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WeedHack: Minecraft-Malware stiehlt Passwörter aus 36 Browsern — Deutschland in den Top 4

Sicherheitsforscher von McAfee haben WeedHack aufgedeckt: Das Malware-as-a-Service-Toolkit hat seit Januar 2026 über 116.000 Systeme weltweit infiziert, verbreitet über gefälschte Minecraft-Mods auf YouTube und SEO-manipulierten Websites. Deutschland zählt zu den vier am stärksten betroffenen Ländern.

Rotes Vorhängeschloss auf schwarzer Computer-Tastatur — Symbol für Malware und Passwortdiebstahl

Fake-Mods, echte Passwörter weg. Seit Januar 2026 hat das Schadsoftware-Paket WeedHack laut McAfee weltweit über 116.000 Systeme infiziert — mit täglich 2.000 bis 3.000 Neuinfektionen. Verbreitet wird der Schädling über präparierte YouTube-Videos und SEO-vergiftete Fake-Websites. Deutschland gehört neben den USA, Indien und Großbritannien zu den vier am stärksten betroffenen Ländern.

YouTube und SEO als Verteilungsweg

Der Angriff folgt einer simplen, aber wirksamen Logik: Spieler suchen nach bekannten inoffiziellen Minecraft-Clients — Meteor, Radium oder Wurst — und landen über manipulierte Suchergebnisse oder YouTube-Beschreibungen auf gefälschten Download-Seiten. Dort warten bösartige JAR-Dateien, die sich als legitime Mods ausgeben. Laut McAfee sind über 240 Verbreitungs-URLs aktiv, mit 3.820 erfassten Schadprogramm-Varianten. Betroffen sind Spieler mit Minecraft-Version 1.21.0 bis 1.21.10.

Gratis Credential-Diebstahl — Premium-Tier mit Webcam-Zugriff

WeedHack arbeitet nach dem Malware-as-a-Service-Prinzip: Die kostenlose Variante liefert dem Angreifer Minecraft-Session-IDs, Browser-Cookies und gespeicherte Passwörter aus 36 verschiedenen Browsern, dazu Krypto-Wallet-Daten sowie Zugangsdaten von Discord, Steam und Telegram. Screenshots werden automatisch mitgemacht.

Wer Gaming-PC und Homeoffice auf derselben Kiste betreibt — was bei vielen Mitarbeitern im KMU-Alltag die Realität ist —, hat ein konkretes Problem: Alle gespeicherten Browser-Zugänge, vom Firmen-VPN bis zum E-Mail-Portal, landen im selben Credential-Dump wie das Minecraft-Passwort. Das ist kein theoretisches Szenario; nach einem Incident lässt sich selten nachvollziehen, an welchem Rechner die Kette angefangen hat.

Für 5 Dollar monatlich oder 24,99 Dollar einmalig gibt es die Premium-Variante mit Remote-Shell-Zugriff, Keylogger-Funktion, Webcam-Zugang und vollständiger Remote-Steuerung. Die Betreiber kommunizieren über einen Telegram-Kanal mit über 800 Mitgliedern — laut McAfee ein erheblicher Teil davon Teenager oder junge Erwachsene.

Was die Kampagne bremst — und warum bisher wenig

Die Schutzempfehlungen sind die üblichen: Mods ausschließlich über den Minecraft Marketplace oder bekannte, verifizierte Quellen beziehen, JAR-Dateien von fremden Websites nicht ausführen. Wer bereits heruntergeladen hat: Passwörter ändern, Browser-Sessions beenden, Banking-Transaktionen prüfen.

Reaktionen von YouTube oder Mojang auf die massenhafte Verbreitung über ihre Plattformen dokumentiert der McAfee-Bericht nicht. Das ist eigentlich das beunruhigende Signal: Nicht das Schadprogramm selbst — technisch ist WeedHack keine Neuentwicklung — sondern die Tatsache, dass ein Toolkit mit täglich tausend Neuinfektionen seit fast einem halben Jahr ungestört läuft. Solange die Plattformen keine verlässlichen Erkennungsmechanismen für solche JAR-Verteilungswege aufbauen, wird sich die Kurve nicht abflachen.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier. Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.