Osnabrück (ots) –

Patientenschützer kritisieren geplante Quarantäne-Verkürzung und „Freedom Day“

Brysch: Infizierte zum Dienst auffordern ist Wahnsinn – Ende von Masken- und Testpflicht „fatal“ – Verlust von PCR-Test-Anspruch von Pflegeangehörigen „unfassbar“

Osnabrück. Patientenschützer haben scharfe Kritik an den zum Wochenende wegfallenden Corona-Maßnahmen geübt. „Masken im ÖPNV und beim Einkaufen müssen bleiben. Auch die anderen Instrumente wie konsequentes Testen werden leichtfertig dort aus der Hand gegeben, wo es die Hochrisikogruppe schützt. Das ist fatal und auch ein Versagen der Länder-Chefs“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

„Ebenso ist es unfassbar, dass selbst Angehörige von vulnerablen Personen bei den extrem hohen Inzidenzen keinen Anspruch auf einen PCR-Test bei einer roten Risikomeldung in der Corona-Warn-App haben“, sagte der Stiftungsvorstand. Brysch wandte sich direkt an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). „Er muss dafür sorgen, dass sich das ändert. Zumindest für diese Gruppe muss der Rechtsanspruch auf einen PCR-Test sofort zurückkommen!“

Auch geplante Quarantäne-Verkürzungen hält Brysch für gefährlich. In Heimen und Krankenhäusern sollen Beschäftigte trotz Infektion arbeiten dürfen, wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben, um coronabedingten Personalengpässen zu begegnen. „Infizierte Menschen mit milden Symptomen zum Dienst aufzufordern ist Wahnsinn“, sagte Brysch dazu wörtlich. Seine Sorge: „Dann müssen sich Arbeitnehmer rechtfertigen, wenn sie daheim bleiben.“

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