Aalen (ots) –

Car-Friday – Kontrollen der Autoposer- und Tunerszene

Hochmotorisiert, laut und nervig? Mit den steigenden Temperaturen liegt nicht nur Frühlingsduft in der Luft, sondern auch Abgase und Lärm: Die Poser-Saison ist eröffnet.

In vielen Städten Baden-Württembergs sind in den Sommermonaten Auto-Poser mit PS-starken PKW unterwegs. Was den Fahrern besonders gut gefällt, stößt allerdings bei ihrem Zwangs-Publikum meist auf wenig Gegenliebe: Ob es das sinnlose im Kreis-Fahrern ist, laute Musik aus den Fahrzeugen oder der Kavaliersstart, Auto-Poser wollen mit ihren Autos auffallen.

Die Polizei sieht das Phänomen kritisch. Neben den unnötig erzeugten Abgasen oder dem Lärm, den die Auto-Poser verursachen kommt oft noch verkehrsgefährdendes Verhalten durch rücksichtsloses, unsinniges Beschleunigen hinzu.
Mit der Novelle des Bußgeldkataloges wird ein derartiges Verhalten daher nun auch teuer. Posern drohen Bußgelder und sogar Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Unnötiger Lärm, der bei der Nutzung eines Fahrzeuges entsteht, wird mit 80 Euro Bußgeld geahndet, die Belästigung durch unnützes Hin- und Herfahren innerorts wird mit 100 Euro Bußgeld belegt. Die Nutzung von Autos, die so umgebaut wurden, dass die Betriebserlaubnis erloschen ist, wird mit 50 Euro Bußgeld geahndet. Sollte es hierdurch noch zu wesentlichen Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit oder der Umwelt kommen, werden laut aktuellem Bußgeldkatalog 90 Euro fällig. Im Falle der Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit bekommt der Fahrzeugführer zudem einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Am diesjährigen Karfreitag, in der Szene auch „Car-Friday“ genannt, fanden daher bundesweit Schwerpunktkontrollen statt.
Auch das Polizeipräsidium Aalen war im Rems-Murr-Kreis, im Ostalbkreis und im Landkreis Schwäbisch Hall im Einsatz, um mögliche Treffpunkte zu überprüfen und verstärkt Kontrollen durchzuführen. Beteiligt daran sind die Polizeireviere, sowie die Verkehrspolizeiinspektion Kirchberg.

Am Kontrolltag wurden seitens der Kräfte des Polizeipräsidiums Aalen insgesamt 126 Fahrzeuge und 184 Personen kontrolliert. In 16 Fällen konnten Verstöße festgestellt werden wobei sich mit 11 Fällen ein Großteil auf eine unzulässige technische Veränderung am Fahrzeug bezog. In vier Fällen kam unnötiges Hin- und Herfahren, in einem Fall eine unnötige Abgas- bzw. Lärmbelästigung und ein weiterer verkehrsrechtlicher Verstoß mit Posing- bzw. Tuningbezug zur Anzeige. Einem Verkehrsteilnehmer wurde die Weiterfahrt untersagt. Sein Fahrzeug wurde vorübergehend sichergestellt.
Im Landkreis Schwäbisch Hall wurden im Kontrollzeitraum insgesamt 18 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei wurden keine Verstöße festgestellt. Im Ostalbkreis wurden 36 Fahrzeuge kontrolliert.
In drei Fällen wurden dabei unzulässige technische Veränderungen an den Fahrzeugen angezeigt. Das Polizeirevier Schwäbisch Gmünd stellte hierbei ein Fahrzeug sicher.
Im Rems-Murr-Kreis wurden insgesamt 60 Verkehrsteilnehmer einer Kontrolle unterzogen. Dabei kam es in sieben Fällen zu Beanstandungen hinsichtlich Veränderungen am Fahrzeug.

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