Am 12. Juni notiert SpaceX erstmals an der Nasdaq — 135 Dollar je Aktie, 555 Millionen ausgegebene Aktien, angestrebter Emissionserlös 75 Milliarden Dollar. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar würde SpaceX am ersten Handelstag zu den größten börsennotierten Unternehmen weltweit zählen. Eines der wenigen Analysehäuser, das bislang eine Fundamentalbewertung vorgelegt hat, kommt auf weniger als die Hälfte.
30 Prozent Privatanleger-Anteil — der ungewöhnlichste Teil dieses IPOs
30 Prozent der Aktien gehen an Privatanleger. Börsenüblich sind 5 bis 10 Prozent; SpaceX setzt fast das Dreifache an. Hinzu kommen bis zu 5 Prozent für Mitarbeiter und Führungskräfte — für institutionelle Investoren bleiben damit weniger als zwei Drittel.
Goldman Sachs und Morgan Stanley führen die Emission durch, zu vergleichsweise niedrigen Gebühren: unter 0,75 Prozent Provision, absolut rund 500 Millionen Dollar. Bei 75 Milliarden Emissionsvolumen ist das trotzdem eine komfortable Summe für zwei Banken.
(Elon Musk, der gleichzeitig X, xAI und Tesla-Aktionäre im Blick behalten muss, versteht Community-Management — der überdurchschnittliche Privatanleger-Anteil liest sich weniger nach Fairness und mehr nach gezieltem Fanbase-Aufbau mit Börsenpapieren.)
Was Morningstar vorrechnet: 780 statt 1.750 Milliarden
Morningstars Analyse beziffert den fairen Wert auf rund 780 Milliarden Dollar: 611 Milliarden für das Kerngeschäft, 170 Milliarden für Wachstumspotenziale. Der Emissionspreis von 135 Dollar setzt die Bewertung dagegen auf 1,75 Billionen — mehr als das Doppelte.
Das ist keine marginale Abweichung. Institutionelle Investoren haben eigene Research-Teams und kalkulieren solche Prämien ein. Privatanleger, die über den 30-Prozent-Anteil gezielt angesprochen werden, sollten wissen: Morningstar ist derzeit das einzige öffentlich zugängliche Fundamentalurteil jenseits der Emissionsbanken.
Ich halte SpaceX für eines der bemerkenswertesten Technologieunternehmen der letzten zwei Jahrzehnte — Falcon 9 und Starship sind echte Ingenieurleistungen, keine Pressemitteilungen. Ob die Bewertung von 1,75 Billionen das trägt, steht auf einem anderen Blatt. Morningstars Gegenkalkulation ist die einzige öffentlich verfügbare Fundamentalanalyse außerhalb der Emissionsbanken — wer am 12. Juni zeichnet, sollte sie kennen.


