Bonn/Berlin (ots) –

Die Wehrbeauftrage des deutschen Bundestages, Eva Högl (SPD), fordert als Konsequenz aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, die Ziele laufender Auslands-Einsätze zu hinterfragen. „Der Mali-Einsatz muss noch einmal genau analysiert werden, wir müssen schauen, welche Ziele wir dort verfolgen, wie die Zusammenarbeit mit der dortigen Regierung ist, mit welchen internationalen Partnern wir agieren und vor allen Dingen auch, was unsere Soldatinnen und Soldaten dort leisten sollen“, sagte Högl im phoenix-Interview. Nach den Erfahrungen, die man in Afghanistan gemacht habe, gelte dies besonders für die EUTM-Ausbildungsmission. „Die Soldatinnen und Soldaten fragen sich, ob das, was sie dort leisten, die Ausbildung der Sicherheitskräfte in Mali und auch Niger, ob das tatsächlich trägt. Denn sie haben in Afghanistan die Erfahrung gemacht, dass die Ausbildung eben nicht nachhaltig war, und deswegen müssen wir auch darüber sprechen“, so Högl.

Gleichzeitig betont die Wehrbeauftragte, der Einsatz in Afghanistan sei nicht sinnlos gewesen. „In den letzten 20 Jahren ist in Afghanistan etwas aufgebaut worden, dort konnten Freiheitsrechte ermöglicht, vorsichtig Demokratie und Rechtsstaat aufgebaut und in die Bildung investiert werden. Wenn das gescheitert ist, dann lag das nicht am Einsatz unserer Soldatinnen und Soldaten“, so Högl. Diese hätten dort „alles gegeben“ und stellten sich nun natürlich die Sinnfrage. Darum brauche es in der kommenden Legislaturperiode eine gründliche und sorgfältige Evaluierung des Einsatzes durch eine Enquete-Kommission.

Das ganze Interview können Sie sehen unter: https://youtu.be/fAyXDzXqPxc

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