Bad Neuenahr-Ahrweiler (ots) – Polizeipräsident Karlheinz Maron ernannte Ersten Polizeihauptkommissar (EPHK) Joachim Pinger zum Leiter der Polizeiinspektion (PI) in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Er tritt damit zum 1. März die Nachfolge von EPHK Gerhard Engel an, der in Ruhestand ging. Nahezu lautlos erfolgt die „Übergabe der Amtsgeschäfte“. Die übliche öffentliche Amtsübergabe, die nicht zuletzt auch das Ziel verfolgt, den scheidenden Inspektionsleiter gebührend für seine Leistungen zu würdigen und den neuen Polizeichef der Öffentlichkeit mit einem Schlag bekannt zu machen, fällt wegen Corona aus. Aus diesem Grund portraitieren wir Ihnen den „Neuen“ deutlich ausführlicher.
Der 58-jährige EPHK Joachim Pinger hat zwei erwachsene Kinder, eine 26jährige Tochter und einen 23jährigen Sohn und lebt Mayen. Nach einer Lehre zum Maschinenbauer begann er am 02. Februar 1981 als Polizeiwachtmeister seine Ausbildung bei der Polizei in Rheinland-Pfalz. Von Oktober 1987 bis Juni 1989 absolvierte er die Ausbildung bei der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Koblenz. Nach dem Studium an der Hochschule der Polizei (1990 – 1993) verrichtete er ab Februar 1993 als junger Kriminalkommissar seinen Dienst beim Kriminalkommissariat Bendorf, dem Kriminalkommissariat Kruft und nach dessen Auflösung bei der Kriminaldirektion Koblenz. Seit Sommer 1996 war er Angehöriger der Kriminalinspektion Mayen. Dort wurde Joachim Pinger 2002 Leiter des damaligen Umweltkommissariats. Von 2006 bis April 2019 leitete er das Rauschgiftkommissariat und seit April 2019 war er Leiter des Kommissariats Sexualdelikte, Gewalt gegen Frauen und Kinder.
Der Führungsbeamte freut sich auf seine neue Tätigkeit und möchte die äußerst erfolgreiche Arbeit seines Amtsvorgängers fortsetzen. Dass er als langjähriger Kriminalbeamter dafür erst einmal zur „Kleiderkammer“ fahren musste, um sich eine Uniform zu besorgen, war dabei ebenso kein Problem wie, dass er jetzt Erster Polizeihauptkommissar und nicht mehr Erster Kriminalhauptkommissar ist:
„Ich freue mich, dass ich in meiner vermutlich letzten beruflichen Station zurück zu meinen Wurzeln kehre. In meiner ganzen Zeit bei der Kripo hatte ich ein enges Verhältnis zur Schutzpolizei. Und jetzt darf ich eine leistungsstarke und lebendige Polizeiinspektion leiten“, so Joachim Pinger mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Um mehr über den neuen Polizeichef zu erfahren, hat die Presseverantwortliche der Polizeidirektion Mayen, Eva Haimann, mit ihm ein Kurzinterview geführt:

Was wollen Sie erreichen, welche Ziele haben Sie?
Neben der Steigerung der Kriminalitätsbekämpfung, Erhöhung der Verkehrssicherheit und der wichtigen Prävention in diesen Bereichen ist mir die Bürgernähe besonders wichtig. Wir als Polizei wollen für die Bürgerinnen und Bürger da sein, Präsenz zeigen und vor allem mit der Bevölkerung reden. So können wir das Vertrauen in die Polizei erhalten und das Sicherheitsgefühl stärken.
Was können Ihre neuen Mitarbeiter von Ihnen erwarten?
