Mainz (ots) –

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht: Die vom französischen Präsidenten 2019 noch für „hirntot“ erklärte Nato erweist sich als quicklebendiges Sicherheits- und Wertebündnis. Das wichtigste Mitglied ist wieder mit voller Energie dabei: US-Präsident Joe Bidens Bekenntnis zur nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft ist unterfüttert mit der Ankündigung, die Truppenpräsenz in Europa wieder zu erhöhen – welch ein Unterschied zu seinem Vorgänger Donald Trump. Das alles haben wir – so zynisch es klingen mag – dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verdanken. Mag er auf den ukrainischen Schlachtfeldern weitere Erfolge erzielen, der Nato-Gipfel in Madrid mit seinen weitreichenden Beschlüssen ist der Beweis, dass Putins Strategie, den Westen zu überrumpeln und zu spalten, gescheitert ist. Um im Bilde Macrons zu bleiben: Putins Überfall auf die Ukraine war der Stromstoß, der der siechen Nato neues Leben eingehaucht hat. Noch steht die massive Aufstockung der schnellen Eingreiftruppe nur auf dem Papier, aber sie wird kommen. Bald schon werden Finnland und Schweden als neue Mitglieder die Nordostflanke verstärken. Zugleich wird Russland nun als „größte und unmittelbarste Bedrohung für die Sicherheit der Verbündeten“ bezeichnet. Wie im Kalten Krieg stehen sich wieder zwei Blöcke feindlich gegenüber. Das ist eine dramatische Wende, die Gefahren für den Frieden mit sich bringt, immense Kosten verursacht – und dennoch unvermeidlich ist. Biden bringt es auf den Punkt: „Putin wollte die Finnlandisierung Europas. Er wird die Natoisierung Europa bekommen.“

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