Ulm (ots) – Wegen des Verdachts des bandenmäßigen Computerbetrugs ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei derzeit gegen fünf Männer und eine Frau. Ihnen wird vorgeworfen, Zugänge für Streamingdienste im Internet verkauft zu haben, ohne dass die Inhaber der Rechte dem zugestimmt hätten.

Den Stein ins Rollen brachte eine Anzeige bereits Anfang 2019. Demnach war der Anzeigeerstatter in sozialen Medien auf Anzeigen aufmerksam geworden, in denen Zugänge für Streamingdienste gegen eine deutlich geringere Gebühr als normalerweise üblich angeboten wurden. Das wurde er der Polizei mitgeteilt, die sofort die umfangreichen Ermittlungen aufnahm.
Ersten Erkenntnissen zufolge soll ein 31-Jähriger die Anzeige geschaltet und die Zugänge an Interessenten verkauft haben. Die Abonnenten konnten dann Filme, Serien und andere Darstellungen verschiedener Anbieter zu deutlich geringeren Gebühren nutzen. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 31-Jährige nach derzeitigen Erkenntnissen nicht nur von seiner 32 Jahre alten Ehefrau, sondern auch von vier weiteren Tatverdächtigen im Alter zwischen 28 und 36 Jahren aus den Großräumen Bielefeld und Duisburg (NRW) unterstützt worden sein soll. Die eingenommenen „Gebühren“ sollen die sechs Tatverdächtigen für sich behalten haben.
Für Ihre Daten sollen die Täter weltweit verschiedene Server angemietet haben, um die Datenmenge an Filmmaterial vorrätig halten zu können.
Mitte Juni durchsuchte die Polizei die Wohnungen der sechs Tatverdächtigen im östlichen Landkreis Alb-Donau sowie in den Großräumen Bielefeld und Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Dabei beschlagnahmten sie umfangreiches Beweismaterial wie Computer und verschiedene Speichermedien.
Die ersten Auswertungen geben Hinweise darauf, dass die sechs Tatverdächtigen bei ihren Taten von mehr als 100 weiteren Tatverdächtigen im gesamten Bundesgebiet unterstützt worden sein dürften.
Die Ermittlungen zu den Tatbeiträgen der einzelnen Tatverdächtigen, den Abnehmern und der Schadenshöhe sowie die weiteren Auswertungen dauern an.
Die Verdächtigen befinden sich derzeit auf freiem Fuß.

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