Ich werde im Wesentlichen die kooperative Linie meines Vorgängers fortführen, inhaltlich möchte ich zudem neue Akzente setzen. Zur Erreichung der vereinbarten Ziele werde ich die Dienststelle mit Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in meinen Entscheidungen transparent und als Vorbild leiten. Die Motivation und Entwicklung meiner Kolleginnen und Kollegen sind mir dabei sehr wichtig. Besonders am Herzen liegen mir die Gesundheit und Zufriedenheit der Beschäftigten. Demografisch wird sich der Personalkörper der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler in den nächsten Jahren verjüngen. Dies kommt durch hohe Pensionierungszahlen und nachrückende junge Beamtinnen und Beamte. Hier werde ich mit meinem Stellvertreter und den Dienstgruppenleitern dafür sorgen, dass das Fach- und Erfahrungswissen rechtzeitig an die jungen Kollegen vermittelt wird.
Was können die Behörden und die Bürgerinnen und Bürger von Ihnen erwarten?
Ich bin offen, ehrlich und man kann mir vertrauen. Für die Behörden und die Bürgerinnen und Bürger habe ich immer ein offenes Ohr, meine Tür steht immer offen und ich werde mich ihrer Probleme annehmen.
Die Zusammenarbeit mit der kommunalen Familie wird weiterhin eng und vertrauensvoll sein. Insbesondere bei den aktuellen Herausforderungen, der derzeitigen Corona-Krise und der im nächsten Jahr anstehenden Landesgartenschau, werden wir im engen Schulterschluss zusammenarbeiten. Auf diese Kooperation freue ich mich.
Leider konnten die Vertreter der kommunalen Behörden nicht persönlich bei meiner Amtseinführung anwesend sein. Wir werden uns aber in den nächsten Wochen im persönlichen Gespräch näher kennenlernen und besprechen, wie wir weiterhin voneinander partizipieren können.
In Zeiten von Corona müssen Geschäfte, Restaurants, Hotels, kulturelle Einrichtungen und Veranstalter sowie die Winzer erhebliche Einbußen bei den Einnahmen hinnehmen. Auch die traditionellen Weinfeste, die Mehreinnahmen für die Region bedeuten, konnten im letzten Jahr nicht stattfinden. Wenn diese Feste wieder durchgeführt werden können, werden wir als Polizei die Gemeinden bei der Durchführung besonders unterstützen und für Sicherheit sorgen, insbesondere in Bezug auf die Einhaltung weiterhin vorhandener Vorgaben zum Schutz gegen das Corona-Virus.
Wie können Sie als Kriminalbeamter Ihr Wissen und Ihre Erfahrung in der Kriminalitätsbekämpfung in eine Polizeiinspektion einbringen?
Ich freue mich, wieder zu den Wurzeln zurückzukehren. Als Kommissariatsleiter habe ich immer eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Schutzpolizei zusammengearbeitet, insofern ist mir die Arbeit der Schutzpolizei nach wie vor vertraut. Meine Erfahrungen als Kriminalbeamter werde ich in die Kriminalitätsbekämpfung, die ja auch durch die Schutzpolizei erfolgt, einbringen, aber auch die Verkehrssicherheit und insbesondere die Prävention als vornehmste Aufgabe der Polizei liegen mir besonders am Herzen und werden Schwerpunkte meiner Arbeit sein. Zu nennen sind hier insbesondere die Verhinderung und Bekämpfung der Tageswohnungseinbrüche sowie der Betrugsstraftaten wie „Enkeltrick“ und „falsche Polizeibeamte“ als primäre Aufgaben, wobei wir hier eng mit der Kriminalinspektion Mayen zusammenarbeiten.
Bei der Verhinderung von Tageswohnungseinbrüchen ist das Engagement der Bürgerinitiative in der Grafschaft positiv zu sehen, durch deren Aktivitäten die Anwohnerinnen und Anwohner sensibilisiert und wertvolle Hinweise für die Polizei gewonnen werden. Eine wachsame Nachbarschaft ist ein Erfolgsrezept, das zu einem Rückgang dieser Straftaten in der Grafschaft geführt hat.
