Berlin/Essen (ots) –

Pflegepersonaldaten und Arbeitslosendaten von 2010 bis 2021 in exklusivem Bundesländervergleich ausgewertet Offene Stellen auf dem Pflegemarkt seit 2010 fast verdoppelt Arbeitsloses Pflegepersonal überwiegend ohne Qualifikationen 2021 konnten 81,4 Prozent aller Fachkraft-Positionen in der Pflege nicht vergeben werden über 37.000 Pflege-Fachkräfte fehlen, Tendenz steigend

Vier von fünf offene Stellen in der Pflegebranche bleiben unbesetzt, weil es kein ausreichend qualifiziertes Personal gibt. Diese alarmierende Erkenntnis geht aus den Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) und von ETL ADVISION hervor, die in dem erstmals herausgegebenen ETL ADVISION „Fachkräftekompass Pflege“ exklusiv veröffentlicht wurden. „Durch die Überalterung in der Gesellschaft steigt der Mangel an Fachkräften weiter an und auch die abnehmende Attraktivität des Pflegeberufs und fehlende Weiterbildungen sind ein wachsendes Problem. Pflegeunternehmen müssen jetzt handeln“, warnt die Autorin des Fachkräftekompass Pflege Janine Peine, Steuerberaterin und Branchenleitung von ETL ADVISION. Mit der Analyse liefert Deutschlands größte Steuerberatungsgruppe für das Gesundheitswesen ETL ADVISION einen detaillierten Empfehlungskatalog für Arbeitgeber, der anhand erfolgreich umgesetzter Praxisbeispiele vielfältige Möglichkeiten zur Neujustierung von Unternehmensstrukturen im Sinne der Fachkräfte-Gewinnung aufzeigt. „Der „Fachkräftekompass Pflege“ fordert Arbeitgeber zur Selbstreflektion und zum Handeln auf und dient als Impuls, sich als Pflegeeinrichtung am Markt als zukunftsorientierter Arbeitgeber zu positionieren“, betont Christoph Soldanski, Co-Autor der Analyse und Fachbereichsleiter für Pflege und Heilmittelerbringer bei ETL ADVISION.

Seit 2010 offene Stellen in der Pflege fast verdoppelt

Der Bedarf an Pflegekräften wächst rasant. Seit 2010 ist die Zahl der offenen Stellen von 40.000 auf über 60.000 gestiegen, was einer Zunahme von über 50 Prozent entspricht. Die Zahl der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren qualifizierten Pflegekräfte ist mit 45.596 seit 2010 um rund 13 Prozent gesunken. Von den arbeitslosen Pflegekräften haben 81,2 Prozent keine Berufsausbildung abgeschlossen und gehören damit zu den Geringqualifizierten. Jedoch erfordern 76,6 Prozent der Stellenausschreibungen in der Pflege mindestens eine Qualifikation als Fachkraft. „Der Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen, wenn in den nächsten 5 Jahren rund 170.000 Beschäftigte das Renteneintrittsalter erreichen und den Arbeitsmarkt verlassen“, erklärt Janine Peine.

Über 80 Prozent Fachkraft-Stellen in der Pflege sind nicht besetzbar

„Es gibt kein einziges Bundesland in dem alle freien Fachkraft-Stellen mit qualifiziertem Pflegepersonal besetzt werden können“, betont Janine Peine. „Deutschlandweit liegt der Anteil an offenen Fachkraft-Stellen, für die es keine qualifizierten Arbeitslosen gibt, bei 81,4 Prozent. Somit konnten im Jahr 2021 etwa vier von fünf offenen Fachkraft-Stellen in der Pflege nicht mit qualifiziertem Personal besetzt werden.“ Die Fachkräftelücke steht in direktem Zusammenhang mit der Bevölkerungsdichte. In bevölkerungsstarken Regionen wie Hamburg oder Berlin wurden im letzten Jahr 54,5 Prozent beziehungsweise 66,0 Prozent der offenen Fachkraft-Stellen nicht passend besetzt, während die sogenannte Stellenüberhangsquote in den bevölkerungsärmeren Regionen Niedersachsen, Bayern und Brandenburg sogar bei 87,4 Prozent, 87,3 Prozent und 87,1 Prozent liegt.

