London (ots) – Ähnlich dem vor fast 15 Jahren veröffentlichten Stern-Report zu den Kosten des Klimawandels für Wirtschaft und Gesellschaft macht der heute in London vorgestellte unabhängige Dasgupta Report zur Ökonomie der Biodiversität deutlich, dass die Hauptursachen der Biodiversitätskrise nur durch einen Paradigmenwechsel in unseren Wirtschafts- und Finanzsystemen adressiert werden können. Als Teil einer umfassenden „Change Agenda“ zeigt der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Sir Partha Dasgupta im Auftrag der britischen Regierung, dass Werte und Kosten von Biodiversität Bestandteil von volks- und betriebswirtschaftlichen Bilanzen sein müssten. Nur so ließe sich der notwendige radikale Wandel im Umgang mit der Natur einleiten und die Biodiversitätskrise lösen.

„Der neue Report hält uns den Spiegel des Marktversagens im Portfoliomanagement unserer natürlichen Lebensgrundlagen vor. Es ist hohe Zeit für ein anderes Businessmodell mit Einbeziehung der von der Natur erbrachten Leistungen in unsere Wirtschaftsbilanzen und Finanzmodelle. Sonst wird uns der notwendige Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur nicht gelingen“, kommentierte Georg Schwede, Europachef der Campaign for Nature.

Um den Paradigmenwechsel einzuleiten, fordert der Dasgupta-Report eine Art „Marshallplan“ unter anderem mit einer Abkehr vom Bruttosozialprodukt (BSP) als Indikator für wirtschaftlichen Erfolg, hin zu einem Indikator, der in umfassender Weise die unterschiedlichen Werte von Naturkapital einbezieht; sowie Internalisierung externer Kosten, um die wahren Kosten von Naturverbrauch in den Preisen von Produkten widerzuspiegeln. Der Report fordert zudem die verbindliche Offenlegung von Risiken für die Biodiversität in Unternehmensbilanzen, eine Reform des globalen Finanzsystems, um Finanzströme weg von naturzerstörenden hin zu naturerhaltenden Investitionen zu leiten. Ebenso werden verbindliche Ziele für öffentliche Investitionen in den Erhalt und die Renaturierung von Ökosystemen gefordert und darüber hinaus ein Mechanismus, über den Länder, die ihre natürlichen Ressourcen zum Wohle der globalen Gemeinschaft schützen, für diesen Schutz finanziell kompensiert werden.

Nach dem IPBES Report im Mai 2019 ist der Dasgupta Report nun schon der zweite dringende Appell an die Politik, die Biodiversitätskrise durch transformative Änderungen zu lösen. Die in diesem Jahr anstehende 15. Vertragsstaatenkonferenz der CBD in Kunming/China biete dazu die große Chance, so Georg Schwede von der Campaign for Nature.

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