Frankfurter Rundschau (ots) –

Die Europäische Zentralbank muss sich allerdings fragen lassen, ob sie sich eine Welt normaler Geldpolitik überhaupt noch vorstellen kann – und was dann unter „normal“ zu verstehen wäre. Aktuell ist wieder einmal Krise, und die großen Notenbanken stecken alle im gleichen Dilemma. Eigentlich müssten sie die stark gestiegene Inflation geldpolitisch einbremsen. Dann riskieren sie allerdings, die wegen der vierten Coronawelle ohnehin wacklige Konjunktur gleich mit zu bremsen. Während sich die USA und Großbritannien hier schon ein Stück vorwagen, belassen es die Europäer bei einem eher symbolischen Akt – und der These, dass die Inflation bald von selbst in sich zusammensinken werde. Darüber kann man lange streiten. Aber unabhängig davon, welche Expertinnen und Experten am Ende Recht behalten, nimmt sich die EZB selbst das weg, was Präsidentin Christine Lagarde stets für besonders wichtig erklärt: Flexibilität.

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