Berlin (ots) –

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi schließt weitere Streiks des Bodenpersonals bei Lufthansa nicht aus. „Wir erwarten von der Lufthansa ein deutlich besseres und abschlussfähiges Angebot. Sollte das nicht kommen, sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen“, erklärte Verdi-Luftfahrtexperte und -Konzernbetreuer für Lufthansa, Marvin Reschinsky, anlässlich der am Mittwoch beginnenden nächsten Tarifrunde mit dem Konzern gegenüber „nd.derTag“ (Mittwochausgabe).

Verdi verhandelt mit der Airline über die Tarifverträge von rund 20.000 Beschäftigten am Boden. Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent beziehungsweise mindestens 350 Euro mehr Gehalt im Monat. „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen in Zeiten hoher Inflation schnell höhere Löhne“, so Reschinsky. Der Verdi-Luftfahrtexperte verwies zudem auf Gehaltskürzungen im Zuge der Coronakrise: „Insgesamt beliefen sich die Einsparungen durch Gehaltskürzungen beim Bodenpersonal auf ungefähr 200 Millionen Euro. Dabei verzichteten die Beschäftigten am Boden unter anderem auf das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das jeweils 50 Prozent eines Monatsgehalts ausmacht.“ Der Zuschlag zum Urlaubsgeld betrage bei Beschäftigten am Check-In beispielsweise 1075 Euro. „Die Beschäftigten sind also bereits durch die Coronakrise massiv in Mitleidenschaft geraten und erleben nun auch noch durch die Inflation einen massiven Verlust ihrer Kaufkraft. Deshalb muss es jetzt zu einer kräftigen Erhöhung kommen, damit die Beschäftigten sich den Job bei der Lufthansa überhaupt noch leisten können“, führte Reschinsky weiter aus.

Zudem wies er darauf hin, dass bei der Lufthansa zum Teil noch Löhne unter 12 Euro pro Stunde gezahlt werden: „Das reicht in Großräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt am Main nicht zum Überleben. Und es ist niedriger als die 12 Euro, auf die der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Oktober steigt.“

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