Insgesamt höhere Wertschätzung des Pflegeberufes wichtig

Längst gehen die Wünsche und Ansprüche an den Arbeitgeber über ein hohes Bruttogehalt hinaus. „Ein Hauptaspekt ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, erklärt Christoph Soldanski. Aber auch persönliche Faktoren beeinflussen immer stärker die Entscheidung, das Pflegeunternehmen zu wechseln oder sogar die Branche zu verlassen. Planungssicherheit, ein gutes Teamklima und ein vertrauensvolles Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten haben einen hohen Stellenwert bei Arbeitnehmern. „Auch höhere Löhne und eine insgesamt größere Wertschätzung der Beschäftigten über die Pandemie hinaus sind wichtige Stellschrauben“, fügt Christoph Soldanski hinzu.

Mitarbeiterbedürfnisse erkennen

Um die einzelnen Unternehmensbereiche zu verbessern und gleichzeitig die Wünsche der Arbeitnehmer zu berücksichtigen, ist ein detailliertes Konzept notwendig. Dieses muss individuell auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte und die Möglichkeiten des Pflegeunternehmens abgestimmt werden, betont der „Fachkräftekompass Pflege“. Neben der Analyse der Mitarbeiterzufriedenheit ist das Zusammenspiel der Innen- und Außenwahrnehmung entscheidend für ein erfolgreiches Unternehmenskonzept zur Fachkräfte-Gewinnung.

Ein aussagekräftiger Online-Auftritt, die zielgruppenspezifische Suche nach Mitarbeitern und eine enge Zusammenarbeit mit bereits Beschäftigten sind wichtige Ansatzpunkte. „Die Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse der Mitarbeiter ist nichts Pflegespezifisches“, erklärt Thomas Meißner, Vorstandsmitglied des Anbieterverbandes qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. Berlin. „Es ist ein Signal an die Leitung, zu schulen und weiterzubilden, um den neuen Anforderungen an Teamarbeit, an Führung und Begleitung im Sinne der Mitarbeiter und der uns anvertrauten Menschen neu zu justieren.“

Über den Fachkräftekompass

In der Analyse wurden Personal- und Arbeitslosendaten für die Pflegebranche im Zeitraum von 2010 bis 2021 in einem exklusiven Bundesländervergleich ausgewertet und sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerperspektive zur aktuellen Fachkräftesituation in Deutschland untersucht. Die ausführliche Analyse mit allen grafischen Visualisierungen, Trendanalysen und Empfehlungen ist hier abrufbar. Die dazugehörigen Infografiken können hier kostenlos heruntergeladen werden.

Über ETL ADVISION

ETL ADVISION ist die marktführende Steuerberatung mit integrierter Rechtsberatung. Unsere ETL ADVISION Kanzleien beraten und unterstützen in allen steuerrechtlichen, rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Angelegenheiten, um die wirtschaftliche Stabilität der Mandanten nachhaltig zu sichern und auszubauen. Dabei nutzen wir unsere Fachexpertise und langjährige Berufserfahrung. Darüber hinaus können wir auf das Know-how des Experten-Netzwerkes der ETL ADVISION zurückgreifen. ETL ADVISION ist ein Verbund von mehr als 120 kooperierenden ETL-Steuerberatungskanzleien und bundesweit führend in der Steuerberatung im Gesundheitswesen. Die Spezialisierung auf die Beratung von Heilberuflern erfolgt auf der Basis einer qualifizierten Aus- und Weiterbildung der ETL ADVISION-Steuerberater und ihrer Mitarbeiter in unserer ETL Akademie und ermöglicht eine umfassende Betreuung in allen unternehmerischen Belangen.

www.etl-advision.de

Pressekontakt:

Danyal Alaybeyoglu, Leiter Unternehmenskommunikation ETL AG |
Mauerstraße 86-88 | 10117 Berlin Tel. +49 172 2403359 |
danyal.alaybeyoglu@etl.de

Original-Content von: ETL-Gruppe übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal