Berlin (ots) – Homeoffice ist für Beschäftigte in vielerlei Hinsicht bequem. Durch den gesparten Arbeitsweg bleibt mehr Zeit für Familie und Freizeit. Auch bei der Einteilung der eigenen Arbeit bietet das Homeoffice Arbeitnehmern mehr Spielraum. Gleichzeitig sind die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Tätigkeiten in der eigenen Wohnung fließender als im Büro. Für die Beschäftigten bringt das Gefahren mit sich.

Wie die neue Studie „Gute Arbeit in Berlin 2020“ zeigt, gab es bereits im Frühjahr – also nur wenige Monate nach Beginn der Coronakrise – Beschäftigte, die sich über eine gestiegene Belastung, verkürzte Ruhezeiten und die Erwartung, ständig erreichbar zu sein, beklagten. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Tendenzen im weiteren Verlauf der Pandemie noch einmal verstärkt haben.

Richtig ist deswegen, dass Homeoffice verbindliche Regeln braucht – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Denn grundsätzlich ist die Arbeit in den eigenen vier Wänden kein Garant für gute Arbeitsbedingungen. Auch das hat die Befragung verdeutlicht. Homeoffice braucht deswegen klare Vorgaben für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten und auch Grenzen zum Beispiel mit Blick auf die Erreichbarkeit nach dem Ende der Arbeitszeit.

Zwar hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erste Leitlinien für das Homeoffice-Gesetz vorgelegt, doch die Debatte steht erst noch am Anfang. Ihre Bedeutung könnte kaum wichtiger und zukunftsweisender sein. Denn die Arbeit von zu Hause aus dürfte auch nach Corona über Jahrzehnte fester Teil des beruflichen Lebens werden. Für Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik bedeutet das nun, Grundlagen zu schaffen.

Für ihren Eigenschutz sind die Beschäftigten aber auch selbst verantwortlich. Wichtig ist deswegen, dass Diensthandy nach der Arbeitszeit auch mal beiseite zu legen.

Pressekontakt:

BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal