Xiaomi schickt seine Mini-LED-Fernseher in die nächste Runde: Die TV S Mini LED Series 2026 startet in Deutschland in fünf Größen von 55 bis 98 Zoll, die Preise reichen von 599 bis 2.299 Euro. Das klingt nach mehr Auswahl als beim 2025er-Jahrgang, der hierzulande noch bei 75 Zoll endete. Ein Blick aufs Datenblatt zeigt aber schnell, dass die Reihe in zwei sehr unterschiedliche Hälften zerfällt – und ausgerechnet die meistgekauften Größen ziehen den Kürzeren.
Zwei Klassen in einer Modellreihe
Die Gemeinsamkeiten zuerst: Alle fünf Modelle setzen auf ein QD-Mini-LED-Panel mit 4K-Auflösung, kommen auf 1.200 Nits Spitzenhelligkeit, decken den Farbraum DCI-P3 zu 94 Prozent ab und beherrschen HDR10, HDR10+ und HLG. Als Plattform dient durchgängig Google TV inklusive Play Store, Google Cast und Apple AirPlay 2. ALLM und eARC sind ebenfalls überall an Bord.
Danach trennen sich die Wege. Nur die beiden großen Diagonalen mit 85 und 98 Zoll bekommen ein echtes High-Refresh-Panel mit 144 Hz in 4K, dazu VRR, Dolby Vision, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2, 3 GByte RAM und einen stärkeren Chip. Die Modelle mit 55, 65 und 75 Zoll arbeiten nativ mit 60 Hz, lassen VRR und Dolby Vision weg, funken nur über Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.0 und müssen mit 2 GByte RAM auskommen.
Bei den kleinen Geräten wirbt Xiaomi trotzdem mit „120 Hz“. Das ist der Game-Boost-Modus – und der greift laut Xiaomis eigenem Kleingedruckten nur bei reduzierter Auflösung von 1080p oder 1440p. In nativer 4K-Auflösung bleibt es bei 60 Hz. Für einen Film im Wohnzimmer ist das egal, für eine aktuelle Konsole oder einen Gaming-PC ist es genau der Punkt, auf den man achten sollte.
- Xiaomi TV S Mini 55 LED 2026 – 599 Euro (UVP)
- Xiaomi TV S Mini 65 LED 2026 – 799 Euro (UVP)
- Xiaomi TV S Mini 75 LED 2026 – 999 Euro (UVP)
- Xiaomi TV S Mini 85 LED 2026 – 1.499 Euro (UVP)
- Xiaomi TV S Mini 98 LED 2026 – 2.299 Euro (UVP)
Bestellbar sollen die Fernseher laut Xiaomi „in Kürze“ sein.
Warum die kleinen 2026er hinter den 2025ern zurückfallen
Der eigentliche Stolperstein zeigt sich erst im Vergleich mit dem direkten Vorgänger. Die TV S Mini LED 2025 gab es in Deutschland in 55, 65 und 75 Zoll zu Startpreisen von 549, 729 und 899 Euro. Und diese Geräte hatten allesamt 144 Hz nativ, dazu Dolby Vision IQ, Wi-Fi 6 und 3 GByte RAM. Die 2026er derselben Größen kosten mit 599, 799 und 999 Euro rund 50 bis 100 Euro mehr – und liefern in genau diesen Punkten weniger: 60 statt 144 Hz, kein Dolby Vision, langsameres WLAN, weniger Arbeitsspeicher.
Normalerweise gilt ja die Faustregel, dass die zweite Generation eines Geräts die ist, auf die man warten sollte. Hier ist es umgekehrt: Wer einen 55- bis 75-Zöller sucht, fährt mit dem auslaufenden 2025er-Modell schlicht besser – sofern es noch zu bekommen ist. Was Xiaomi als neue Serie verkauft, ist für die Mainstream-Größen ein kostenoptimierter Schritt zurück.
Was die Konkurrenz fürs Geld liefert
Im Segment um 800 Euro ist 144 Hz bei Mini-LED längst kein Luxus mehr. Hisense ruft für den 65-Zoll-U7S (2026) 899 Euro auf – mit 144 Hz, Dolby Vision IQ und 1.400 statt 1.200 Nits. TCLs 65-Zoll-C7L liegt bei rund 1.099 Euro, ebenfalls mit High-Refresh-Panel. Beide werden im Straßenpreis erfahrungsgemäß deutlich unter der UVP gehandelt. Der 60-Hz-Xiaomi spart mit 799 Euro gegenüber dem Hisense zwar 100 Euro, bezahlt das aber mit fehlender hoher Bildwiederholrate und ohne Dolby Vision.
Seine Stärke spielt der TV S Mini LED 2026 bei den großen Diagonalen aus. 85 Zoll für 1.499 Euro und 98 Zoll für 2.299 Euro mit vollem Feature-Satz sind für QD-Mini-LED ein scharfer Preis – in diesen Formaten wird die Luft bei der Konkurrenz schnell dünn und teuer. Wer den Platz und das Budget für so eine Wand hat, bekommt hier viel Fläche und Technik fürs Geld.
Für ein helles Wohnzimmer und den gelegentlichen Film taugen auch die kleinen Modelle – 1.200 Nits und lokales Dimming sind in der Preisklasse ordentlich. Nur waren die Gaming-tauglichen Käufer bei den 2025ern eben noch mitgemeint, und genau die fallen jetzt durchs Raster. Die interessantere Frage ist, warum Xiaomi ein an sich gutes Panel ausgerechnet bei den Größen beschneidet, von denen die meisten Geräte über die Ladentheke gehen.


