Essen ist empört: “Würde man sich in einen OP-Saal legen, in dem jeder zweite Arzt ungelernt ist?” Die Bundesregierung will jetzt auf den schleppenden Ausbau reagieren und zusätzliche Mittel bereitstellen, hieß es im Familienministerium. Unklar ist, wie groß die Finanzspritze ausfallen wird – im Gespräch sind mehrere hundert Millionen Euro. In NRW fehlen noch immer 27.000 Plätze für Unter-Dreijährige – gemessen am durchschnittlichen Bedarf. Tatsächlich liegt die Nachfrage in Großstädten aber deutlich höher als in ländlichen Gemeinden. Städtebund-Präsident Schäfer fordert deshalb: “Um allen Eltern, die einen Platz brauchen, ein Angebot zu machen, müsste der Bund rund drei Milliarden Euro zusätzlich ausgeben.” In Berlin heißt es, NRW habe noch längst nicht alle Bundesgelder abgerufen. Landesministerin Ute Schäfer sagt: “Das ist Quatsch. Wir haben jeden Euro den Jugendämtern zugeteilt.”

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Mitteldeutsche Zeitung: Rechtsterror Sicherheitskreise zweifeln an Verurteilung der NSU-Unterstützer

Halle (ots) – In Berliner Sicherheitskreisen herrschen angesichts der Freilassung des Terrorverdächtigen Holger G. wachsende Zweifel, ob es gelingen wird, Beate Zschäpe oder andere mutmaßliche Unterstützer des “Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) rechtskräftig zu verurteilen. “Frau Zschäpe sagt nichts, und die beiden anderen sind tot”, sagte ein Vertreter der Bundesregierung der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Samstag-Ausgabe) mit Blick auf die Haupttäter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Unter diesen Umständen sei es schwer, Zschäpe wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung anzuklagen. Denn eine terroristische Vereinigung bestehe laut gesetzlicher Definition aus mindestens drei Menschen. So lange man ihr keine aktive Beteiligung oder zumindest Mitwisserschaft nachweisen könne, stehe die Behauptung, sie sei Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen, auf tönernen Füßen. Es müsse deshalb weiter ermittelt werden, um den Vorwurf erhärten zu können. Aus dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages verlautet: “Die Bundesanwaltschaft tut sich nicht leicht, die Mitwisserschaft von Frau Zschäpe für die Mordserie zu belegen.” Der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in dem Ausschuss, Clemens Binninger (CDU), erklärte der “Mitteldeutschen Zeitung” in Bezug auf Holger G.: “Mich überrascht, dass es nicht gelungen ist, den dringenden Tatverdacht aufrechtzuerhalten, und ich hoffe sehr, dass dadurch der weitere Erfolg der Ermittlungen nicht gefährdet wird.” Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), kündigte an, der Stand der Ermittlungen werde Ende Juni Thema in dem Gremium sein. Vertreter des Bundeskriminalamtes und der Bundesanwaltschaft sollten dann Auskunft geben. Der Bundesgerichtshof hatte den Haftbefehl gegen Holger G. am Freitag aufgehoben. Er habe den NSU zwar mit Papieren und einer Pistole versorgt, teilte der Strafsenat mit, vermutlich aber ohne von dessen Taten zu wissen.

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Kölner Stadt-Anzeiger: Röttgen denkt an erneute Kandidatur als Partei-Vize der Bundes-CDU

Köln (ots) – Der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entlassene Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erwägt, beim Parteitag im Herbst erneut für das Amt des stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden zu kandidieren. Das berichtet der “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf führende Parteikreise. “Er hat das Amt noch nicht aufgegeben”, heißt es. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), hält Röttgens Wiederwahl für möglich. Seine Nominierung hänge allerdings von der Meinungsbildung im Landesverband ab. Polenz, der kurzzeitig CDU-Generalsekretär war, forderte die CDU dringend auf, Röttgen nicht fallen zulassen. “Wir sind gut beraten, fähige Politiker so einzusetzen, dass sie ihre Fähigkeiten entfalten können”, sagte er. “Und Norbert Röttgen ist ein fähiger Politiker. Ihn aufzugeben wäre so, als würde Bayern München Arjen Robben aufgeben, nur weil er einen Elfmeter verschossen hat. Auf so eine Idee kommen nur ein paar verrückte Fans.” Polenz fügte er hinzu, er würde sich freuen, wenn Röttgen sich nun im Auswärtigen Ausschuss engagieren würde. “Er hat da wichtige Kontakte; die würden uns nützen.”

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Kölner Stadt-Anzeiger: Ulrike Kriener: Belastende Erfahrung mit Alzheimer im nächsten Familienkreis Schauspielerin berichtet von "peinigender Angst"

Köln (ots) – Köln. Die Schauspielerin Ulrike Kriener (“Kommissarin Lucas”) hat im nächsten Familienkreis bedrückende Erfahrungen mit der Alzheimer-Krankheit gemacht. “Ich weiß, wie belastend es ist, wenn Alzheimer die Erinnerung eines Menschen auslöscht – und damit ja auch ein gemeinsames Leben, eine gemeinsame Identität”, sagte die 57-Jährige dem Magazin des “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstag-Ausgabe). Für die Patienten selbst sei das “extrem beängstigend”, so Kriener weiter. “Der Mensch, um den es ging, war gepeinigt von Angst – von der Angst, sich immer mehr in dieser Krankheit zu verlieren.” Der Tod ihres ersten Kinds kurz nach dessen Geburt vor fast 20 Jahren ist für Kriener nach eigenen Worten als “Erfahrung des Verlusts unvergessen”. Generell seien Erinnerungen an Erlebnisse aus dem eigenen Leben ein Hilfsmittel für ihre schauspielerische Arbeit. Sie könne eine Erinnerung wachrufen und die damit verbundene Emotion “unter die Szene legen wie einen Teppich”. Das funktioniere “mit dem ganzen Gefühlsspektrum.” Ihre Erinnerungen verwahre sie “in meinem persönlichen Schatzkästchen – da guckt auch kein Regisseur rein.”

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Rheinische Post: Gesetzentwurf Betreuungsgeld: Keine Leistung für Kinder von Langzeitarbeitslosen

Düsseldorf (ots) – Der vom Familienministerium fertig gestellte Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld schließt Hartz-IV-Empfänger von der neuen Leistung aus. Dies bestätigte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt im Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Samstagausgabe). “Die Idee von Hartz IV ist, Menschen unter die Arme zu greifen und sie zur Aufnahme einer Arbeit zu motivieren, deshalb ist eine Anrechnung des Betreuungsgeldes auf Hartz IV nur konsequent”, sagte die CSU-Politikerin. Die ursprüngliche Formulierung im Gesetzestext, dass nur die Eltern das Betreuungsgeld erhalten, die ihre Kinder zur Vorsorgeuntersuchung bringen, wurde wieder gestrichen. “Und das ist auch richtig”, betonte Hasselfeldt. Die Vorsorgeuntersuchungen seien richtig und notwendig, hätten aber keinerlei Zusammenhang mit dem Betreuungsgeld. Der Entwurf für das umstrittene Gesetz zum Betreuungsgeld soll am Dienstag nach Pfingsten den Ministerien zur Ressortabstimmung vorgelegt werden. Am 6. Juni soll ihn das Bundeskabinett verabschieden.

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Rheinische Post: Rösler: Nur Reformen bringen mehr Wachstum/ Wirtschaftsminister plädiert für höheres Renteneintrittsalter in der EU

Düsseldorf (ots) – In der Debatte über einen neuen EU-Wachstumspakt hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) höhere Staatsdefizite und eine expansivere Geldpolitik abgelehnt. “Europa braucht mehr nachhaltiges Wachstum. Ein solches Wachstum lässt sich nicht über noch höhere Staatsdefizite, Staatseingriffe und auch nicht über eine zu expansive Geldpolitik erkaufen”, sagte Rösler der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Samstagausgabe). “Stattdessen setzen wir auf Strukturreformen und auf Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit und für Investitionen”, sagte Rösler. Ein Fünf-Seiten-Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium solle die Grundlage für die Vorbereitungen eines deutschen Vorschlags bilden, hieß es in Kreisen des Wirtschaftsministeriums. Darin betonen Röslers Beamte, dass sich nachhaltiges Wachstum nur durch Reformen am Arbeitsmarkt und in den Sozialsystemen erzielen lasse. “Dazu gehört, die Lohnfindungssysteme zu dezentralisieren, die Effizienz der Arbeitsvermittlung zu verbessern, das Renteneintrittsalter an die gestiegene Lebenserwartung anzupassen und die Beschäftigungsverhältnisse insgesamt flexibler und situationsgerechter zu gestalten”, heißt es in dem Papier mit dem Titel “Mehr Wachstum für Europa. Beschäftigung – Investitionen – Innovationen”. Es liegt der Zeitung vor.

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Rheinische Post: Gründung der Nordkirche: EKD-Ratsvorsitzender Schneider sieht weitere Kirchenfusionen zurückhaltend / "Impulse sind keine Fünfjahrespläne"

Düsseldorf (ots) – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und rheinische Präses Nikolaus Schneider sieht angesichts der Gründung der Nordkirche am Pfingstwochenende weitere Kirchenfusionen zurückhaltend. “Eins ist klar: Das müssen die Gliedkirchen selbst entscheiden, das ist keine Sache der EKD”, sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Samstagausgabe). Das gelte, obwohl das EKD-Papier “Kirche der Freiheit” bereits vor sechs Jahren für 2030 ein Ziel von nur noch acht bis zwölf Landeskirchen formuliert habe, sagte Schneider: “,Kirche der Freiheit’ war bewusst als Impulspapier konzipiert. Aber Impulse sind keine Fünfjahrespläne.” Die Gründung der Nordkirche aus den drei Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern würdigte der Ratsvorsitzende: “Da ist am Ende im guten Konsens eine Lösung gefunden worden.”

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12 Punkte aus Deutschland: Anke Engelke, Tim Bendzko, Mieze Katz, Ben und Sabine Heinrich sind die nationale ESC-Jury 2012

Hamburg (ots) – Wer bekommt “12 points”, und an welche Länder gehen beim ESC die übrigen Punkte aus Deutschland? Das entscheidet zu 50 Prozent das Fernsehpublikum, zu 50 Prozent eine nationale Fach-Jury. In diesem Jahr gehören zur Jury als Vorsitzende die Entertainerin Anke Engelke, zudem der Singer/Songwriter Tim Bendzko, Mieze Katz von der Band Mia., der Moderator und Sänger Ben und Sabine Heinrich von WDR 1Live. Anke Engelke wird beim ESC-Finale am 26. Mai die deutschen Punkte live von der Reeperbahn in Hamburg verkünden.

Die nationale Jury darf – genau wie das deutsche TV-Publikum – in zwei Shows des Eurovision Song Contests ihre Favoriten bestimmen: Im zweiten Halbfinale am 24. Mai hat sie ausgewählt, welche zehn Länder ihrer Meinung nach ins ESC-Finale am 26. Mai weiterkommen sollen. Im Finale live im Ersten ab 21.00 Uhr geht es dann um die Punkte eins bis zwölf. Damit die Endsumme der Punkte, die Deutschland vergibt, schnell ausgerechnet werden kann, liegt das Juryergebnis an den jeweiligen Abenden bereits vor: Die Fünf geben ihre Bewertung nicht während der Show ab, die das deutsche Publikum live im Fernsehen sieht, sondern sehen sich die jeweils zweite Generalprobe an und entscheiden bereits dann.

Anke Engelke (Jurorin bei “Unser Star für Oslo” 2010, Moderatorin des Eurovision Song Contests 2011 in Düsseldorf): “Seit 1974 verfolge ich den ESC – mit einigen pubertäts- und qualitätsbedingten Aussetzern zwar, aber immer mit Leidenschaft und Musikliebhaberblick. Ich habe es von Anfang an geliebt, ESC-Tipplisten zu erstellen. Umso wunderbarer, dass ich in diesem Jahr nicht nur Jurymitglied und sogar Präsidentin bin, sondern auch die deutschen Punkte verkünden darf. Und ich dachte schon, das Erlebnis ESC-Komoderation 2011 sei untoppbar!!”

Tim Bendzko: “Ich habe den ESC seit Jahren verfolgt – schon deshalb, weil ich als ehemaliger Leistungssportler Fan von Wettbewerben bin. Jetzt in der Jury zu sitzen ist für mich ein wunderbarer Test meiner eigenen musikalischen Kompetenz.”

Ben (als Live-Reporter für den KiKA, den Kinderkanal von ARD und ZDF, 2010 in Oslo und 2011 in Düsseldorf dabei): “Der ESC war neben ‘Verstehen sie Spaß?’ und ‘Wetten dass’ die einzige Sendung im Abendprogramm, die ich schon als Kind schauen durfte. Ralf Siegel in allen Ehren, aber das war gestern … Der ESC ist wieder cool und ganze Generationen wollen für Deutschland und seine Musik mitfiebern und feiern. Es geht mir um den Respekt für die Musik und ihre Facetten … Grenzen beschreiten, aber keine Regeln brechen … Spaß und Interesse in und für Europa … Wie geil ist das denn!”

Mieze Katz: “Meine, oder besser, unsere Geschichte mit dem ESC, der damals noch Grand Prix d’Eurovision de la Chanson hieß, beginnt im Herbst 2003, als Mia. gefragt wurden, ob sie im darauf folgenden Frühjahr mit ‘Hungriges Herz’ am Vorausscheid zum Grand Prix teilnehmen wollen. Da waren wir erstmal ziemlich baff. Wir haben ‘Ein bisschen Frieden’-Kindheitserinnerungen und -Beklemmungen ausgetauscht und uns die Köpfe heiß geredet, um uns dann locker zu machen und festzustellen, dass ein Wettbewerb ja immer so gut ist wie die Wettbewerber. – Damit konnten wir ganz gut leben und waren dann gern dabei und wurden Zweiter oder Dritter. Weil wir der Meinung sind, dass sich dieser Wettbewerb seitdem nicht zu seinem Nachteil entwickelt hat, sind wir auch heute wieder gerne mit von der Partie!”

Sabine Heinrich (moderierte 2010 und 2011 gemeinsam mit Matthias Opdenhövel u. a. “Unser Star für Oslo” bzw. “Unser Song für Deutschland” im Ersten und auf ProSieben, berichtete als ARD-Reporterin aus Düsseldorf): “Teil der nationalen Jury zu sein klingt schon so abgefahren und sensationell. Für mich ist das eine ganz besondere Aufgabe, und ich möchte alles, was ich von der ESC-Gemeinde in den vergangenen Jahren gelernt habe, mit einfließen lassen. Dass sich Länder singend begegnen, finde ich als Europa-Freundin ganz wunderbar. Ich habe mir vorab bewusst verboten, irgendwelche Trends anzuschauen, oder zu gucken, wer als Favorit gehandelt wird, ich möchte mir den Überraschungsmoment nicht entgehen lassen. Bei Musik kann ich mich sehr gut auf meine Intuition verlassen. Wer mich mit seiner Musik und seiner Performance packt, der bekommt auch Punkte.”

Informationen zum Eurovision Song Contest finden Sie unter eurovision.de

26. Mai 2011 / IB

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Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Grand Prix

Stuttgart (ots) – Wenn Politiker nach Aserbaidschan reisen, geht es meist eher um Öl und Gas als um Menschenrechte. Umso jämmerlicher wirkt da die Forderung von Berufsempörten wie dem Grünen Volker Beck, der die trällernden Teilnehmer des ESC zu politischer Haltung verdonnert. Missstände anzusprechen ist nicht die Aufgabe von 21-jährigen Sängerinnen, sondern von gestandenen Politikern. Falls nach diesem Samstagabend auch jene Leute etwas sagen, die wirklich was zu sagen hätten, wäre den Aserbaidschanern sicher mehr geholfen als mit effekthascherischen Auftritten, moralinsauren Vorträgen oder Boykottdrohungen.

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Stuttgarter Nachrichten
Chef vom Dienst
Joachim Volk
Telefon: 0711 / 7205 – 7110
cvd@stn.zgs.de

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Berufung gegen DFB-Sportgerichts-Urteil abgelehnt

Düsseldorf (ots) – Fortuna Düsseldorfs Aufstieg auch vor dem DFB Bundesgericht bestätigt

Die Berufung, die Relegationsspielgegner Hertha BSC Berlin am Montag dieser Woche gegen das DFB-Sportgerichtsurteil hinsichtlich der Wertung des Rückspiels eingelegt hatte, wurde am Freitagabend vom Bundesgericht des DFB unter Vorsitz von Richter Goetz Eilers abgewiesen. Damit ist Fortunas Aufstieg auch in 2. Instanz bestätigt worden.

