Eschborn (ots) – Die deutsche Wirtschaft will für Cloud-Dienste in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 20 Prozent mehr Geld ausgeben als noch 2020. Zwei Trends sind dafür verantwortlich. Einerseits arbeiten immer mehr Beschäftigte, auch wegen der anhaltenden Corona-Pandemie, von zu Hause. Andererseits bieten viele Hersteller ihre Software nur noch online an. Doch die Cloud wächst inzwischen schneller als sich die Systeme absichern lassen. Cyber-Angriffe, wie jüngst auf die Schul-Clouds, kommen auch auf die Unternehmen zu, warnt die Business- und IT-Beratung Senacor.

Eine der häufigsten Cloud-Attacken zielt darauf ab, den angegriffenen Dienst durch sehr viele Anfragen in kürzester Zeit zu überlasten. Betroffene Systeme lassen sich meist gar nicht mehr oder nur mit sehr langen Ladezeiten aufrufen. Fast immer schlagen die Angreifer aus dem Ausland zu, wie bei der Schul-Cloud in Brandenburg. Sie steuern die massenhaften Anfragen über verteilte Rechner (Distributed Denial of Service), um Cloud-Dienste zu sabotieren. „Wer sich DDoS-Attacken schützen will, braucht Software, die Muster erkennen kann und gleich reagiert“, sagt Tobias Hödtke, Managing Director bei Senacor. „Bei einem Angriff geht es vor allem darum, die wichtigen Systeme zu erhalten und weniger wichtige abschalten zu können.“

Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichten wie Schulen, müssen ihren Datenverkehr überwachen, damit auffällige Aktivitäten schneller auffliegen. Banken weisen ihre Kunden beispielsweise per SMS darauf hin, wenn ihre Kreditkarte plötzlich in einem anderen Land dazu benutzt wird, um etwas zu bezahlen. Betroffene können anschließend widersprechen, doch Cyber-Angriffe lassen sich nicht so leicht wieder heilen. Wenn wichtige IT-Systeme ausfallen, verlieren die Unternehmen bares Geld. „Jede Stunde Stillstand zieht leicht Kosten im fünfstelligen Bereich oder mehr nach sich“, weiß Hödtke. „Solange die Kunden auf meiner Webseite noch bestellen können, ist es nicht so schlimm, wenn die Top-10-Liste ausfällt.“

Immer häufiger versuchen Angreifer auch direkt in die Cloud-Systeme einzudringen, statt sie nur lahmzulegen. Erbeutete Passwörter, gestohlene Identitäten oder kompromittierte Zugänge stellen eine weitere Gefahr dar, gegen die sich Unternehmen schützen müssen. Anderenfalls drohen beispielsweise geheime Daten abzufließen. IBM beziffert die zu erwartenden Kosten, falls so ein Angriff gelingt, auf mehrere Mio. Euro. In Branchen wie Finanzen, IT oder Industrie liegen die möglichen Schäden besonders hoch. „Selbst wer sich korrekt anmeldet, kann ein Betrüger sein“, warnt Hödtke. „Moderne Cloud-Systeme vertrauen nichts und niemandem, um Betrugsversuche zu erkennen. Diese Systeme bauen auf dem Prinzip von Zero Trust auf und müssen merken, wenn sich etwa der Chef auf einmal aus einem Café am Strand einloggt, statt von zu Hause oder im Büro.“

Die Cloud stellt die bisherigen Ideen, was sichere IT-Systeme ausmacht, auf den Kopf. Bis jetzt läuft die Software in vielen Unternehmen auf nach außen gesicherten Rechnern. Zugang bekommt, wer das richtige Passwort nennt und über die nötigen Rechte verfügt. Doch diese Denke ist überholt. „Heute reicht es nicht mehr aus, wie bei einer Burg einen sicheren Graben um die IT herum zu ziehen“, erklärt Tobias Hödtke. „Jede einzelne Komponente der IT muss sicher sein und über eine eigene Alarmanlage verfügen.“

Über Senacor Technologies

Senacor ist ein unabhängiges Dienstleistungsunternehmen für Business-IT-Transformation, das als strategischer Partner für Marktführer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Mehrwert durch Technologie schafft. Von den 550 Mitarbeitern arbeiten 280 als Berater, Projektleiter und Analysten zusammen mit 200 Software-Entwicklern daran, IT-Landschaften von großen Unternehmen aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Automotive, Logistik und öffentlicher Verwaltung umzubauen und digitale Plattformen von der Konzeption über Planung und Steuerung bis hin zur Umsetzung aufzubauen. Derzeit erzielt Senacor einen Jahresumsatz von 146 Mio. Euro (2019) mit Standorten in Deutschland und Österreich sowie einem Nearshore-Entwicklungszentrum in der Slowakei.

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