Landkreis Osterholz (ots) – Die Unfallkommission im Landkreis Osterholz ist zu ihrer diesjährigen Sitzung zusammengekommen, um sich mit erkannten Unfallhäufungsstellen und Möglichkeiten einer sichereren Gestaltung für alle Verkehrsteilnehmenden zu befassen.

Unter Leitung von Stephan Meier, Sachbearbeiter Einsatz und Verkehr der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, tagte das 11-köpfige Gremium mit Teilnehmenden von Landkreis, Gemeinden und Landesstraßenbaubehörde unter Beachtung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen im großen Sitzungssaal des Landkreises Osterholz.

Das Gremium befasst sich jährlich mit erkannten Unfallhäufungsstellen, um an diesen die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Im vergangenen Jahr konnte die Kommission allerdings aufgrund der Corona-Lage nicht stattfinden. Die Kommission setzt sich neben der Polizei aus Vertreterinnen und Vertretern der Straßenverkehrsbehörde aus dem Landkreis Osterholz, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Straßen- und Autobahnmeistereien und der entsprechenden Ämter des Landkreises Osterholz und der Stadt Osterholz-Scharmbeck zusammen. Auch die Gemeinden, in deren Bereichen sich Unfallhäufungsstellen befinden, sind Teil der Expertenrunde.

Insgesamt standen Herausforderungen und Lösungen von 15 Unfallhäufungsstellen auf der Tagesordnung, die sich aus dem Unfallgeschehen der Jahre 2018 bis 2020 ergaben. Eine Unfallhäufungsstelle liegt beispielsweise vor, wenn sich an einer Örtlichkeit mindestens fünf Verkehrsunfälle mit verletzten Personen innerhalb der zurückliegenden drei Jahre ereigneten.

In 11 dieser Fälle konnten konkrete Maßnahmen beschlossen werden. Bei drei Örtlichkeiten sind weitere Beobachtungen nötig, hier ließen die einzelnen Unfälle und ihre Ursachen an diesen Stellen keine klaren Lösungsmöglichkeiten für eine höhere Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmenden erkennen. Von den gefassten Beschlüssen des Gremiums können einige bereits in Kürze umgesetzt werden:

Im Bereich Osterholz-Scharmbeck wurde unter anderem die Auffahrt zur Bundesstraße 74 im Ortsteil Buschhausen betrachtet. An dieser Auffahrt kommt es regelmäßig zu Auffahrunfällen, bei denen häufig Personen verletzt werden. So wurden in den Jahren 2018 bis 2020 11 Verkehrsunfälle mit Verletzten verzeichnet. Die Kommission beschloss an dieser Stelle die Prüfung baulicher Maßnahmen in Bezug auf die Sichtverhältnisse im Auffahrtsbereich.

In Lilienthal musste an der Einmündung Heidberger Straße / Alte Reihe ebenfalls eine Unfallhäufungsstelle festgestellt werden. Es verunglückten hier überwiegend Radfahrende, die trotz ihres Vorfahrtsrechts übersehen und angefahren wurden. In den Jahren 2018 bis 2020 wurden dort insgesamt sieben Verkehrsunfälle mit verletzten Personen festgestellt. Darunter befanden sich fünf Radfahrende und 1 Motorradfahrer. Die Kommission beschloss das Auftragen einer Rotmarkierung in der Radfahrerfurt sowie das zusätzliche Aufbringen von Fahrradpiktogrammen. Darüber hinaus wird die Beseitigung vorhandener Sichtprobleme geprüft.

Zu vermehrten Vorfahrtsunfällen mit verletzten Personen kam es in Ritterhude im Kreuzungsbereich Ihlpoler Heerstraße / Heidkamp bei Dunkelheit und deaktivierter Ampelanlage. Daher wurde beschlossen, die Lichtsignalanlage dauerhaft geschaltet zu lassen.

Im Kreuzungsbereich Ihlpohler Heerstraße / An der Ihle, der sich ebenfalls in Ritterhude befindet, wurden unter anderem vier Verkehrsteilnehmende verletzt, die aufgrund von Rotlichtmissachtungen in Verkehrsunfälle verwickelt wurden. Daher wurde eine verstärkte polizeiliche Rotlichtüberwachung vereinbart. Neben der Ahndung von Rotlichtverstößen soll das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden beobachtet werden, um die Ursachen der vermehrten Rotlichtfahrten zu erheben.

Als ein sehr positives Beispiel konnte rückblickend der Kreuzungsbereich Kreisstraße 8 / Kreisstraße 9 dargestellt werden, der jahrelang die Kriterien einer Unfallhäufungsstelle erfüllte. Im Jahr 2020 wurde diese Kreuzung mittels Ampel vollautomatisch und durchgehend signalisiert. Im Ergebnis wurde seit dem 03.03.2020 kein einziger Unfall mehr polizeilich an dieser ehemaligen Gefahrenstelle registriert.

Die jeweils zuständigen Fachbehörden werden die beschlossenen Maßnahmen nun umsetzen oder eine Umsetzung im Detail prüfen. Die Polizei Osterholz wird an den erkannten Unfallhäufungsstellen eine verstärkte Verkehrsüberwachung durchführen, um die Verkehrsteilnehmenden für die Gefahrenpunkte zu sensibilisieren und neue Anhaltspunkte für die nächste Unfallkommission zu gewinnen.

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Quelle: Presseportal