Neumünster/Rendsburg/Eckernförde (ots) – Motorradfahrer verunglücken in den Sommermonaten Mai bis September am häufigsten; Schwerpunkteinsatz am 13. Juni – Fazit: Fast jeder sechste Motorradfahrer zu schnell

Die Landespolizei Schleswig-Holstein stellte im vergangenen Jahr ein Mehrjahrestief verunfallter und ebenso ein Mehrjahrestief verunglückter Motorradfahrern fest.

Diesen erfreulichen Trend gilt es zu stützen.

Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 1.332 (-6,9 %) Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern. Dabei wurden insgesamt 934 (-6,4 %) Motorradfahrer leicht und 301 (-9,6 %) schwer verletzt. Gleichwohl erlitten 18 Motorradfahrer tödliche Verletzungen, zwei mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Altersgruppe der über 45 und unter 65 Jahre alten Motorradfahrer war dabei überproportional vertreten. In diesem Alter sind besonders männliche Wiedereinsteiger stark gefährdet.

An 7,8 % aller Verkehrsunfälle waren Motorradfahrer beteiligt. Ihr Anteil an allen Schwerverletzten und Getöteten liegt bei 15,2 %. In 56,6 % aller Verkehrsunfälle wurden Motorradfahrer als Hauptunfallverursacher von der Polizei ermittelt. Jeder Dritte dieser Verkehrsunfälle wurde aufgrund nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit verursacht.

Bei 12,5 % waren Abstandsverletzungen der Motorradfahrer eine wesentliche Ursache. Bei Zusammenstößen mit Pkw- und Lkw-Fahrern wurden in 41,6 % Fehler beim Abbiegen als Unfallursache festgestellt; in 21,0 % waren Fehler beim Abbiegen nach links hauptunfallursächlich. In solchen Situationen werden Motorradfahrer in Verbindung mit nicht angepasster Geschwindigkeit häufig übersehen.

In 25,8 % wurden Vorfahrtsverletzungen des Pkw- und Lkw-Fahrer festgestellt. 60,8 % der Verkehrsunfälle passierten innerhalb von Ortschaften. Hier verunglückten 59 % aller Motorradfahrer; 40,1 % erlitten schwere oder tödliche Verletzungen. 41 % verunglückten außerhalb von Ortschaften. Hier trugen 59,9 % schwere oder tödliche Verletzungen davon.

Das Polizei-Bezirksrevier Rendsburg führt in den kommenden Wochen gezielte Überwachungsmaßnahmen im Kreis Rendsburg-Eckernförde durch, um die Unfallzahlen motorisierter Zweiradfahrer weiter zu senken und den landesweiten Trend fortzusetzen. Dabei geht der Beginn der zeitlichen Schwerpunktsetzung mit dem Beginn der Erntezeit einher und wird in den Monaten Juli und August kreisweit fortgesetzt. Den Auftakt hierzu stellte ein Schwerpunkteinsatz am 13.06.2021, in der Zeit von 13:00 bis 19:00 Uhr, an der L 47 zwischen den Ortschaften Bovenau und Ostenfeld dar.

„Dieser kurvenreiche Streckenabschnitt ist Teil einer beliebten Fahrstrecke für Ausflugsfahrten von Kradfahrern“, so Ralf Schwertfeger, Leiter des Polizei-Bezirksrevier Rendsburg

Insgesamt befuhren diesen Streckenabschnitt 706 Kraftfahrzeuge, davon 118 Motorräder, in beide Fahrtrichtungen. 24 Kraftfahrzeugführer überschritten an der Messstelle die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Km/h außerhalb geschlossener Ortschaft (a. g. O.).

„Wir haben insgesamt 21 Kradfahrer gemessen, die sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Km/h gehalten haben. Diese wurden von uns angehalten, mit dem Tatvorwurf konfrontiert und deren Personalien festgestellt. Somit war fast jeder sechste Motorradfahrer zu schnell unterwegs“, so Schwertfeger weiter.

Als unrühmlicher Spitzenreiter wurde ein Motorrad mit 149 Km/h gemessen. Dem Fahrer droht jetzt ein Bußgeld i. H. von 160,00 EUR, ein Fahrverbot von einem Monat und zwei Punkte in Flensburg.

„Das Polizei-Bezirksrevier Rendsburg wird durch weitere Schwerpunkteinsätze in der laufenden Motorradsaison versuchen, den Trend der deutlichen Reduzierung verunfallter und verunglückter Motorradfahrer zu stützen“, so Schwertfeger als Fazit.

Aufgabengebiet des Polizeibezirksreviers Rendsburg :
Das Polizei-Bezirksrevier Rendsburg hat eine zentrale Funktion in der Verkehrssicherheitsarbeit im Bezirk der Polizeidirektion Neumünster. Das Aufgabenspektrum umfasst die Geschwindigkeitsüberwachung, den Umwelt- und Verbraucherschutz, die Schwerlast- und Gefahrgutüberwachung sowie die allgemeine Verkehrsüberwachung.

Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf den Bezirk der Stadt Neumünster und des Landkreises Rendsburg-Eckernförde.

In der polizeilichen Geschwindigkeitsüberwachung kommen ein VIDEO-Kfz. und zwei stationäre Großmessanlagen (ESO und Vitronic) sowie ein Geschwindigkeitshandmessgerät zum Einsatz.

Mit freundlichen Grüßen

Sönke Petersen

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