Saalfeld (ots) –

Nach Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2021 für den Freistaat Thüringen am 25. März 2022 durch den Thüringer Minister für Inneres und Kommunales erfolgt hiermit die zusammengefasste dezentrale Auswertung für den Schutzbereich der LPI Saalfeld, mithin der Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und Saale-Orla.

Im Schutzbereich der LPI Saalfeld wurden im abgelaufenen Jahr 2021 insgesamt 13.294 Straftaten und damit 164 mehr als im Jahr 2020 registriert. Davon konnten 8.528 Straftaten aufgeklärt und 2.274 Tatverdächtige ermittelt werden, was im Vergleich zum Vorjahr einer leicht angestiegenen Aufklärungsquote um 1,2 Prozent auf 64,1 Prozent entspricht. Dieses Ergebnis liegt somit weiterhin auf einem hohen Niveau.
Der Anteil der LPI Saalfeld am Gesamtstraftatenaufkommen im Freistaat Thüringen beträgt 10,2 Prozent.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 11,5 % (2020: 11,7%) an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen von 5.056. Durch diese 579 Tatverdächtigen wurden 6,4 % (847 Fälle absolut) der für die LPI Saalfeld erfassten Straftaten verwirklicht. Dies ist ein Rückgang von 0,7 % und 84 Fällen absolut.

Insgesamt 8 Straftaten gegen das Leben, darunter fallen Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung (ausgenommen bei Verkehrsunfällen), bearbeitete die Polizei im Zuständigkeitsbereich. Das sind drei weniger als im
Vorjahreszeitraum. Ein Mordfall ist im Jahr 2021 begangen worden. Insgesamt konnten sechs Tatverdächtige identifiziert werden.

Bei den Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, beispielsweise alle Arten des Raubes, der räuberischen Erpressung, der
Körperverletzung, der Nötigung, der Bedrohung, der Freiheitsberaubung und des Stalkings, ist eine rückgängige Fallentwicklung gegenüber 2020 um 33 Delikte (- 1,4 %) auf 2.306 Straftaten zu verzeichnen. Dies entspricht der zweitniedrigsten Fallerfassung im 5-Jahres-Vergleich der LPI Saalfeld und im Landesvergleich für 2021. Die LPI Saalfeld weist mit 92,5 % trotz Rückgang (2020 = 92,9 %) die höchste Aufklärungsquote im Land auf.

Diebstahlsdelikte stellen mit einer absoluten Zahl von 3.182 und damit einem Prozentsatz von 23,9 % den zweithöchsten Anteil neben den Rohheitsdelikten an der Gesamtkriminalität des Schutzbereiches dar. Diese Delikte waren seit dem Jahr 2013 bis 2018 stetig gesunken, wobei die 2019 einsetzende Steigerung sich 2021 weiter fortsetzte. 2021 fiel diese mit 171 (+ 5,7 %) Fällen merklich deutlicher aus als im vergangenen Jahr 2020 (+ 6). Die Aufklärungsquote stieg in diesem Deliktsbereich erneut um nunmehr 0,8 % und liegt jetzt bei 36,8 %.

Zur Deliktsgruppe Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung werden alle Straftaten gezählt, bei denen sich die Täter über das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung der Opfer hinwegsetzen und mit der Durchführung oder Förderung sexueller Handlungen gegen den Willen des Opfers tätig werden. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist mit insgesamt 241 Straftaten eine steigende Fallentwicklung (+ 28,2 %) zu verzeichnen (2019: 194; 2020: 173). Die Aufklärungsquote stieg von 87,9 % auf 89,2 % (+ 1,3 %).
Insgesamt sind 172 (2020: 125) Personen Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung geworden. Davon sind 150 (2020: 115) weiblichen und 22 (2020: 10) männlichen Geschlechts. 58 Mädchen und 6 Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren waren am häufigsten Opfer der entsprechenden Taten. Die höchste männliche Opferzahl wurde in der Altersgruppe zwischen 21 und 60 Jahren registriert.

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte umfassen alle Arten des Betrugs, der Veruntreuung, der Unterschlagung, der Urkundenfälschung, der Geld- und Wertzeichenfälschung und der Insolvenzstraftaten. Vermögens- und Fälschungsdelikte sanken im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 43 Delikte auf 1.957 Straftaten. Dies sind 15 % (- 1,3 %) des betrachteten Gesamtstraftatenaufkommens. Betrugsdelikte, insbesondere unter Nutzung des Internets, sind hoch dunkelfeldbehaftet und werden somit häufig nicht polizeilich registriert. Dies bestätigen auch wissenschaftliche Erhebungen. Die Anzahl der Betrugsstraftaten sank mit nun 1.485 (2020: 1.529) um 43 Fälle. Sie bilden die Hauptkategorie bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten und nehmen einem Anteil von 75,9 % ein.
Die Aufklärungsquote bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist mit 52,2 % leicht gesunken (- 1,2 %).

Straftaten gegen die Umwelt (auch Verstöße gegen das Lebensmittel-, Arzneimittel-, Futtermittel und Fleischhygienegesetz) sind im LPI-Bereich Saalfeld nicht weiter rückläufig. Mit insgesamt 128 erfassten Delikten wurden im Jahr 2021 8 Straftaten (+ 6,3 %) mehr als 2020 erfasst.
Die Aufklärungsquote beträgt 55,5 % (2020: 54,2 %).

Im Vergleich zum Berichtsjahr 2020 ist ein Anstieg der Rauschgiftdelikte um 11,7 % (+ 174 Straftaten) auf 1.486 Delikte zu verzeichnen. Das sind 11,2 % am Gesamtstraftatenaufkommen der LPI Saalfeld. Dies stellt im Vergleich der letzten fünf Jahre erneut einen Höchststand dar.

Straftaten im Umfeld von Schulen sind seit dem Jahr 2005 tendenziell schwankend. Im Berichtszeitraum wurden 100 Straftaten, somit 44 Delikte weniger als im Jahr 2020 erfasst. Das entspricht einem Anteil von 0,7 % am Gesamtstraftatenaufkommen des LPI-Bereiches. Von diesen Taten wurden insgesamt 62, also 69,0 % aufgeklärt.

Die Landespolizeiinspektion Saalfeld will im laufenden Jahr an die Ermittlungserfolge anknüpfen und Kriminalitätsschwerpunkte durch gezielte Maßnahmen weiterhin bekämpfen. Die Sicherheit der Menschen innerhalb des Zuständigkeitsbereiches gilt als oberstes Ziel.

Für Rückfragen steht die Pressestelle der LPI Saalfeld unter den u.a. Kontaktaufnahmemöglichkeiten zur Verfügung.

Auf die Ergebnisse der Polizeiinspektionen wird in den Regionalanalysen näher eingegangen. Bei Bedarf sind die Anfragen an die jeweiligen Dienststellen zu richten.

Rückfragen bitte an:

Thüringer Polizei
Landespolizeiinspektion Saalfeld
Pressestelle
Telefon: 03671 56 1504
E-Mail: presse.lpi.saalfeld@polizei.thueringen.de
http://www.thueringen.de/th3/polizei/index.aspx

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Quelle: Presseportal