Microsoft hat einen Installationsfehler im aktuellen Mai-Sicherheitsupdate für Windows 11 offiziell bestätigt. Auf betroffenen Systemen bricht das Update im Neustart ab und zeigt den Fehlercode 0x800f0922. Ursache ist zu wenig freier Speicher auf der EFI System Partition. Microsoft liefert zwei Workarounds, arbeitet aber noch an einer finalen Lösung.
Auf einen Blick
- Fehlercode
0x800f0922tritt beim regulären Mai-Sicherheitsupdate auf - Ursache ist zu wenig Platz auf der EFI System Partition (ESP), kritisch ab 10 MB freiem Speicher abwärts
- Update scheitert in der Neustartphase bei rund 35 Prozent Fortschritt
- Workarounds: Registry-Anpassung oder automatischer Known Issue Rollback (KIR)
- Betroffen sind Windows 11 24H2 und 25H2
So äußert sich der Fehler
Die Installation startet zunächst unauffällig. Erst in der Neustartphase, üblicherweise bei einem Fortschritt von 35 bis 36 Prozent, bricht der Vorgang ab. Auf dem Bildschirm erscheint der Hinweis, dass etwas nicht wie geplant verlaufen sei und die Änderungen rückgängig gemacht werden. Anschließend rollt das System die Installation komplett zurück. In der Protokolldatei unter C:\Windows\Logs\CBS\CBS.log tauchen dann Hinweise wie „SpaceCheck: Insufficient free space“ oder „ServicingBootFiles failed“ auf.
Ursache in der EFI System Partition
Die EFI System Partition ist eine kleine, in der Regel rund 100 MB große FAT32-Partition, in der UEFI-Systeme die Bootloader für das Betriebssystem ablegen. Windows-Updates müssen dort Boot-Dateien aktualisieren. Sind nur noch 10 MB oder weniger frei, schlägt die Prüfung fehl und das Update wird abgebrochen. Vor allem auf älteren oder migrierten Systemen mit knapp dimensionierter ESP tritt das Problem auf.
Zwei Workarounds von Microsoft
Microsoft empfiehlt zwei Wege, um die Installation dennoch durchzubringen. Variante eins ist eine Anpassung in der Windows-Registry, die die Speicherplatzprüfung für die ESP lockert. Eingriffe in die Registry bergen jedoch immer ein Restrisiko und sollten ausschließlich nach genauer Anleitung erfolgen.
Variante zwei ist ein sogenannter Known Issue Rollback (KIR). Damit deaktiviert Microsoft die problematischen Code-Teile im Update serverseitig. Für private Nutzer und nicht verwaltete Geräte in Unternehmen erfolgt das automatisch. Administratoren verwalteter Geräte erhalten eine eigene Gruppenrichtlinie, mit der sich der Rollback ausrollen lässt. Für die meisten Betroffenen ist KIR der empfehlenswerte Weg, da kein manueller Eingriff erforderlich ist.
Finaler Fix steht noch aus
Eine dauerhafte Lösung im Code des Updates selbst gibt es bislang nicht. Microsoft kündigt an, das Problem mit einem kommenden Windows-Update endgültig zu beheben. Bis dahin bleibt der KIR-Mechanismus der zuverlässigste Weg, das Mai-Update auf betroffenen Geräten doch noch sauber zu installieren.
Fazit
Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie sensibel Windows-Updates auf knappe Systempartitionen reagieren. Wer im Vorfeld prüfen möchte, ob ein eigenes Gerät betroffen sein könnte, kann mit diskpart oder dem Datenträgermanagement den freien Platz auf der EFI System Partition kontrollieren. Für die breite Nutzerschaft ist der automatische KIR-Fix die unkomplizierteste Lösung – ein finaler Patch von Microsoft sollte mit dem nächsten Update-Zyklus folgen.



