Berlin (ots) – Beim geplanten Hochhaus des Investors Hines am Alexanderplatz bahnt sich ein Streit um die Höhe an. Im rbb forderte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher nun, dass das Gebäude nur noch 130 statt 150 Meter hoch wird – was der Investor aber ablehnt.

Das Hochhaus soll an der östlichen Spitze des Alexanderplatzes hinter dem Elektronikmarkt Saturn entstehen. Senatsbaudirektorin Lüscher erklärte nun, die geplanten 150 Meter Höhe passten nicht mehr ins Bild: Die beiden anderen am Alex geplanten Hochhäuser der Investoren Signa und Covivio werden nach einigen Verhandlungen auch nur noch 130 Meter hoch. „Wir haben uns das im Baukollegium genau angeguckt und sind zu der Überzeugung gekommen, dass die 130 Meter für alle Gebäude deutlich besser wären, weil dadurch der Fernsehturm als Krone besser sichtbar ist“, so Lüscher.

Regressansprüche könne Hines nicht geltend machen, so Lüscher: Der Investor hatte das ursprünglich für den Bau eingeplante Grundstück verkauft, dort steht nun ein Elektronikmarkt. Für das Baufeld direkt dahinter, wo Hines nun den Turm errichten will, gibt es bisher keinen Bebauungsplan, sagte Lüscher. Deswegen sei auch eine nachträgliche Änderung der Höhe zulässig.

Unterstützung bekommt Lüscher von Linken und Grünen. Der ursprüngliche Masterplan von Hans Kollhoff für den Alexanderplatz mit mehreren 150-Meter-Hochhäusern sei nicht mehr zeitgemäß, sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen, Daniela Billig, dem rbb. Der Bebauungsplan muss noch vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden. Katalin Gennburg, Stadtentwicklungsexpertin der Linken, verwies zudem auf die U-Bahntunnel unter dem Baufeld: Es sei fraglich, ob der „Bau von Luxuswohnungen“ eine Gefährdung der Bahnanlagen rechtfertige. „Wir als Linke sind nicht dafür, dieses Risiko einzugehen“, sagte Gennburg.

Koalitionsintern birgt das Thema allerdings Streitpotential: Die SPD erklärte auf rbb-Nachfrage, sie halte weiterhin an den 150 Metern Bauhöhe für den Hines-Turm fest. Die Planungen sollten nach jahrelangen Diskussionen nicht nachträglich geändert werden, sagte SPD-Stadtentwicklungspolitiker Daniel Buchholz. „Die SPD hat auch die Obergrenze von 130 Metern für Hochhäuser stets abgelehnt.“

Hines lehnt eine Reduzierung der Höhe ab. „Wir planen den Bau eines 150 Meter hohen Gebäudes“, sagte Christoph Reschke, Geschäftsführer Hines Deutschland, dem rbb. „Das entspricht dem Ergebnis des internationalen Architektenwettbewerbs von 2014, an dem Verwaltung und Politik maßgeblich beteiligt waren.“ Zudem habe man habe sich gerade erst mit der BVG über den Schutz des darunterliegenden Tunnels der U5 geeinigt – eine Voraussetzung für die Fertigstellung des Bebauungsplans. Der Tunnel werde laut Hines mit einem aufwändigen Verfahren für bis zu 30 Millionen Euro saniert und abgesichert. „Nun wollen wir unser Projekt so realisieren, wie wir es miteinander abgestimmt und geplant haben“, so Reschke.

Das Hines-Hochhaus ist eines von vier geplanten Hochhäusern am Alexanderplatz. Zwei sind bereits im Bau, am Einkaufszentrum Alexa durch den Investor Monarch, und neben dem Park Inn Hotel durch den Investor Covivio. Das dritte wird von Karstadt-Eigner Signa auf dem Galeria-Gebäude geplant und ist bereits weitgehend genehmigt. Lediglich der Monarch-Turm soll nun 150 Meter hoch werden. Der Investor hatte bereits einen gültigen Bebauungsplan und eine Reduzierung der Höhe abgelehnt.

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