Berlin (ots) –

Deutsche Kartoffeln abgehängt – nicht gut genug zum Spargel? Teure Frühkartoffeln mit weniger Geschmack und schlechter Ökobilanz aus dem Ausland

Zum Spargel gehört die Frühkartoffel – suggeriert der Handel. Mittlerweile werden sogar „Spargel Kartoffeln“ angeboten. Frühkartoffeln zu dieser Jahreszeit stammen allerdings aus Ländern wie Zypern oder Ägypten. Sie haben nach Recherchen des rbb nicht nur eine miserable Ökobilanz, sondern fallen auch im Geschmackstest durch. Hinzu kommt: sie sind rund 60% teurer als deutsche Kartoffeln, die aus dem letzten Herbst eingelagert sind.

Die Preisspanne zwischen deutschen Winterkartoffeln und importierten Frühkartoffeln ist tatsächlich enorm, sie liegt mitunter bei 300 Prozent. Bei REWE beispielsweise bekommt man die deutsche Lagerkartoffel derzeit für 1,00 Euro pro Kilo, importierte Bio-Frühkartoffeln hingegen kosten 2,99 Euro pro Kilo.

Deutsche Kartoffelbauern ärgern sich über den massiven Import von Frühkartoffeln, auch wenn die heimischen Produkte erst Anfang Juni geerntet werden und damit für die Spargelsaison zu spät kommen. Der Trebbiner Landwirt Sebastian Klaas kritisiert im Verbrauchermagazin SUPER.MARKT: „Früher hatten wir nicht die Lagerkapazitäten, um Biokartoffeln 365 Tage im Jahr anbieten zu können. Das ist überholt, wir haben seit mehreren Jahren die Möglichkeit, Supermärkten 365 Tage im Jahr mit Biokartoffeln zu versorgen. Es ist doch völliger Wahnsinn, wir haben doch die Ware hier vor Ort. Völliger Nonsens! Und der Resourcenverbrauch ist völlig gaga.“

REWE widerspricht auf rbb-Nachfrage: „Ohne den Import aus südlicheren Ländern wie Zypern und Ägypten, aber auch Spanien, Italien und Portugal, könnten wir die sehr hohe Nachfrage unserer Kundinnen nach frischen Kartoffeln, ohne die beschriebenen Qualitätsmängel, nicht bedienen. Qualität und Kundinnenzufriedenheit stehen für REWE aber an erster Stelle.“

Die Verbraucherredaktion des rbb recherchiert auch 2500 Kilometer entfernt in Zypern, einem der Hauptanbaugebiete für Frühkartoffeln. Wegen der hohen Temperaturen wird dort sehr viel künstliche Bewässerung als in Deutschland benötigt. Da sei höchst problematisch, berichtet Landwirt Panicos Charalambous dem Kamerateam: „Wasser ist ein großes Thema in Zypern. Wir haben heute den 15. April und den letzten Regen gab es vor 2 Monaten, da können sie sich vorstellen wieviel wir hier wässern müssen. Es ist ja bekannt, dass wir in Zypern deutlich weniger Wasser haben als in vielen nordeuropäischen Ländern. Wassermangel ist eines der größten Probleme, mit denen wir als Farmer konfrontiert sind, und mit den Preisen die wir erzielen machen wir zudem kaum Gewinn, manchmal erwirtschaften wir mit unserer Arbeit überhaupt keinen Profit.“

Auch im Geschmackstest unter Spitzenköchen schneiden die Importkartoffeln schlechter ab, sie schmecken nicht so intensiv wie die heimischen. Fazit: Die deutsche Winterkartoffel ist also sehr viel besser als ihr Ruf.

Alle Details und noch mehr Infos am Montag, 22.04. um 20.15 Uhr im rbb. Und anschließend in der Mediathek, Shortlink: https://rbburl.de/fruehkartoffel

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Quelle: Presseportal