Mit EPHK Gerhard Engel verlässt ein Vollblutpolizist nach 40 Jahren die Polizei Rheinland-Pfalz
Der 62-jährige Wassenacher blickt auf eine rund 30-jährige Führungskarriere zurück. EPHK Gerhard Engel wurde 1981 in die Polizei Rheinland-Pfalz eingestellt. Nach der Ausbildung und einer Verwendung bei der Bereitschaftspolizei in Mainz wechselte er 1985 zur damaligen Schutzpolizeiinspektion Remagen. Von 1988 bis 1991 absolvierte er das Studium an der heutigen Hochschule der Polizei und erhielt in der Folge 1991 seine erste Führungsfunktion als Dienstgruppenleiter (DGL) bei der PI Neuwied und begann seine Führungskarriere in der Polizei Rheinland-Pfalz. Nachdem er von 2000 bis 2002 eine weitere DGL – Funktion bei der Polizeiinspektion Remagen hatte, stieg er kommissarisch in die Funktion des stellvertretenden Inspektionsleiters bei der PI Mayen auf. Von 2005 bis 2014 folgte die stellvertretende Leitung der PI Neuwied. Vom 01.04.2014 bis heute leitete EPHK Gerhard Engel die PI Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Auch Gerhard Engel hat Fragen von Eva Haimann beantwortet:
Warum sind Sie zur Polizei gegangen?
Weil ich einen abwechslungsreichen Beruf gesucht habe, der gleichzeitig Sicherheit gibt. Und weil ich immer noch an Gerechtigkeit glaube.
Wie wirkt der Abschied auf Sie?
Der Abschied fällt mir natürlich besonders schwer, da ich nicht nur die PI Bad Neuenahr verlasse, sondern auch nach über 40 Jahren in den Ruhestand gehe. In dieser traditionsbewussten Region mit einer wunderschönen Landschaft kann man sich einfach nur wohlfühlen.
Was ist zusammengefasst Ihre Bilanz für die Zeit als Inspektionsleiter in Bad Neuenahr-Ahrweiler?
Wir haben in Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Einrichtungen immer einzelfallbezogen aus meiner Sicht alles getan, um die größtmögliche Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Die Veränderung der terroristischen Gefährdungslage hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf verschiedene Veranstaltungen (Weinfeste, Kirmes, etc.) in unserem Zuständigkeitsbereich. Auch wenn hier die Ordnungsbehörden originär zuständig sind, wurde eng zwischen allen Beteiligten zusammengearbeitet um Sicherheitskonzepte zu aktualisieren. Die Zusammenarbeit verlief hierbei immer besonders konstruktiv. Gleiches gilt für die beiden Bombenentschärfungen in Ahrweiler. Die Einsatzlagen insbesondere im Herbst mit der Kirmes in Bad Neuenahr und den zahlreichen Weinfesten stellte die Dienststelle jedes Jahr vor besondere Herausforderungen.
Ich denke, dass in dieser Region der Umgang miteinander noch in Ordnung ist. Die starke touristische Prägung wirkt sich auch auf die polizeiliche Arbeit aus. Zu Beginn meiner Tätigkeit hatten wir sehr hohe Zahlen bei Wohnungseinbrüchen insbesondere in der Grafschaft. Diese sind bereits vor der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen.
Wie aber meine persönliche Bilanz hierbei zu werten ist, kann ich nicht sagen. Das müssen andere beurteilen.
Was raten Sie Ihrem Nachfolger?
Finde deinen eigenen Weg und bleibe authentisch.
Was ist besonders an der PI Bad Neuenahr-Ahrweiler?
Es ist eine Dienststelle mit einem sehr guten Betriebsklima und ich hoffe, dass das auch bei meinem Weggang noch so ist. Die personelle Situation ist deutlich besser geworden und ich wünsche meinem Nachfolger, dass dieser Zustand noch leicht verbessert bzw. stabilisiert werden kann.
Was machen Sie jetzt mit der neu gewonnenen Zeit?
Das zu tun, was ich will, wann ich es will und mit wem ich es will. Und das alles mit viel Spaß. Dazu gehören auf jeden Fall Sport, Motorrad fahren, Haushalt, Wandern, Lesen, Garten und was mir sonst noch einfällt.

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Eva Haimann

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