Mainz (ots) – Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Jeder erhält ohne jede Verpflichtung monatlich 1200 Euro. Was soll das? Bundesweit wäre es ohnehin unrealistisch, die Finanzierung völlig unklar. Wer soll für ein Leben in der Hängematte belohnt werden? Wer sich mit diesen ersten Reflexen zufriedengibt, könnte das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens schnell ad acta legen. Allerdings ist der gesellschaftliche Handlungsdruck hoch. Das bestehende System der Sozialleistungen ist mit Hunderten Bestimmungen unüberschaubar und selbst für Eingeweihte nur noch schwer nachzuvollziehen. Das stellte jüngst eine Studie des Ifo-Instituts fest. Die Hilfen kommen demnach zu oft nicht da an, wo sie benötigt werden. Einfachheit, Transparenz und Selbstverantwortung fehlten im traditionellen System. Genau an diesen Punkten kommt das Konzept des Grundeinkommens ins Spiel. Doch ob die Idee funktioniert, hängt vom Verhalten der Betroffenen ab. Wenn die Menschen sich auf der Basis des Grundeinkommens nicht zurücklehnen, sondern den finanziellen Freiraum gesellschaftlich sinnvoll nutzen, könnte das Modell funktionieren. Von der Nachbarschaftshilfe über die Gründung neuer Unternehmen bis zur Weiterbildung und der höheren Bereitschaft, sich beruflich zu verändern – in diesen Fällen würde sich das Grundeinkommen buchstäblich gesellschaftlich rentieren. Bisherige Untersuchungen beispielsweise in Finnland brachten keine eindeutigen Ergebnisse. Umso wichtiger ist die aktuelle Langzeitstudie. Nicht zuletzt auch, weil Digitalisierung und Automatisierung die Arbeitswelt revolutionieren werden.

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