Mainz (ots) –

Was ist der Unterschied zwischen Jens Spahn und Karl Lauterbach? Als Spahn vor einigen Wochen bemerkte, dass der Biontech-Impfstoff zum Jahresende hin vielleicht knapp werden könnte, trat der damalige Gesundheitsminister rabiat auf die Bremse: Ohne Vorwarnung teilte er den Hausärzten an einem Wochenende mit, dass sie ab sofort nur noch eine sehr begrenzte Menge Biontech geliefert bekämen. Damit war Spahn der Zorn der Ärzteschaft sicher, und es gelang ihm fast, die gerade gestartete Booster-Kampagne abzuwürgen. Als der neue Gesundheitsminister Lauterbach dieser Tage merkte, dass ihm für seine Mega-Booster-Offensive schon bald Impfstoff fehlen dürfte, organisierte er sich ein paar Milliarden beim Finanzminister und bildete im Ministerium eine schnelle Einkauftruppe. Die klappert jetzt die Hersteller ab, buhlt bei der EU-Kommission um stille Reserven und baggert sogar Länder wie Rumänien, Polen, Portugal und Bulgarien an, die anscheinend Impfstoff zu verkaufen haben. Karl Lauterbach ist allem Anschein nach ein Mann der Tat. Kaum im Amt, ruft er eine neue Strategie im Kampf gegen die Pandemie aus: Boostern, was das Zeug hält, damit Omikron möglichst wenig Schaden anrichten kann. Bis Ende Januar müsse man mit dem Auffrischen durch sein, danach sei es zu spät. Das ist mal eine Ansage. Mit ihr geht Lauterbach auch persönlich voll ins Risiko. Kann er nicht liefern, ist er als Minister zumindest angeschlagen. Doch man glaubt ihm aufs Wort, dass er alles tun wird, was getan werden kann. Anders als sein zuletzt ausgelaugter Vorgänger beschränkt Lauterbach sich nicht auf Durchhalteparolen, er schaltet den Turbo ein.

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