Frankfurter Rundschau (ots) – Die Parteichefs Armin Laschet und Markus Söder haben mit ihrer Art des Machtkampfs um die Kanzlerkandidatur als Führungspersönlichkeit versagt. Es ist gut für CDU und CSU, wenn sie mehr als einen Kandidaten für das Erbe von Merkel haben. Aber es ist Gift für die Schwesterparteien, wie ihre Chefs die Krise managen. Über Söder wissen alle, dass es ihn nicht juckt, was er gestern gesagt hat. Erst zuzusichern, sich dem Votum der CDU zu beugen, dann das Gegenteil tun. Laschet hat nach seiner Wahl zum CDU-Chef zu spät seinen Anspruch angemeldet. Das hat nicht viele von jenem Machtwillen überzeugt, der für den Kampf ums Kanzleramt nötig ist. Nun sind beide beschädigt. Die CDU beginnt sich zu zerlegen. Zwei ihrer Ministerpräsidenten haben sich für Laschet ausgesprochen, zwei für Söder. Die Bundestagsfraktion könnte die Entscheidung treffen. Zum Ende der Ära Merkel und zu Beginn des Bundestagswahlkampfs ist das eine Erschütterung, von der sich die Union nicht so schnell erholen wird.

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