Berlin (ots) –

Der Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, fordert angesichts der Kosten der russischen Aggression ein „milliardenschweres Hilfspaket“ von der Bundesregierung.

Im ARD-Politikmagazin Kontraste kritisierte er: „Dass die Ampel-Regierung sich gerne zum Hauptretter der Ukraine hochstilisiert, ist nichts anderes als ein schönes Märchen“.

Zwar sei man dankbar für die Zusagen von Bundeskanzler Scholz in Höhe von 150 Millionen Euro ungebundener Kreditgarantien. „Wenn man aber vor Augen führt, wie riesig schon jetzt unsere Verluste wegen des seit 8 Jahren andauernden russischen Kriegs sind“, so der Botschafter, sei die Zusage von Scholz „zwar nicht ganz symbolisch – aber eher überschaubar“.

Wie Kontraste berichtet, sollen dem Land seit Beginn der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 bis 2020 eine Wirtschaftsleistung von insgesamt 280 Milliarden Euro entgangen sein. Das Magazin bezieht sich dabei auf eine Studie des in London ansässigen Centre for Economics and Business Research im Auftrag der ukrainischen Regierung.

Die aktuelle Krise verschlechtere die Lage zusätzlich, sagte Melnyk gegenüber Kontraste: So werde der Zugang der Ukraine zu den Finanzmärkten schwieriger und die Zinsen stiegen für das Land. Allein um den Luftverkehr angesichts „des drohenden großen Krieges aufrechtzuerhalten“, habe die Regierung dieser Tage über eine halbe Milliarde Euro für die Versicherer von Fluggesellschaften ausgegeben. Ein Hilfspaket der Bundesregierung sei notwendig, „um die ukrainische Wirtschaft zu stabilisieren, einschließlich politischer Garantien für Investitionen“, so Melnyk.

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