Mainz (ots) –

Sarkastische Sprüche machen die Runde. „Wer in den Urlaub fliegt, darf nicht vergessen, danach dringend Urlaub einzureichen“, lautet ein Ratschlag an Flugreisende. Lange Warteschlangen, endloses Ausharren am Gepäckband sowie Verspätungen und Flugausfälle – der Neustart der Luftverkehrsbranche nach der Corona-Pandemie ist gründlich misslungen. Selbst wenn der Betrieb zeitweise reibungslos läuft, prägen sich die Bilder von den Spitzenzeiten mit überlasteter Infrastruktur und Personalknappheit ein. Beschäftigte, die selbst bis an den Rand der Erschöpfung Überstunden anhäufen, werden von verärgerten Fluggästen beschimpft oder sogar körperlich attackiert. Flughafenbetreiber und Airlines haben in der Corona-Not versucht, möglichst viele Arbeitsplätze zu streichen. Dieser angesichts der Milliardenverluste kurzfristig umgesetzte drastische Jobabbau rächt sich jetzt, denn es gab offensichtlich keine Strategie für das Hochfahren des Luftverkehrs. Und das, obwohl von der Branche immer wieder betont wurde, dass die Menschen wieder fliegen werden. Viele Beschäftigte in den schlecht bezahlten Sparten wie den Bodendiensten haben sich zudem längst neue Arbeitsplätze gesucht, da das Kurzarbeitergeld bei den niedrigen Grundlöhnen nicht zum Leben reichte. Sie werden nicht kurzfristig zurückkommen. Nun sollen also ausländische Hilfskräfte die Lücken füllen. Es ist gut, dass der Bund dabei keine Türen für Lohndumping und abgesenkte Sicherheitsanforderungen öffnen will. Denn die Branche muss Konzepte entwickeln, wie sie für Beschäftigte wieder attraktiv wird.

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