Bei der zehnstündigen Sitzung wurden abermals etliche Personen, wie das Schiedsrichtergespann um Wolfgang Stark, Spieler der Hertha, als auch DFB- und DFL-Verantwortliche, in den Zeugenstand gebeten. Nach einer Beratungspause verkündete Richter Goetz Eilers das Urteil, nach dem auch diese Instanz keine Irregularität im Ablauf des Spiels feststellen konnte. Eilers: “Die Beurteilung des Bundesgerichtes erfolgte nach der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB über mögliche Einsprüche. Ein Regelverstoß des Schiedsrichters wurde nicht behauptet und lag auch nicht vor. Der im Vordergrund stehende Einspruchsgrund der Schwächung der Berliner Mannschaft durch die Vorfälle gegen Ende des Spiels ließ sich durch die Beweisaufnahme nicht bestätigen.” Weiter sagte Richter Goetz Eilers, dass die Forderung nach einer Rechtsordnung nicht gleichzusetzen sei mit der Spielwertung. Die vorgetragenen Gründe für eine Schwächung haben nicht ausgereicht. Es habe ein Ausnahmezustand geherrscht und das Gericht habe dabei die Ängste der Spieler sehr wohl ernst genommen. Doch habe das Gericht auch festgestellt, dass es kein einheitliches Bild der Angst gegeben habe. Die Durchführung der Nachspielzeit sei insofern ordnungsgemäß erfolgt. “Auch ein sonstiger Einspruchsgrund lag nicht vor.”

Peter Frymuth, Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf: “Wir freuen uns und sind erleichtert, dass auch in zweiter Instanz die ordnungsgemäße Austragung des Rückspiels bestätigt wurde. Mit diesem Spielergebnis sind wir dann Aufsteiger in die 1. Bundesliga.”

Paul Jäger, der gemeinsam mit Fortuna-Anwalt Horst Kletke in Frankfurt bei der Urteilsverkündung zugegen war, sagte: “Ich bin sehr glücklich, dass das Bundesgericht der Entscheidung des Sportgerichts gefolgt ist. Von heute an fühle ich mich als Erstligist.” Weiterhin hob Jäger hervor, “dass man spüren konnte, dass die Sportgerichtsbarkeit des DFB um größte Objektivität und damit Fairness bemüht war.”

Hertha BSC Berlin steht nun die Möglichkeit offen, das Ständige Schiedsgericht des DFB anzurufen.

Die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf wird am Samstag um 10.00 Uhr zusammentreffen.

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Pressesprecher
Fortuna Düsseldorf
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40474 Düsseldorf
Tel. +49 211 23 80 137
Fax. +49 211 23 80 120
E-Mail t.koster@fortuna-duesseldorf.de
Homepage www.fortuna-duesseldorf.de

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Weser-Kurier: Kommentar zur Debatte über den Wachstumspakt

Bremen (ots) – Jetzt also Wachstum. Wachstum soll nun das Allheilmittel für die Euro-Schuldenkrise sein. Gestern waren es noch Euro-Bonds. Vorgestern der Fiskalpakt. Davor Anleihen-Aufkäufe der Europäischen Zentralbank, wiederum davor Rettungsschirme aller Art gegen Spekulanten und all die anderen bösen Geister von der Finanzfront. Und ganz am Anfang stand das Rettungspaket für Griechenland. Das mit dem Wachstum ist im Grunde ja eine ganz gute Idee. Aber ein Wachstumspakt für die kriselnden Euro-Staaten würde doch nur gelingen, wenn dafür die anderen Euro-Staaten so richtig viel Geld in die Hand nehmen würden. Das aber bedeutet auch: so richtig viele neue Schulden in diesen Ländern. Auch in Deutschland. Und das ist bekanntlich die Heimat von Adam Riese, dem Begründer des modernen Rechnens. Die Deutschen sollten also eigentlich am besten wissen, dass eine Schuldenkrise mit noch mehr neuen Schulden kaum beseitigt werden kann. Dazu kommt, dass Wachstumsimpulse in der Regel da verfangen, wo sie auf eine funktionierende Wirtschaftsstruktur treffen. Im Fall Griechenlands muss man – ganz vorsichtig formuliert – zumindest ernsthaft infrage stellen, ob das der Fall ist. Und auch in den anderen Euro-Krisenländern Spanien, Portugal oder Italien behindern viel Bürokratie und nicht zuletzt auch Korruption Wachstum. Der Ruf nach dem Königsweg mag für Politiker verlockend sein. So bieten sich einfache Erklärungen an für ziemlich komplizierte Vorgänge. Und derzeit gibt es kaum etwas Komplizierteres als die Situation der Euro-Staaten – im Schraubstock der Schuldenkrise festgeklemmt, vor sich hergetrieben von den Finanzmärkten, der Profitgier der Spekulanten ausgeliefert und schließlich sich selbst im Weg stehend durch Uneinigkeit und ein untaugliches Vertragswerk. Der Ausweg aus diesem Dilemma wird nur gelingen, wenn sich alle zu mehr Gemeinsamkeit verpflichten.

