Berlin (ots) – Es ist immer wieder erstaunlich, was für Kämpfe wir im 21. Jahrhundert noch führen müssen. Die Diskriminierung von Frauen durch die Ungleichbehandlung ihres nackten Oberkörpers ist derart offensichtlich, dass man sich fragt, wie diese angesichts der behaupteten rechtlichen Gleichstellung überhaupt noch bestehen kann. Man kann vom Oberkörperfreimachen ja halten, was man will, klar ist ja wohl, dass wenn es erlaubt ist, es allen Geschlechtern gleichermaßen gestattet sein muss. Warum sollte der Oberkörper von Männern nicht anstößig sein, der von Frauen aber schon, schlimmer noch: die Allgemeinheit „belästigen“? Die Sexualisierung der weiblichen Brust ist eine Zuschreibung von Männern. Wir Frauen haben darum nicht gebeten und werden dann auch noch dafür bestraft.

Wir und unsere Körper werden im patriarchalen kapitalistischen System zu Objekten gemacht, auf sexuelle Aspekte reduziert, durch die allgegenwärtige sexistische Werbung mit unrealistischen Körperbildern unter Druck gesetzt. Aber wenn wir im Sommer mit unseren Freund*innen oder der Familie baden gehen, dann sollen wir gefällig zünftig unsere Brust bedecken, es könnte sich ja jemand dadurch gestört fühlen. So lange sich kein Geld mit unserem nackten Körper verdienen lässt, bitte weg damit. Wer sich nicht daran hält läuft Gefahr, von irgendeinem Mann in Uniform, ob nun Sicherheitsdienst oder Streifenpolizist, vertrieben und wegen „Belästigung der Allgemeinheit“ angezeigt werden.

Das ist nicht nur ungerecht, es ist auch reine Willkür. Wer entscheidet hier, was Belästigung ist und was nicht? Der Umstand, dass die Brüste von Frauen Geschlechtsorgane sind, aber die von Männern nicht? Es sind Männer, die das zu unseren Ungunsten entschieden haben. Höchste Zeit, sich dieser Zuschreibung zu widersetzen und die Entscheidung selbst in die Hand zu nehmen. Damit nie wieder eine Frau oben ohne wegen Paragraf 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes belangt wird. Denn in Wirklichkeit sind alle Nippel gleich.

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