Mainz (ots) –

Die übermüdeten Augen vieler Staats- und Regierungschefs nach dem verkündeten Kompromiss zum Öl-Embargo verdeutlichten es: Die EU ist besorgt. Angesichts der bröckelnden Geschlossenheit. Bislang war die Einigkeit, mit der die EU Wladimir Putin entgegentrat, eine ihrer stärksten Waffen. Der russische Präsident hatte den Zusammenhalt unterschätzt, auf eine schwache Einheit gehofft. Nun hat Putin einen kleinen Sieg errungen. Die EU benötigte viel zu lange, um überhaupt ein Öl-Embargo in die Wege zu leiten. Letztlich kam eine überhastete Entscheidung heraus, die viele Lücken lässt. Zu viele Ausnahmen geschaffen hat. Putin kann sein Öl weiter strömen lassen. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass er aufgrund der Verknappung zunächst sogar die Preise erhöhen kann – und mehr Geld für seine Kriegskasse einnimmt. Womöglich kann das nach Osteuropa importierte Öl auch weiterverkauft werden. Zudem hat Putin genug Zeit erhalten, um neue Abnehmer zu finden. Langfristig werden die Vielzahl der Sanktionen dem russischen Diktator zwar schaden, die Mittel knapp. Doch das wird bis weit ins nächste Jahr dauern. Putin hat wieder einmal einen Moment zum Luftholen bekommen. Und er weiß: Die Nerven in der EU sind angespannt. Ein jeder Regierungschef steht in seinem eigenen Land unter enormen Druck, könnte schnell nervös werden. Die Europäische Union muss wieder enger zusammenrücken. Wofür sie aber kaum Zeit hat: Schließlich soll schleunigst das siebte Sanktionspaket vorbereitet werden. Und das birgt noch mehr Zündstoff: Denn ein Gas-Embargo ist aktuell kaum vorstellbar.

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