Nordhorn/Uelsen/Emlichheim (ots) – Pressemitteilung der bnn Bäderbetriebe Nordhorn Niedergrafschaft GmbH

Die Freibäder befinden sich mitten in der Sommersaison und an warmen Tagen strömen die Gäste ab morgens in die Bäder. Beim Schwimmen oder Entspannen genießen sie die Zeit im Wasser oder auf der Liegewiese. Das Aufsichtspersonal behält derweil die Schwimmbecken und umliegende Bereiche fest im Blick und ist jederzeit einsatzbereit. Sie sind zur Stelle, wenn sich Badegäste verletzen oder im Wasser in Not geraten und schlichten hin und wieder auch einen Streit unter den Gästen.
Besonders sensibel reagieren die Schwimmmeister*innen, wenn es in den Frei- und Hallenbädern um Belästigung von Badegästen geht. „Die Prävention steht bei diesem Thema an oberster Stelle, denn wir arbeiten sehr intensiv daran, dass es überhaupt nicht soweit kommt“, macht Dr. Michael Angrick, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Nordhorn/Niedergrafschaft, deutlich. „Mit unserer Kampagne „LassEs!“ möchten wir unsere Badegäste ermutigen, nicht zu schweigen, wenn sie selber eine kompromittierende Situation erlebt oder beobachtet haben. Sie sollten sich in jedem Fall vertrauensvoll an unsere Mitarbeiter*innen wenden. Die Schwimmmeister*innen greifen in diesen Fällen konsequent durch“, so Angrick weiter.
In einigen deutschen Schwimmbädern wird bereits mit ähnlichen Kampagnen gearbeitet. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhorn, Anja Milewski, hat regelmäßig Kontakt mit Kolleg*innen in deutschen Städten und Kommunen und sagt: „Es ist wichtig, dass Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, denen Gewalt angedroht wird bzw. die Gewalt erfahren, schnell und vertrauensvoll Hilfe bekommen. Gerade während der Corona-Pandemie ist die Hemmschwelle bei der Ausübung von Gewalt allgemein drastisch gesunken. Wir merken, dass die Beratungsanfragen in den Einrichtungen deutlich angestiegen sind. Deshalb tun wir alles dafür, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und ich freue mich, dass wir die gemeinsame Kampagne für die Schwimmbäder heute vorstellen können.“
Genauso sieht es Uwe van der Heiden, der beim Polizeikommissariat Nordhorn für die Kriminalprävention in der Grafschaft zuständig ist und ergänzt: „Statistisch gesehen sind Straftaten in den letzten Jahren allgemein zurückgegangen – im Gewaltbereich ergibt sich allerdings ein völlig anderes Bild. Hier haben wir eine gleichbleibend hohe Zahl registriert. Bei Sexualdelikten im Belästigungsbereich ist es sogar zu einem Anstieg gekommen. Unser Augenmerk liegt aus diesem Grund darauf, Täter*innen aus ihrer Anonymität zu reißen, die sie für ihre Handlungen brauchen. Es ist wichtig, in den Schwimmbädern neben dem Personal auch die Badegäste zu sensibilisieren. Das hilft den potentiellen Opfern.“
Die Kampagne präsentiert vier Themenbereiche: „Nicht Gaffen/Nicht Grabschen/Keine körperliche Gewalt/Kein Mobbing“. Jedes Thema wird einzeln in verschiedenen Sprachen auf Plakaten und im Flyer angesprochen. Darüber hinaus werden Beispiele für mögliche Belästigungssituationen und konkrete Hilfsangebote für Opfer genannt. Diese können auch für Gewaltsituationen außerhalb von Schwimmbädern nützlich sein. Auch auf der Internetadresse www.lass-es.eu finden sich die Informationen und Beratungsstellen zum Thema.
„Das Schwimmbadpersonal ist bei Belästigungen auf dem Gelände sehr aufmerksam. Um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, führen wir gemeinsam mit dem Polizeikommissariat und der städtischen Gleichstellungsbeauftragten im Herbst Schulungen für unsere Belegschaft durch“, berichtet Volker Mende, Bäderbetriebsleiter bei bnn. „Dabei werden allgemeine Inhalte zur Gewaltthematik ebenso vermittelt wie konkrete Schritte zum taktischen Vorgehen gegen Täter*innen. Wir freuen uns sehr über diese Kooperation. Die Belegschaft in den Schwimmbädern ist damit gut gerüstet, wenn sie mit dem Thema in den Bädern konfrontiert wird“, unterstreicht Mende.
Die Plakate und Flyer der Kampagne „LassEs!“ werden von der bnn in den kommenden Wochen auch an Schulen und Freizeiteinrichtungen in der Grafschaft Bentheim weitergegeben, um das Thema Belästigungen in Schwimmbädern und öffentlichen Einrichtungen wieder in den Fokus zu rücken und damit Gewalttaten zu verhindern.

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Quelle: Presseportal