Kassel (ots) – Nordhessen: Das Jahr 2020 war auch im Bereich des Verkehrsunfallgeschehens ein besonderes Jahr. Geprägt von der COVID-19-Pandemie, einhergehend mit Lockdowns und Schulschließungen lässt sich ein verändertes Verkehrsverhalten, welches sich statistisch signifikant auswirkt, feststellen.
In Nordhessen erreichen wir seit mehr als einem Jahrzehnt einen historischen Tiefstand bei den Gesamtunfällen. Die Anzahl hat sich von 22.456 im Jahr 2019 auf 18.652 in 2020 reduziert.

Dennoch bleibt ein Wermutstropfen. Trotz der geringen Gesamtzahl der Unfälle kam es zu drei tödlichen Unfällen mehr als 2019 – insgesamt fünf Menschen mehr als im Vorjahr verloren auf nordhessischen Straßen tragischerweise ihr Leben. In der Summe zählen wir 32 Unfälle mit 35 Getöteten. Im Vorjahr waren es noch 29 Unfälle mit 30 Getöteten. Ermutigend im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit bleibt, dass erneut keine Kinder und Jugendliche bei den Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Gleichfalls gab es einen positiven Trend bei den Schwerverletzten. 732 Unfälle mit Schwerverletzten ereigneten sich, dies sind 78 Unfälle weniger als im Vorjahr.

Bei der Mehrzahl dieser Unfälle war die Ursache nicht angepasste Geschwindigkeit. Alle häufigen Ursachen bei Unfällen mit Personenschäden weisen teils starke Rückgänge auf. Nennenswert bleibt die Ursache „Hindernisse auf der Fahrbahn“. Sie ist in der v. g. Kategorie um ca. 20 % gestiegen. Zu „Hindernissen auf der Fahrbahn“ zählt auch Wild auf der Fahrbahn, welches in über der Hälfte der Fälle ursächlich für den Unfall war.

Verkehrssicherheitsarbeit und Prävention

Nach wie vor setzen wir in unserer polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit auf die „Vision Zero“, ein gemeinsames europäisches Ziel zur Reduzierung schwerer Unfallfolgen. Hierzu intensivieren wir die strategische Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Landesbehörden und den Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit. Um Wildunfälle zu reduzieren, nehmen unter anderem wissenschaftliche Studien Einfluss auf unsere Arbeit sowie die Zusammenarbeit mit Jagd-, Forst-, und Agrarbetrieben.
Mit Blick auf die Hauptunfallursache Geschwindigkeit engagiert sich die nordhessische Polizei über die allgemein bekannten Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen hinaus und intensiviert die Kontrollen zu bestimmten Zeiten, z. B. landesweite Verkehrskontrollaktionen. Ein Hauptaugenmerk unserer Präventionsarbeit sind schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Kinder und Seniorinnen und Senioren.
Weiterhin werden zum sicheren Transport unserer Kinder Schulbus-Kontrollen durchgeführt.

Für Seniorinnen und Senioren stellen Kampagnen zur dunklen Jahreszeit ab Mitte November den Schwerpunkt dar. Ein Fokus liegt auf der Verbesserung der Visibilität von Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr zur Verkehrsunfallvermeidung.
Aber auch besondere Gruppen, die häufig mit Geschwindigkeitsübertretungen auffallen, wie Motorradfahrende, Tuner und Poser stehen im Blickfeld der Kontrollmaßnahmen.

EG Tuner als Nachfolge der AG Poser dauerhaft eingerichtet

Bei der letztgenannten Gruppe verzeichnet das Polizeipräsidium Nordhessen besondere Erfolge. Die sogenannten Auto-Poser sorgen für negatives Aufsehen in der Bevölkerung durch illegale Autorennen und Lärmbelästigungen mit lauten Sportabgasanlagen. Speziell geschulte Beamte der „AG Poser“ kontrollierten im vergangenen Jahr 945 Fahrzeuge aus der Szene und stellten 636 Verstöße fest. In 174 Fällen führten die Verstöße sogar zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Die präventiven und repressiven Maßnahmen, die durchweg positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung zur Folge hatten, werden im Polizeipräsidium Nordhessen nun dauerhaft fortgeführt: Aus der temporär eingerichteten AG Poser ist aufgrund der guten Ergebnisse nun die fest eingerichtete EG Tuner geworden.

Die detaillierte Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Nordhessen ist dieser Presseinformation beigefügt und kann zusätzlich auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Nordhessen eingesehen werden.
Kurzlink: https://k.polizei.hessen.de/150511920

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Quelle: Presseportal