Berlin (ots) – Die jüngsten verheerenden Überschwemmungen in Europa, Indien und China sowie die Hitzewellen in Nordamerika verdeutlichen auf dramatische Weise die Beschleunigung der Klimakrise, die das Leben von Kindern auf der ganzen Welt bedroht, sagt Save the Children heute.

Die Kinderrechtsorganisation verstärkt ihre Arbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die von der Klimakrise am stärksten betroffen sind. Save the Children nimmt daher am diesjährigen One Young World Summit in München teil und wird am 25. Juli einen Kampagnen-Workshop anbieten, um den bisher überhörten Jugendlichen aus den von der Klimakrise am stärksten betroffenen Ländern Gehör zu verschaffen. Teilnehmer ist unter anderem Lali Fernando Riasco, ein im Klimaschutz engagierter Jugendlicher aus Kolumbien und Protagonist aus dem Jahrhundertbuch „Ich lebe“ von Save the Children.

Kinder und Jugendliche wie Greta Thunberg und andere haben in den letzten Jahren die Führung im Klima-Aktivismus übernommen und wirken mit starken öffentlichen Auftritten und sogar mit juristischen Schritten wie der Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auf direkte Politikveränderungen hin.

Doch nicht alle Kinder haben die gleiche Chance, sich zu Wort zu melden. Mindestens 710 Millionen Kindern sind direkt von den Auswirkungen der Klimakrise bedroht. Daher betont Save the Children, dass es sich bei der Klimakrise in erster Linie um eine Kinderrechtskrise handelt, bei der alle Kinder das Recht haben, gehört zu werden. Denn zunehmend erratische Wetterereignisse wie Dürren, Brände und Überschwemmungen bedrohen die Rechte der Kinder auf Nahrung, Gesundheit, Schutz und Bildung.

Der Workshop von Save the Children wird daher gemeinsam mit den teilnehmenden Jugendlichen aus aller Welt nach kreativen Wegen suchen, Vielfalt und Authentizität in Klima-Kampagnen einzubringen. Dies hat Save the Children bereits erfolgreich in seiner „Red Alert“ Kampagne umgesetzt, die in 11 asiatischen Ländern läuft. Dort arbeitet Save the Children mit direkt vom Klimawandel betroffenen Kindern und Jugendlichen zusammen, die so die Möglichkeit haben, ihre Stimme zu erheben und ihre Erfahrungen aus der Klimakrise mit einer großen Öffentlichkeit zu teilen.

Durchgeführt wird der Workshop von Daphnee Cook (Regionale Medienmanagerin von Save the Children für Ost- und Süd-Afrika), Malama Mwila (Kommunikations- und Kampagnenmanager von Save the Children Sambia), Yasmin Macé (Producerin für globalen Kampagnencontent bei Save the Children International) sowie der Initiatorin Martina Dase (Direktorin Strategische Kommunikation, Save the Children Deutschland).

Martina Dase, Klimasprecherin von Save the Children Deutschland:

„Es herrscht Alarmstufe Rot. Dass niemand vor den Auswirkungen der Klimakrise sicher ist, zeigen die so noch nicht dagewesenen Überflutungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Klimakrise ist die größte Bedrohung unserer Zeit. Und sie trifft Kinder am härtesten, denn sie werden mit den Folgen leben müssen.“

Der junge Kolumbianer Lali Fernando Riasco ist geimpft und wird nach München reisen. Er sieht die Auswirkungen von Klimaveränderungen und Umweltschäden schon jetzt vor seiner Haustür: Der Fluss Guapi in seiner Heimat in der kolumbianischen Provinz Cauca ist von Müll und Abwässern kontaminiert. Das verschmutzte Wasser gefährdet die Landwirtschaft und die Gesundheit der Einwohner*innen, Überschwemmungen drohen sein Dorf zu zerstören.

Lali Fernando Riasco, Aktivist aus Kolumbien:

„Es ist ein großes Problem, dass die Klimakrise noch nicht ausreichend als Bedrohung wahrgenommen wird. Ich glaube, dass wir die Konsequenzen hiervon in naher Zukunft sehen werden. Daher helfe ich Kindern in marginalisierten Regionen dabei, ihr eigenes Potential für den Klimaschutz zu erkennen und auszuschöpfen.“

Martina Dase ergänzt:

„Wir müssen Kinder direkt in politische Entscheidungen einbinden, Kinder müssen mitsprechen können, wenn es um ihre Zukunft geht. Vor allem die, die direkt an den Frontlinien der Klimakrise aufwachsen – also im Globalen Süden. Genau darum geht es in unserem Workshop. Wir suchen nach kreativen Wegen, diesen Kindern eine Plattform zu bieten. Der Klimaworkshop auf dem One Young World Summit 2021 ist der Startpunkt einer Reihe von Aktivtäten im Vorfeld des COP 26 Treffens in Glasgow.“

Zusatzinformationen:

Lali Fernando Riasco engagiert sich seit vielen Jahren in Kolumbien für Klimaschutz und Frieden, u.a. bei Save the Children und der Fundación Compaz. Seine Geschichte wird in dem Fotobuch „Ich lebe“ von Save the Children erzählt. Das Buch porträtiert elf Menschen, die als Kind einen Krieg erlebt haben und Hoffnung für die Zukunft bewahren. Es erschien im Herbst 2020 im Kerber Verlag.

Der diesjährige One Young World Summit findet vom 22.-25. Juli in München statt. Über 1.800 junge Delegierte aus mehr als 190 Ländern werden persönlich und digital mit prominenten Gästen über politische, soziale und wirtschaftliche Themen diskutieren. Zu den Gästen zählen dieses Jahr u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Sviatlana Tsikhanouskaya, Lewis Hamilton und Erik Marquardt.

1 In dem Buch „Ich lebe – Wie Kinder Kriege überstehen. Ein Jahrhundertporträt“ ist Lali Fernando Riasco unter dem Pseudonym José David Ríos zu sehen, da er zur Entstehungszeit von „Ich lebe“ noch minderjährig war.

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

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