Berlin (ots) –

Versorgung schwerkranker Patientinnen und Patienten in Gefahr / Ganz Europa, auch Deutschland, muss mehr tun / Mehr Verständnis für die Bedeutung und Herstellung von Plasmapräparaten notwendig / Neue Infografik macht Problematik anschaulich

Ohne Medikamente aus Blutplasma können Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen oder auch schweren Verletzungen nicht überleben. Sie sind darauf angewiesen, dass gesunde Menschen Plasma spenden. Die Internationale Woche der Plasmaspende soll das weltweite Bewusstsein für die enorme Bedeutung der Plasmaspende schärfen und das Verständnis für lebensrettende Therapien mit Plasmapräparaten verbessern. Die „Internationale Woche der Plasmaspende“ findet dieses Jahr vom 4. bis 8. Oktober statt. Die Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e. V. (PPTA) nimmt diese Woche zum Anlass, auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, vor denen Patienten, die auf Plasmapräparate angewiesen sind, aktuell stehen. „Am gravierendsten ist dabei die Plasmaknappheit und die Abhängigkeit von Plasmalieferungen aus den USA“, stellt Dr. Frank Velte von der PPTA fest. „Hier müssen wir gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen eine europäische Lösung finden.“ Die PPTA setzt sich dafür ein, dass Patientinnen und Patienten weltweit Zugang zu sicheren und wirksamen Plasmapräparaten erhalten.

Plasma – der gelbliche, flüssige Teil des Blutes – enthält Proteine, die für wichtige Funktionen im menschlichen Körper notwendig sind, z. B. Antikörper zur Bekämpfung von Krankheiten und Gerinnungsfaktoren zur Regulierung von Blutungen. Wenn man nicht genug von diesen Proteinen im Blut hat, kann der Körper viele lebenswichtige Funktionen nicht erfüllen, was zu einer Reihe von chronischen und lebensbedrohlichen Krankheiten führen kann.

Die Plasmaspende erfordert ein hohes Engagement der Spender, da sie mehr als eine Stunde pro Spende in Anspruch nehmen kann, und eine Plasmaspende kann häufiger durchgeführt werden als eine Blutspende. Grundlage für eine sichere Versorgung mit Plasmapräparaten sind viele gesunden Spender, die regelmäßig Plasma spenden.

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Plasmaspende sind auch in diesem Jahr zu spüren. So ist in den USA die durchschnittliche Zahl der Plasmaspenden pro Zentrum in den ersten Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um etwa 11 % gesunken, was den Rückgang der Spenden im Jahr 2020 um fast 20 % im Vergleich zu 2019 weiter verschärft. Dies ist auch bei uns von Bedeutung, da die Europäische Union 28 % ihres Bedarfs an Plasma für die Herstellung von Immunglobulinen aus den USA importieren muss, weil in Europa nicht genügend Plasma gespendet wird. In Anbetracht der komplexen Herstellung von Plasmapräparaten, die 7-12 Monate dauern kann, kann jeder Rückgang der Plasmaspenden die Verfügbarkeit von Plasmapräparaten beeinträchtigen und letztendlich die Gesundheit der Patienten oder sogar ihr Leben gefährden. Insbesondere sind Immunglobuline, also Medikamente, die Antikörper aus dem gespendeten Plasma zur Abwehr von Infektionen enthalten, aktuell nur begrenzt verfügbar.

„Wir müssen sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten in Europa zuverlässig mit Plasmaprodukten versorgt werden können“, betont Frank Velte. Wegen verbesserter Diagnostik steigt der Bedarf an Plasmapräparaten, immer mehr Patientinnen und Patienten kann mit Plasmapräparaten geholfen werden. „Für eine gesicherte Versorgung müssen Ärzten und Patienten alle Immunglobulinpräparate zur Verfügung stehen. Es darf keine Einschränkung der Auswahl aus wirtschaftlichen Gründen geben“, ergänzt er.

Die PPTA hat ihre Forderungen in einem interaktiven PDF zusammengefasst, die sie zur Internationalen Woche der Plasmaspende zum Download anbietet: www.pptadeutschland.de.

Weitergehende Informationen zum Thema finden Sie in der Publikation Rahmenbedingungen für eine gesicherte Plasmaversorgung, erschienen in der Reihe iX-Forum – Gesundheitspolitik in der Diskussion

Über die PPTA

Die Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA – www.pptaglobal.org) ist ein globaler Branchenverband mit Niederlassungen in Brüssel und Berlin (www.pptadeutschland.org) und ist die Interessenvertretung der privaten Hersteller von plasmatischen Arzneimitteln und deren rekombinanter Analoga. Sie vertritt in Deutschland fünf Mitgliedsunternehmen sowie über 80 privatwirtschaftliche Plasmaspendezentren. Mehr als 80 Prozent der Plasmapräparate weltweit werden von PPTA-Mitgliedsfirmen hergestellt.

Pressekontakt:

Katja Ebert
PPTA Deutschland e.V.
c/o Ballcom Digital Public Relations
Frankfurter Straße 20
63150 Heusenstamm
Tel.: +49 6104 6698-259
E-Mail: ke@ballcom.de

Original-Content von: PPTA Deutschland e.V. übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal