Korbach (ots) –

Die Betrüger passen Ihre Betrugsmaschen ständig an. Ein aktuelles Phänomen ist in letzter Zeit auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg häufiger bekannt geworden:

Die Kriminellen nutzen den Messenger-Dienst WhatsApp, um ihre Opfer um ihre Ersparnisse zu bringen. Dies kann existenzielle Folgen für die Menschen haben. Die Täter geben sich über WhatsApp als nahe Verwandte aus und versuchen, die Opfer zu Geldüberweisungen zu bewegen.

Die Vorgehensweise der Täter ähnelt denen des Enkeltricks. Als Tatmittel dient ihnen aber nicht das klassische Telefon, sondern ein Messenger-Dienst wie WhatsApp. In einer ersten Textnachricht stellt man sich als enger Verwandter, in der Regel Sohn oder Tochter, vor und erklärt dabei, dass man eine neue Handynummer habe, da das alte Handy kaputt oder verloren sei. In der Folge kommt in der Regel eine Geschichte über eine finanzielle Notlage, wobei die geforderten Beträge meistens im vierstelligen Bereich liegen. Im Gegensatz zum Enkeltrick wird das Geld nicht von Unbekannten abgeholt, sondern von den Opfern überwiesen.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg wurden in den letzten beiden Tagen drei derartige Betrugsfälle von Frauen angezeigt. In mindesten zwei der Fälle konnten glücklicherweise finanzielle Schäden noch verhindert werden.

In Korbach traf es eine 52-jährige Frau. Sie hatte am Sonntag (13. März) von einer ihr unbekannten Nummer eine Nachricht über WhatsApp erhalten. Der Absender gab sich als ihr Sohn aus und erklärte ihr, dass sein Handy kaputt sei und er daher eine neue Nummer habe. Anschließend berichtet er von Mietrückständen, er benötige dringend Geld. Die Korbacherin wurde nun gebeten, einen Betrag von etwa 1.800 Euro direkt auf das Konto des Vermieters zu überweisen. Da die 52-Jährige nun glaubte, dass sie ihrem „Sohn“ helfen müsste, überwies sie schließlich am Montag den verlangten Betrag. Montagnachmittag traf sie dann ihren Sohn und sprach ihn auf die Nachrichten an. Dabei wurde schnell klar, dass sie auf Betrüger hereingefallen war. Sie versuchte umgehend, die Überweisung bei ihrem Geldinstitut zu stornieren. Derzeit ist unklar, ob das noch gelingt.

Ähnlich erging es einer 56-jährigen Frau aus dem Edertal. Auch sie erhielt am Sonntag (13. März) eine WhatsApp-Nachricht ihres angeblichen Sohnes, der schrieb, sein Handy verloren zu haben. Er schilderte anschließend, dass er dringend eine Überweisung tätigen müsse, dies aber mangels Zugang zum Online-Banking nicht möglich sei. Die 65-Jährige überwies schließlich fast 2.000 Euro auf ein deutsches Konto. Diese Buchung konnte glücklicherweise bei ihrem Geldinstitut rückgängig gemacht werden, da der Frau zeitnah klar wurde, dass sie das Geld nicht ihrem Sohn überwiesen hatte.

Der dritte Fall ereignete sich ab Freitag (11. März) in Gemünden/Wohra. Diesmal traf es eine 53-jährige Frau, die die Betrüger durch mehrere WhatsApp-Nachrichten davon überzeugen konnten, dass sie ihrem Sohn helfen müsste. Der angebliche Sohn schrieb ihr, dass er dringend ein Notebook bezahlen müsse. Sie sollte etwa 2.100 Euro auf ein spanisches Konto überweisen. Da die Gemündenerin glaubte, ihrem „Sohn“ helfen zu müssen, versuchte sie das Geld zu überweisen. Dies gelang jedoch nicht. Auf Verlangen machte sie noch Bilder von der fehlgeschlagenen Transaktion und sandte diese an ihren „Sohn“. Dieser schrieb ihr nun eine deutsche Kontonummer. Letztlich wurde die 53-Jährige nun misstrauisch und überwies kein Geld.

Um nicht Opfer der Betrugsmasche zu werden, empfiehlt die Polizei:

Wenn Sie von Ihnen bekannten Personen unter einer unbekannten Nummer kontaktiert werden, speichern Sie die Nummer nicht automatisch ab.

Fragen Sie bei der Ihnen bekannten Person unter der alten Nummer nach.

Seien Sie misstrauisch gegenüber Geldforderungen egal, ob per Post, per E-Mail, am Telefon oder über Messenger-Dienste wie WhatsApp.

Achten Sie auf die Sicherheitseinstellungen Ihres verwendeten Nachrichtendienstes.

Informieren Sie Ihre Angehörigen über die Betrugsmaschen und stellen Sie sich als Ansprechpartner für solche Fälle zur Verfügung – denn gut informierte Menschen lassen sich nicht so einfach verunsichern und können Situationen richtig einschätzen.

Dirk Richter

Kriminalhauptkommissar

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