Hannover (ots) –

Trickbetrüger sind derzeit besonders aktiv am Telefon unterwegs und versuchen Senioren um Ihre Ersparnisse durch sogenannte „Schockanrufe“ zu bringen. Am Donnerstag, 10.03.2022, gaben sich die Betrüger am Telefon in Hannover-List als einen vermeintlichen Enkel aus, welcher einen Unfall hatte. Angeblich verlangte die Staatsanwaltschaft einen Kautionsbetrag im fünfstelligen Bereich.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Zentralen Kriminaldienstes Hannover klingelte gegen 12:30 Uhr das Festnetztelefon einer 81-Jährigen in der Kriegerstraße. Am Apparat war ein Mann, der sich als ihr vermeintlicher Enkel ausgab und von einem Unfall berichtete. Kurz nach dem Telefonat rief eine vermeintliche Staatsanwältin bei der Seniorin an und sagte, dass ein Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich nötig wäre, um den entstandenen Unfallschaden auszugleichen. Gutgläubig begab sich die Frau zu einem Geldinstitut und hob die erforderliche Geldsumme ab. Gegen 14:20 Uhr erschien ein Geldabholer an der Wohnung der Seniorin. Die Frau übergab die Summe dem bislang unbekannten Mann, welcher mit dem Geld verschwand. Etwa eine Stunde später rief die vermeintliche Staatsanwältin erneut an und teilte mit, dass der Unfallgegner sich einen Arm und ein Bein gebrochen hätte und nun Schmerzensgeld fordert. Da die 81-Jährige keine Bargeldsummen mehr hatte, übergab sie gegen 16:20 Uhr gutgläubig Schmuck einem weiteren unbekannten Mann im Wert eines fünfstelligen Betrages.

Die beiden männlichen Geldabholer werden folgendermaßen beschrieben:
Die erste Person hatte einen dunkelblauen oder schwarzen Mantel an, war etwa „mittelgroß“, hatte ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild und trug eine Mund-Nase-Bedeckung.

Der zweite Geldabholer sah ähnlich aus wie der beschriebene Komplize, trug jedoch ein weißes T-Shirt mit roten Streifen.

Der Zentrale Kriminaldienst Hannover hat Ermittlungen wegen Trickbetruges eingeleitet. Zeugen, die Hinweise zu den Geldabholern geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Hannover unter der Rufnummer 0511 109-5222 zu melden.

Trickbetrüger sind in Ihren Sachverhalten sehr kreativ. Durch die „Schockanrufe“ versuchen die Täter ältere Menschen um Ihre Ersparnisse und Schmuck zu bringen. Da sich die Personen durch so einen Anruf zumeist in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden und die geschilderte vermeintliche Notsituation durch die Staatsanwaltschaft glauben, würden die Personen alles für Ihre Familienmitglieder tun. Die Täter lotsen die jeweiligen Angerufenen über mehrere Stunden am Handy durch die Gegend. Sie begleiten die älteren Menschen am Telefon bei der Bargeldabhebung und geben sogar Tipps, falls der Bankangestellte nachfragen sollte, warum man eine höhere Geldsumme abhebt. „Für eine größere Anschaffung“ lautet zumeist die Antwort. Im Anschluss an die Tat wird den Betroffenen noch einmal eindringlich klar und deutlich gesagt, dass man einer angeblichen Schweigepflicht unterliegt und mit niemanden darüber sprechen darf.

Sollten Sie von vermeintlichen Angehörigen in Notsituationen angerufen werden, gelten folgende Hinweise der Polizei und der Justiz:

   -	Seien Sie misstrauisch am Telefon und gegenüber fremden 
Personen. -	Lassen Sie sich keine Informationen über 
Familienmitglieder oder Vermögenswerte entlocken. -	Legen Sie 
umgehend auf! (Ganz wichtig: Den Hörer richtig auflegen!) Und wählen 
Sie die 110! Oder gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle. -	Falls
zivile "Polizisten" vor Ihrer Haustür stehen: Wählen Sie die 110! 
Lassen Sie sich von der Leitstelle bestätigen, dass es tatsächlich 
Polizeibeamte sind - die Leitstelle weiß, wo sich die 
Funkstreifenwagen befinden. -	Die Polizei und Justiz verlangen 
niemals eine Bargeld- oder Schmuckübergabe und weichen von dieser 
Vorgehensweise auch nie ab!

„Die Staatsanwaltschaft tritt an keine Angehörigen heran und fordert Kautions- bzw. Geldbeträge“, teilt Staatsanwältin Söfker, von der Staatsanwaltschaft Hannover mit.

Die Polizeidirektion Hannover und die Justiz bitten darum, dass Sie ihre Großeltern und Eltern vor diesen Trickbetrügereien warnen und sensibilisieren.

Weitere Verhaltenshinweise bei Trickanrufen und anderen Betrugsmaschen finden Sie unter
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/
/bo, desch

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Hannover
Janique Bohrmann
Telefon: 0511 109-1040
E-Mail: pressestelle@pd-h.polizei.niedersachsen.de
https://www.pd-h.polizei-nds.de

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Quelle: Presseportal