Essen (ots) – Führende NRW-Politiker von SPD und Grünen befürchten, dass sich die Corona-Lage wegen der umfangreichen Lockerungen bald wieder verschlimmern könnte. Laut NRW-SPD-Chef Thomas Kutschaty ist man in NRW zwar inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem sich viele Freiheitsbeschränkungen nicht mehr rechtfertigen ließen. Er schränkte aber gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Freitagsausgabe) ein: „Gleichwohl halte ich den Umfang der Lockerungen in diesem Maße noch für verfrüht. Wir können die Auswirkungen der Delta-Variante noch nicht wirklich abschätzen. Vor allem für die noch nicht geschützten Kinder sollten wir weiterhin große Vorsicht walten lassen. Daher kann ich nur an alle appellieren, so sorgsam wie möglich mit den neuen Möglichkeiten umzugehen.“ Gerade jetzt, wo eine Art Impfmüdigkeit um sich zu greifen scheine, sei das „zurzeit noch nicht das richtige Signal“, so der SPD-Politiker.

Ähnlich skeptisch kommentierte der Grünen-Landesvorsitzende Felix Banaszak gegenüber der WAZ die Lockerungs-Entscheidungen der Landesregierung: „Ich habe Zweifel, ob es klug ist, in diese Lage hinein derart umfänglich zu lockern. Woher die Idee kommt, erst dann zu reagieren, wenn die Inzidenz über acht Tage hinweg steigt, ist mir ein Rätsel. Die zentrale Erkenntnis der letzten 15 Monate ist doch, dass es immer klüger ist, rechtzeitig und nicht erst verspätet Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen“, so der Politiker. Die Gefahr einer vierten Welle sei real, erklärte Banaszak. „Angesichts dieser Situation den Menschen zu erzählen, das Leben finde ab sofort wieder im Normalmodus statt, halten wir für verfrüht.“

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