Berlin (ots) – Dialog Genome Editing: Auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) diskutierten Experten über die Zukunft der Landwirtschaft.

Die Rolle neuer Züchtungstechniken bei der Anpassung von Ernährungssystemen an den Klimawandel stand im Fokus der zweiten Veranstaltung der Reihe „Dialog Genome Editing„, die im Rahmen des GFFA am 22. Januar 2021 als Webstream stattfand. Eingeladen haben 18 deutsche Verbände der Agrar- und Ernährungswirtschaft, die mit diesem Format einen differenzierten gesellschaftlichen Dialog über die Chancen von neuen Züchtungstechniken fördern wollen.

Der Vizepräsident des europäischen Bauernverbandes (COPA), Pedro Gallardo Barrena, hob den Klimawandel als die größte Herausforderung für die Landwirtschaft hervor und betonte: „Neue Züchtungstechniken tragen dazu bei, widerstandsfähigere Sorten zu entwickeln, die weniger Betriebsmittel benötigen. Der Ackerbau lässt sich so schneller an den Klimawandel anpassen. Erträge können dadurch ebenso wie die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln gesichert werden.“

Prof. Dr. Matin Qaim, Leiter Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Universität Göttingen, zeigte die globalen Zusammenhänge auf: „Die Diskussion über neue Züchtungstechniken verläuft in Deutschland oft nur aus der nationalen, gut situierten Perspektive. Doch der Klimawandel stellt die Landwirtschaft weltweit vor neue Probleme. Insbesondere Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika werden dabei besonders negativ betroffen sein. Deshalb müssen die Pflanzen schneller genetisch angepasst werden und der internationale Agrarhandel muss auf regionale Engpässe reagieren können. Gunstregionen haben eine Verantwortung für die anderen Regionen der Welt.“

Jörg Migende, Chief Development Officer Agrar bei der BayWa AG, verwies auf die Problematik der Nachweismethoden für Genome-Editing-Kulturpflanzen und die damit verbundenen Herausforderungen im internationalen Agrarhandel: „Obwohl es keine rechtssichere Nachweismethode für Genome-Editing-Produkte gibt, sollen wir als Importeure nach dem EuGH-Urteil nachvollziehen können, ob eine Pflanzensorte mittels klassischer Kreuzungszüchtung oder mittels Genome Editing erzeugt wurde. Doch diese Pflanzen unterscheiden sich nach Einschätzung einer großen Mehrheit von Wissenschaftlern oft gar nicht voneinander. Wenn es bei der aktuellen Regulierung bleibt, muss sich Europa von den internationalen Märkten verabschieden.“

Der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europaparlament, Norbert Lins, bestätigte: „Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom Juli 2018 ist mit Blick auf die geschilderten Herausforderungen zu hinterfragen. Ein offener und faktenbasierter gesellschaftlicher Dialog ist notwendig. Es ist gut, dass Bewegung in die Debatte zu diesem Thema gekommen ist: Hören wir auf die Wissenschaft!“

Aufzeichnung der Veranstaltung: https://bit.ly/2Y16Olw

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Quelle: Presseportal