Frankfurter Rundschau (ots) –

Was da von (ehedem) höchster kirchlicher Stelle mehr als 20 Jahre nach den ersten großen Skandalwellen und ungezählten Analysen zum Problem des Missbrauchs festgestellt wird, kann als Dementi für alles gelesen werden, was die römische Kirchenleitung in den Jahren unter Benedikt XVI. zur Selbstreinigung und zur Prävention zu unternehmen behauptete. Joseph Ratzinger versetzt in einem fast jämmerlich zu nennenden Versuch der Selbstexkulpation sich selbst und seiner Kirche einen Vernichtungsschlag. „Nicht einen Gerechten“ habe es in München gegeben, mussten die Gutachter im Rückblick auf mehr als 70 Jahre Bistumsgeschichte seit 1945 feststellen. Allerdings war auch die bayerische Justiz offenkundig nicht gerade willens dazu. Man kann mit Fug und Recht von einem behördlich-klerikalen Komplex sprechen. Deshalb wäre es falsch, die Schuld einzig und allein bei einer Handvoll hochrangiger Kleriker abzuladen. Die notwendige Aufarbeitung muss viel weiter gehen.

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