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Xiaomi Smart Band 10 Pro und Clip-Kopfhörer: viel Hardware fürs Geld — wenn sie denn nach Europa kommen

Xiaomi hat zusammen mit dem 17 Max in China zwei neue Wearables vorgestellt: das Smart Band 10 Pro und mit dem Clip die ersten hauseigenen Open-Ear-Kopfhörer im Clip-On-Design. Preislich aggressiv, technisch aufgerüstet — aber bisher nur für China bestätigt.

Schwarzes Xiaomi-Fitnessarmband mit Display am Handgelenk

Xiaomi hat parallel zum 17 Max in China zwei Wearables vorgestellt, die preislich interessant aussehen und beide Apples Find-My-Netzwerk unterstützen. Das Smart Band 10 Pro löst das 9 Pro ab, dazu kommt mit dem Xiaomi Clip der erste hauseigene Open-Ear-Kopfhörer im Clip-On-Design. Wann oder ob beide Geräte den Sprung nach Deutschland schaffen, ist noch offen — das ist bei Xiaomi inzwischen das übliche Spiel.

Smart Band 10 Pro: mehr Smartwatch als Tracker

Das 10 Pro nähert sich optisch immer weiter an eine klassische Smartwatch an. AMOLED-Display mit 1,74 Zoll und 336 × 480 Pixeln, 60 Hz Bildwiederholrate, bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit. Das Aluminiumgehäuse ist 9,7 mm dünn, das Gewicht liegt je nach Variante bei 21,6 g (Alu) oder 29 g (Keramik). 5 ATM, bis zu 21 Tage Akkulaufzeit, über 150 Sportmodi inklusive eines neuen Cycling-Modus.

Auf der Sensorseite hat Xiaomi den PPD-Sensor überarbeitet — neu ist ein Dual-Light-Aufbau, für den der Hersteller eine Genauigkeit von „bis zu 98,2 %“ beim Pulsmessen angibt. Solche Werte sind im Datenblatt schön; bei meinem privaten Mi Band der vorletzten Generation merke ich immer noch deutlich, ob ich das Ding richtig sitzend trage oder nicht. Zusätzlich kommt Herzfrequenzvariabilität im Schlaf hinzu, das Schlaftracking läuft nun über einen „Sleep Algorithm 2.0″.

In China kostet die Aluminium-Variante umgerechnet 59 Euro, die Keramik-Variante 61 Euro. Für die Specs ist das aggressiv, selbst wenn der Europreis erfahrungsgemäß ein Stück höher liegen wird — schon das reguläre Smart Band 10 startete hierzulande zu einem etwas höheren Tarif.

Xiaomi Clip: Open-Ear gegen Shokz und Co.

Die Clip-Ohrhörer sind Xiaomis erster Vorstoß ins Clip-On-Segment, das aktuell vor allem Shokz mit den OpenDots besetzt. 11-mm-Treiber, 5,5 g pro Earbud, Farben in Schwarz, Weiß und Gold. Bluetooth 5.4, LHDC 5.0, Hi-Res Audio Wireless, drei Mikrofone mit Bone-Conduction-VPU. Xiaomi gibt an, mit Reverse-Sound-Waves die Abstrahlung nach außen zu reduzieren — also weniger „alle im Café hören mit“.

Beim Akku stehen 9 Stunden pro Ladung im Datenblatt, mit Case sind es 38 Stunden. IP57, Schnellladung (10 Minuten ergeben laut Xiaomi vier Stunden Wiedergabe). Eingebunden ist außerdem der Xiao-AI-Assistent — mit On-Device-Übersetzung und Sprachaufzeichnung. Für den Heimmarkt nett, in Europa ohne Übersetzungs-Anbindung aber eher Datenblatt-Marketing. Preis in China: 799 Yuan, umgerechnet rund 101 Euro.

Open-Ear ist ein Segment, in dem in den letzten zwei Jahren erstaunlich viel passiert ist. Wer beim Joggen Verkehrsgeräusche mitbekommen will oder dauerhaft Earbuds im Gehörgang als unangenehm empfindet, hat plötzlich Auswahl jenseits der Knochenschall-Bügel.

Europa-Launch: das altbekannte Warten

Beide Produkte sind zunächst nur für China bestätigt. Bei Xiaomi heißt das in der Regel: in einigen Monaten kommt eine internationale Variante, oft mit leicht verändertem Funktionsumfang. NFC fehlt beim Smart Band international gern mal, der Xiao-AI-Assistent ebenfalls. Wer ehrlich vergleichen will, sollte die China-Datenblätter mit dem Bewusstsein lesen, dass die Europa-Version nicht zu 100 % deckungsgleich sein muss.

Für Käufer in Deutschland heißt das praktisch: jetzt nicht aus China importieren, sondern abwarten, was Xiaomi mit der globalen Variante macht. Wer schon ein Smart Band 9 oder 10 trägt, hat ohnehin keinen akuten Druck. Vom regulären 10 zum 10 Pro ist es vor allem eine Frage der Positionierung im Portfolio, vom 9 Pro zum 10 Pro eine reguläre Generation — die Xiaomi inzwischen ohnehin alle 18 Monate herausschiebt.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier.Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.