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Weser-Kurier
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Rheinische Post: DFB-Urteil: Fortuna fährt endlich Ernte ein

Düsseldorf (ots) – Anderthalb Wochen dauert nun die juristische Auseinandersetzung rund um den Aufstieg zur Bundesliga. Diese zähen anderthalb Wochen muteten fast so lang an wie die quälenden anderthalb Jahrzehnte, die Fortuna Düsseldorf in zweiter, dritter und vierter Liga verbringen musste. Auch wenn Hertha möglicherweise versucht, das Verfahren weiter in die Länge zu ziehen, ist Fortuna die Rückkehr in die Bundesliga wohl nicht mehr zu nehmen. Die Düsseldorfer dürfen endlich die Ernte einfahren. Sie haben sportlich gut gearbeitet – auch wenn es Schwächephasen gab. Sie haben wirtschaftlich vernünftig gehandelt. Und sie haben die jahrelange Unterstützung der Stadt und ihrer Töchter gedankt. Dass die Berliner auf die zweifelhaften Umstände in den letzten Minuten der Relegation verwiesen haben, war aus ihrer Sicht verständlich. Es ist sicherlich nicht in Ordnung, wenn Zuschauer den Platz stürmen. Und es ist nachvollziehbar, dass dem einen oder anderen Spieler mulmig wird. Doch mit ihren Vergleichen haben sie den Bogen überspannt. Dass Hertha-Trainer Otto Rehhagel das Geschehen in der Düsseldorfer Arena mit seinen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg, mit der Katastrophe im Heyselstadion und mit der Loveparade in Beziehung setzte, war überzogen. 1985 starben in Brüssel 39 Menschen, in Duisburg ließen vor zwei Jahren 21 ihr Leben.

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Lausitzer Rundschau: Leben und Tod Bundestag beschließt Neuregelung bei Organspende

Cottbus (ots) – Wer sich über eine Organspende Gedanken macht, der muss sich auch mit dem Tod auseinandersetzen. Mit seinem Tod. Die allermeisten Menschen scheuen diese Auseinandersetzung, was sicher verständlich ist. Aber eben auch ein bisschen schizophren. Denn auf der anderen Seite wünscht sich jeder von uns, dass die Gesundheitswirtschaft alle Hebel in Bewegung setzt, um das eigene Leben im Notfall zu retten. Oft kann sie es aber nicht, weil lebensrettende Organe fehlen, weil es viel zu wenige Spender gibt. Eine Umfrage hat diese Diskrepanz in Zahlen gegossen. Demnach wären drei Viertel aller Deutschen zwar prinzipiell willens, eine Lunge oder ihr Herz einem bedürftigen Mitmenschen zur Verfügung zu stellen. Aber lediglich ein Viertel hat tatsächlich seine Bereitschaft in einem Spenderausweis dokumentiert. Die bisherige Rechtslage ist daran nicht ganz unschuldig. Anders als in anderen Ländern, in denen einer Organentnahme ausdrücklich widersprochen werden muss, um sie zu verhindern, wurde den Bundesbürgern keinerlei Entscheidung abverlangt. Das wäre vermutlich noch auf lange Zeit so geblieben, hätte es nicht die Geschichte von Frank-Walter Steinmeier gegeben, der seiner Frau Elke Büdenbender eine Niere spendete und dadurch eine überfällig politische Diskussion anstieß, die am Ende unter Einschluss aller Bundestagsparteien zu sinnvollen Nachbesserungen geführt hat. Wichtigster Punkt: Die Bürger werden künftig aktiv aufgefordert, sich in Sachen Organspende zu erklären. Ob sich dadurch die Bereitschaft wirklich erhöht, muss die Zeit zeigen. Auf jeden Fall ist es ein Schritt in die richtige Richtung, die Patienten mit kaputten lebenswichtigen Organen hoffen lässt. Diese Weichenstellung muss allerdings auch von einer gesellschaftlichen Aufklärungsarbeit flankiert werden. Unsicherheiten und Ängste sind nämlich nicht gering zu schätzen. Der Datenschutz, an dessen vermeintlichen Defiziten sich gestern einige Bundestagsabgeordnete gerieben haben, ist dabei wahrlich noch das geringste Problem. Zahlreiche Bürger treibt vielmehr die Sorge vor einem missbräuchlichen Organhandel um. Weit verbreitet ist auch die Befürchtung, dass Ärzte womöglich weniger Engagement bei der Lebensrettung zeigen, wenn der Patient einen Organspendeausweis besitzt. Obendrein gibt es genügend Skeptiker, die den Hirntod für ein zweifelhaftes Kriterium einer Organentnahme halten. Das berührt letztlich eine ethische Schlüsselfrage: Wann ist ein Mensch wirklich gestorben? Auch damit wird sich jeder auseinandersetzen müssen, der sich diesem Thema nähert. Dass es verstärkt dazu kommen dürfte, ist der Neuregelung des Bundestages zu verdanken.

