Nürnberg (ots) –

Haftbefehle gegen Mitglieder einer Schmugglerbande,
rund 385.000 Euro Einfuhrabgaben hinterzogen.

Mit gefärbten, aromatisierten Holzspänen wurden dem Zoll vermutlich 
Wiederausfuhren von zuvor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 
(VAE) beziehungsweise der Türkei importiertem Wasserpfeifentabak 
vorgetäuscht. Durch eine international agierende Gruppierung könnten 
somit Einfuhrabgaben in Höhe von bislang rund 385.000 Euro 
hinterzogen worden sein.

Am 01.05.21 nahmen Nürnberger Zollfahnder zwei wegen Verdachts des 
gewerbsmäßigen Schmuggels dringend Tatverdächtige im Alter von 44 und
55 Jahren in einer Lagerhalle bei Nürnberg fest, als sie gerade dabei
waren eine aus der Türkei angelieferte Ladung mit rund 1,6 Tonnen 
Wasserpfeifentabak gegen "Imitat-Wasserpfeifentabak" auszutauschen.

Bei dem auszutauschenden Produkt handelte es sich um Markenware, die 
zuvor aus Dubai (VAE) nach Istanbul (Türkei) verbracht wurde. Dort 
erfolgte die Verladung durch weitere Tatbeteiligte und der Transport 
mit einem Lieferwagen in einem speziellen Zollversandverfahren (T1) 
unter Verschluss (Zollplombe).

Ziel wäre eine Spedition in Mönchengladbach gewesen, wo die 
Einlagerung in ein Zolllager sowie die mutmaßliche Wiederausfuhr, 
vermutlich nach Georgien, vorgesehen war. Mit diesem Konstrukt wären 
in Deutschland dem äußeren Schein nach gar keine Einfuhrabgaben 
(Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Tabaksteuer) entstanden.

Jedoch legten die Fahrer auf dem Weg von Istanbul nach 
Mönchengladbach einen Zwischenstopp in einer angemieteten Halle in 
der Nähe von Nürnberg ein, um die Zollplombe zu manipulieren, an das 
Markenprodukt zu gelangen und durch ein in Ungarn selbst 
hergestelltes Imitat aus gefärbten, aromatisierten Holzspänen 
auszutauschen.

In der Folge hätte sich der unverzollte und unversteuerte 
Wasserpfeifentabak, die Markenware aus Dubai (VAE), für die Behörden 
unbemerkt in Deutschland befunden.

Es besteht der Verdacht, dass die 7-köpfige, international vernetzte 
Gruppierung bereits seit Mai 2020 auf diese Weise bei 
gleichgelagerten Transporten mindestens 10 Tonnen Wasserpfeifentabak 
der zollamtlichen Überwachung entzogen und dem hiesigen Schwarzmarkt 
zugeführt haben könnte. Mit dem jetzigen Aufgriff und den dabei 
angeordneten Sicherstellungen dürften somit allein in Deutschland 
rund 385.000 Euro Einfuhrabgaben nachzufordern sein.

Die Festnahmen in Deutschland, die Sicherstellung von zwei 
Tatfahrzeugen, zwei Tonnen Wasserpfeifentabak (Markenware) und gut 
fünf Tonnen Imitat sowie 13.000 Euro Bargeld fand unter der 
Koordination von EUROPOL sowie in enger Zusammenarbeit mit der 
ungarischen Zoll- und Steuerbehörde NTCA (National Tax and Customs 
Administration) statt. Am Tag der Festnahmen kam es zudem zu 
Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumen in Nürnberg und mit 
Unterstützung von Kräften des Zollfahndungsamtes Essen in 
Nordrhein-Westfalen.

Im wechselseitigen Nachrichtenaustausch mit EUROPOL bzw. der 
ungarischen Zoll- und Steuerbehörde (NTCA) wurde mittlerweile 
bekannt, dass es bei den ebenfalls am 01.05.2021 in Ungarn 
durchgeführten Maßnahmen zur Festnahme eines weiteren Tatbeteiligten 
und der Sicherstellung umfangreicher Beweismittel kam. Die Behörden 
gehen derzeit davon aus, dass dort die Produktionsstätte für den 
"Imitat-Wasserpfeifentabak" gelegen habe und mindestens 20 Tonnen des
Imitats hergestellt worden sein könnten. Aufgrund dieser Erkenntnisse
sollen lt. EUROPOL allein in Ungarn 1,8 Millionen Euro Steuern 
nachzufordern sein.

Die unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und 
gemeinsam mit der ungarischen NTCA sowie EUROPOL geführten 
Ermittlungen dauern an. 

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Christian Schüttenkopf
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Quelle: Presseportal