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Sony Bravia 9 II und 7 II: Sonys erste True-RGB-Fernseher reihen sich ein

Sony bringt mit Bravia 9 II und Bravia 7 II seine ersten Fernseher mit RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung – ab 1.999 Euro für 50 Zoll. Hisense, Samsung, LG und TCL waren bei dieser Technik allerdings schneller. Spannend ist vor allem der aggressive Preis des Bravia 7 II.

Sony Bravia 9 II in 85 Zoll mit verspiegeltem Standfuß, Frontansicht aus dem offiziellen Sony-Pressbild
Bild: Sony

RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung ist das große TV-Thema 2026: Hisense brachte das erste Modell schon 2025, Samsung, LG, TCL und Philips legten in diesem Jahr nach. Jetzt zieht Sony mit dem Bravia 9 II und Bravia 7 II nach – die ersten Sony-Fernseher mit „True RGB“-Technik. Verkaufsstart ist heute, die Preise reichen von 1.999 Euro für den 50-Zoll-Bravia-7-II bis zu 24.999 Euro für die 115-Zoll-Variante des Flaggschiffs Bravia 9 II.

True RGB im Marktkontext

Die Technik dahinter ist im Prinzip simpel: Statt einer einheitlichen blauen oder weißen Hintergrundbeleuchtung, die durch eine Filterschicht zu Farbe wird, steuert „True RGB“ rote, grüne und blaue LEDs einzeln an. Das vergrößert den darstellbaren Farbraum und kann den seitlichen Betrachtungswinkel verbessern, weil die LCD-Filterstruktur weniger ins Bild eingreift. Sony spricht laut Pressemitteilung von einem im Vergleich zum eigenen Mini-LED-Flaggschiff Bravia 9 doppelt so großen Farbvolumen – und einem vierfachen Wert gegenüber dem QD-OLED-Modell Bravia 8 II.

Diese Zahlen sind Sonys eigene, eine unabhängige Messung steht aus. Spannend wird der Vergleich zur direkten Konkurrenz, denn Sony ist 2026 nicht der Pionier, als den die Pressemitteilung das Produkt verkauft. Hisense hatte 2025 mit dem 100- und 116-Zoll-UX als erster Hersteller einen RGB-LED-Fernseher im Markt, zur CES 2026 zog der Konzern mit der UR9-Serie nach. Samsung, LG, TCL und Philips haben ihre eigenen RGB-LED-Modelle in diesem Jahr ebenfalls angekündigt oder gestartet. Auffällig: Die meisten dieser Modelle nutzen Chipsätze von MediaTek – die zugrunde liegende Steuerelektronik wird also nicht in jedem Konzern von Grund auf neu entwickelt.

Bravia 9 II und 7 II: was unterschiedlich ist, was unklar bleibt

Sony Bravia 7 II in 85 Zoll mit mattem Standfuß, Frontansicht aus dem offiziellen Sony-Pressbild
Bild: Sony

Sony positioniert den Bravia 9 II als Flaggschiff mit „Luminance Booster Pro“ – mehr LEDs für mehr Spitzenhelligkeit – und einer neu entwickelten reflexionsarmen Bildschirmbeschichtung namens „Immersive Black Screen Pro“, die nur diesem Modell vorbehalten ist. Der Bravia 7 II teilt sich die True-RGB-Grundtechnik, kommt aber ohne diese Extras.

Was Sony bisher nicht offiziell mitteilt: die Anzahl der Dimming-Zonen, die Spitzenhelligkeit in Nits und die Zahl der HDMI-2.1-Anschlüsse. Notebookcheck hat im Vorfeld Leaks aufgegriffen, die für den Bravia 9 II 15.000 Dimming-Zonen und bis zu 4.000 Nits nennen, für den Bravia 7 II rund 5.100 Zonen und 2.000 bis 2.500 Nits. Bestätigt ist davon nichts. Beim Vorgänger Bravia 9 aus 2024 war die HDMI-Ausstattung mit nur zwei vollwertigen HDMI-2.1-Anschlüssen ein wiederkehrender Kritikpunkt in den Tests – ob Sony hier nachgebessert hat, lässt sich vor dem ersten Praxisbericht nicht sagen.

Auf der Audioseite gibt es nach oben gerichtete Beam-Hochtöner („Acoustic Multi-Audio+“), KI-gestützte Dialog-Hervorhebung („Voice Zoom 3″) und 3D-Surround-Upscaling. Standard im Premium-Segment 2026.

Preise im Vergleich

Sony Bravia 9 II als 65-Zoll-Modell im Wohnzimmer, offizielles Pressbild von Sony
Bild: Sony

Spannender als die nicht überraschende Tech-Beschreibung ist die Preisliste. Der Bravia 9 II startet bei 3.499 Euro für 65 Zoll und liegt damit in Schlagdistanz zu Hisenses UR9, der in derselben Größe in den USA für 3.499 USD aufgerufen wird. Deutlich darunter rangiert er gegenüber Samsungs neuem Micro-RGB-Top-Modell R95H, das in 65 Zoll mit 4.400 Euro startet. Beim 85-Zoll-Modell verschärft sich das Bild: Sony 5.099 Euro, Samsung R95H 8.900 Euro – rund 75 Prozent Aufschlag beim direkten Konkurrenten.

Beim Bravia 7 II ist die Positionierung aggressiver. Schon ab 1.999 Euro (50 Zoll) geht es los, in 65 Zoll sind 2.499 Euro fällig. Samsungs R85H, der nächstvergleichbare Micro-RGB-Einstieg, kostet in 65 Zoll 2.800 Euro. Mich überzeugt vor allem dieser Punkt: Der Bravia 7 II ist preislich der Kampfansage-Kandidat, nicht das Flaggschiff. Wer RGB-LED ohne 4.000-Euro-plus-Investment ausprobieren möchte, findet hier den ersten Mainstream-Sony für diese Technik.

Ob Sonys Werte für Farbvolumen und Helligkeit den ersten unabhängigen Tests standhalten, ist die offene Frage der nächsten Wochen. Die Hisense-UR9-Tests aus dem Frühjahr haben gezeigt, dass RGB-LED in der Praxis nicht automatisch alle Versprechen einlöst – Bildraum jenseits von P3, ja, aber auch limitierte HDMI-Bandbreite und Anschluss-Engpässe wie bei den Mini-LED-Vorgängern. Vor dem Bestellklick sollte der Tester-Konsens abgewartet werden. Die ersten Lieferungen beginnen heute, die Pressemitteilung wirbt mit einer kostenlosen Bravia Theatre Bar 7 plus Sub 7 als Bundle bis Ende Juli – der Bundle-Sweetener spricht für aggressive Verkaufsziele.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier. Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.