Gießen (ots) –

Mittelhessen

Aus ganz aktuellem Anlass warnte die Polizei am Dienstag und Mittwoch in ganz Mittelhessen sozusagen auf allen Kanälen und Informationswegen, die sie hat vor Betrügern am Telefon.
Es gab u.a. Pressemeldungen, Infos über die Sozialen Medien und sogar über die App HessenWarn.

Trotzdem hieß es heute (Donnerstag, 23. März) in den polizeilichen Lageinformationen:
– Falsche Polizeibeamte erbeuten mit Schockanruf 40.000 Euro in Marburg
– Falsche Polizeibeamte erbeuten mit Schockanruf 11.000 Euro in Dillenburg und lotsen Opfer zur Geldübergabe bis nach Marburg
– Fast 2000 Euro Schaden durch falsche WhatsApp Nachricht

Das zeigt einmal mehr wie notwendig und wichtig weiterhin möglichst frühzeitige Informationen aus aktuellen Anlässen sind, wie wichtig die Weiterverbreitung der Infos im aktuellen Fall sind, um eine möglichst großflächige Sensibilisierung zu erreichen und dass jeder seine Angehörigen, Freunde oder Bekannten über die Maschen der Betrüger informieren und am besten noch Verhaltensweisen bei unerwarteten Anrufen oder Nachrichten z.B. über soziale Messenger Dienste absprechen sollte.
„Die Polizei erreicht trotz aller Bemühungen leider nicht alle, sodass wir auf die Mithilfe und Unterstützung angewiesen sind. Nur wer die Maschen kennt und richtig reagiert, der kann den Betrügern die Tour vermasseln.
Als oberster Grundsatz gilt: Geht es am Telefon oder in den Nachrichten ums Geld, dann ist absolute Vorsicht geboten. Es hilft nur: Auflegen und dann rückversichern, indem man sich selbst, am besten persönlich oder aber in dem man selbst die bekannte Rufnummer wählt mit seiner Tochter, dem Sohn, dem Enkel oder der Enkelin in Verbindung setzt!“

In Marburg und Dillenburg kamen die Betrüger mit der gleichen Masche zum Erfolg. Eine Frau rief an, stellte sich als Polizeibeamtin vor und teilte mit, dass die Tochter in einen schlimmen Unfall verwickelt sei. In Dillenburg ging zudem noch eine vor Weinen kaum verständliche Frau ans Telefon und gab vor, die Tochter zu sein.
Auf die im Gespräch dann geforderten Summen zur Kautionshinterlegung gingen die völlig schockierten Angerufenen dann ein. Wie nachhaltig und perfide die Betrüger dabei vorgehen, zeigt insbesondere der Fall aus Dillenburg. Das in Dillenburg lebende Opfer fuhr extra zur Bank nach Wetzlar und ließ sich anschließend zur Geldübergabe nach Marburg lotsen.

In Friedberg waren andere Betrüger am Werk. Hier kam die WhatsApp Masche zum Einsatz.
Betrüger mit „WhatsApp-Masche“ erfolgreich
Betroffen und hinterher um knapp 2000 Euro ärmer war eine 63-Jährige Frau.
Sie erhielt gegen 18 Uhr von einer ihr unbekannten Handynummer eine Nachricht über den Messengerdienst „WhatsApp“, von der sie annahm, sie stamme von ihrer Tochter. Angeblich könne diese aufgrund der vermeintlich neuen Rufnummer momentan noch keine Überweisungen via Online-Banking tätigen. Daher bat sie ihre Mutter um Hilfe und die Überweisung zu übernehmen, was diese in der Annahme der Tochter zu helfen, auch gerne machte. Erst bei einem Telefonat mit der Tochter am nächsten Morgen flog der Schwindel auf.

In den zurückliegenden Wochen informierte die Polizei bereits mehrfach über diese und ähnliche Formen des Betruges, zuletzt in einer Pressemitteilung vom 17.03.2022 (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43647/5173774). Dort heißt es unter anderem:

„Diese Masche ist seit mehreren Monaten auf dem Vormarsch und die Betrüger gehen, wie bei vielen Betrugsarten, sehr geschickt vor. Die Polizei bittet daher um erhöhte Aufmerksamkeit und um das Beachten der folgenden Tipps:

   - Speichern Sie nicht sofort die unbekannte Nummer ab. Überprüfen 
     sie erst, ob es sich bei der neuen Nummer tatsächlich um die 
     Ihres Kind oder Ihres Verwandten handelt. Hierzu eignet sich 
     nicht die Chatfunktion. Besser ist ein Anruf oder optimaler 
     Weise ein Video-Anruf.
   - Überweisen Sie kein Geld, ohne vorher mit dem betreffenden 
     Angehörigen gesprochen zu haben.
   - Falls Sie mit Festnetz- oder Handynummer im Telefonbuch stehen, 
     veranlassen Sie das Löschen der Nummern. So erschweren sie 
     Betrügern das Leben.
   - Reden Sie mit Freunden und Verwandten über die Betrugsmaschen.
   - Informieren Sie die Polizei, wenn Sie Opfer eines Betrugs 
     geworden sind!"

Martin Ahlich

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Quelle: Presseportal