Berlin (ots) –

In der Debatte über den zunehmenden Notstand in der Pflege, der sich in der Corona-Pandemie verschärft hat, fordert das Kuratorium Deutsche Altershilfe, alle handelnden Akteure aus Politik und der Pflege an einen Tisch zu bringen. Helmut Kneppe, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), sagte der „Heilbronner Stimme“ zu seiner Idee einer „Rundum-Inventur“ für den Bereich der Pflege: „Ein Gipfel, ein runder oder eckiger Tisch – egal, wie wir es nennen wollen: Wichtig ist, dass wir die Akteure im Bereich Pflege und Gesundheit und die nun verantwortlichen Politiker zusammenbringen. Dabei sollten wir ohne Denkverbote auch kreative Ansätze zulassen.“ In Anlehnung an die Stiftungsgründerin und Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke fügte Kneppe hinzu: „Pflege braucht Pioniergeist wie ihn Wilhelmine Lübke einst forderte.“

Der Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, das seit rund 60 Jahren unabhängig und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten zum Thema gutes Leben im Alter forscht, sieht eine Möglichkeit, um offene Stellen in der Pflege besetzen zu können, in der Zuwanderung. Kneppe: „Eine Stellschraube kann die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte sein. Das Sondierungspapier hat erfreulicherweise diesen Ansatz ausdrücklich aufgenommen“, sagte er mit Blick auf die Ampel-Verhandlungen von SPD, Grünen und FDP. Dabei stehe Deutschland in Konkurrenz zu anderen Anwerbern, so Kneppe. „Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Vertrauen – in den Anwerbungsprozess selbst, aber auch in die Strukturen vor Ort. Daher können sich jetzt deutsche Anwerbe-Agenturen beim Kuratorium Deutsche Altershilfe um ein Gütesiegel bewerben, das einen ethischen, fairen Anwerbungsprozess auszeichnet. Zudem wird auch das Integrationsmanagement bei den Ziel-Einrichtungen gestärkt.“

Laut Deutscher Pflegerat fehlen heute bereits etwa 200.000 Pflegekräfte. Und die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt. 2030 könnten, wenn nicht gegengesteuert wird, circa 500.000 Pflegekräfte fehlen werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte laut Prognosen bis dahin um etwa eine Million Menschen auf dann rund fünf Millionen steigen.

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