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Lausitzer Rundschau

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Neue OZ: Kommentar zu Organspende-Reform

Osnabrück (ots) – Hilfreich und gut

Jeden Tag sterben in Deutschland drei schwer kranke Patienten, weil sie nicht rechtzeitig eine Niere oder ein anderes Spenderorgan bekommen haben. Die umfassende Reform der Organspende führt zu einem Riesenfortschritt. Dass eine breite Mehrheit der Bundestagsabgeordneten dafür gestimmt hat, lässt sich uneingeschränkt begrüßen.

Nun wird jeder Krankenversicherte ab 16 Jahren gebeten, sich mit der Bereitschaft zur Organspende zu beschäftigen. Und die Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Transplantationen bessern sich.

Zweifellos fällt es vielen Menschen schwer, an den eigenen Tod zu denken. Dennoch darf der Staat jedem zumuten, damit behelligt zu werden. Einmal, weil die Entscheidung freiwillig bleibt – vor allem jedoch wegen des Nutzens, den ein möglicher Empfänger eines Organs hat. Auch für die sowieso schon belasteten Angehörigen ist mehr Klarheit hilfreich.

Ob die neue Regelung eine Erfolgsgeschichte wird, muss sich aber erst zeigen. Es bleiben noch offene Fragen. Sehr wichtig ist es, das Misstrauen zu nehmen. Denn viele Menschen fürchten, ausgeschlachtet zu werden oder wegen einer Organspende nicht mehr in Würde sterben zu können. Auch die Kostenfrage an kleinen Krankenhäusern ist noch nicht optimal gelöst. Die Briefe an die Krankenversicherten können daher nur ein erster Schritt sein, um die Zahl möglicher Organspender zu steigern.

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Neue OZ: Kommentar zu Schlecker / Ihr Platz

Osnabrück (ots) – Groß oder frei

Nicolas Berggruen oder Michael Schumann – bei wem ist das Osnabrücker Traditionsunternehmen Ihr Platz besser aufgehoben? Der eine ist ein milliardenschwerer Kosmopolit und Querdenker mit Visionen. Und zwar nicht nur für die Unternehmen, die er kauft, sondern für die ganze Welt. Der andere leitet eine bisher kaum öffentlich in Erscheinung getretene Beteiligungsgesellschaft aus München.

Mit Berggruen bliebe Ihr Platz bei der ungeliebten Mutter Schlecker. Mit Schumann wäre das Unternehmen wieder frei, aber als relativ kleiner Marktteilnehmer ohne Verbündete dem knallharten Wettbewerb im Drogerie-Einzelhandel schutzlos ausgesetzt.

Bei der Warenhauskette Karstadt hat der eigenwillige Berggruen bewiesen, dass er langwierige, harte Sanierungsarbeit nicht scheut. Gerettet ist Karstadt bisher allerdings nicht. Und die Aufgabe, aus Schlecker ein überlebensfähiges Unternehmen zu machen, könnte sich als noch schwieriger erweisen.

Im Spiel ist auch ein dritter Investor, der sich bisher nicht zu erkennen gibt. Wie Berggruen will er Schlecker und Ihr Platz zusammen übernehmen. Dass die Interessenten an einer großen Lösung gestern im ersten Anlauf so sang- und klanglos abblitzten, war kein gutes Zeichen für die verbliebenen Schlecker-Angestellten. Für die Beschäftigten von Ihr Platz dagegen könnte es ein Wegweiser zu einem Neuanfang auf eigenen Füßen sein. Wenn auch zu einem schwierigen.

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