Frankfurt (ots) – Trotz der Kursstürze populärer Cyberdevisen ist es zu früh, um Abgesänge auf die Kryptowelt anzustimmen. Dies soll nicht bedeuten, dass die Abkehr Elon Musks und des von ihm geführten E-Autobauers Tesla, die mit ihrem Engagement entscheidend zur Bitcoin-Rally beigetragen haben, keinen Grund zur Sorge darstellt. Doch zumindest die Argumente, mit denen Musk den Entzug seiner Unterstützung für die Kryptowährung begründet, sind nicht wirklich stichhaltig.

Der streitbare Milliardär hatte auf Sorgen bezüglich des hohen Stromverbrauchs von Bitcoin-Mining verwiesen. Allerdings werden Marktstrategen nicht müde zu betonen, dass der absolute Großteil des neuen Krypto-Angebots über erneuerbare Energien generiert wird. Damit sind Ressourcenkonflikte zwar nicht ausgeschlossen. Für andere institutionelle Investoren, die ein Krypto-Engagement aus Nachhaltigkeitsbedenken scheuen, ist diese Information aber trotzdem wichtig. Für sie gilt es, das Ökosystem der Cyberdevisen differenzierter zu betrachten, als es Musk, der das Segment vor allem als Spielwiese für sein Ego zu sehen scheint, tut.

Auch dass sich China erneut gegen Kryptowährungen positioniert hat, bietet noch keinen Anlass zur Hysterie. Natürlich kommt der Druck aus dem Reich der Mitte für Bitcoin & Co. zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Und dass Investoren nervös wurden, als Bitcoin am Mittwoch in der Folge zeitweise unter die Marke von 31 000 Dollar abrutschte, ist ihnen nicht zu verdenken. Allerdings ist die Abneigung Pekings gegen Kryptowährungen kein neues Phänomen; die chinesischen Kryptobörsen sind schon seit Jahren vom Festland verbannt.

Ohnehin müssen Anleger am Kryptomarkt mit hoher Volatilität und heftigen Rückschlägen rechnen. Auch im vergangenen Frühjahr halbierte Bitcoin im Zuge des allgemeinen Corona-Marktcrashs zwischen Anfang Februar und Mitte März seinen Wert. Die Rekordfahrt, in deren Verlauf die Cyberdevise im April des laufenden Jahres auf nahezu 65 000 Dollar kletterte, hielten damals wohl nur die kühnsten Beobachter für möglich.

Angesichts der Historie erscheint es nicht ausgeschlossen, dass Marktteilnehmer die aktuellen Kursrücksetzer in der Retrospektive als gute Einstiegsgelegenheiten beurteilen werden – vor allem, wenn die Preisniveaus infolge der aufgestauten Konsumentennachfrage und der Angebotsverknappung in vielen Branchen rasant weiter steigen. Denn in Zeiten hoher Inflation könnten zentralbankunabhängige Kryptowährungen noch äußerst attraktiv werden.

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