Köln (ots) – Wegen des Mangels an Baustoffen und Arbeitskräften rechnet der Hauptgeschäftsführer der Kölner Handwerkskammer, Garrelt Duin, mit großen Schwierigkeiten beim Wiederaufbau in den Unwetter-Gebieten. „Es wird sicherlich kurzfristig gute Erfolge geben, etwa bei der Instandsetzung der Strom- oder Wasserversorgung. Aber beim Wiederaufbau wird es mittelfristig Engpässe geben“, sagte Duin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe). Gründe seien zum einen der Mangel an Fachkräften sowie die Knappheit von Baustoffen wie etwa Holz oder Stahl. „Das Ganze ist eine echte Herkules-Aufgabe. Wir haben es bei der Baustoffknappheit mit einem weltweiten Phänomen zu tun: Bauboom, Konjunkturboom in China und den USA nach Corona und so weiter.“

Der frühere Wirtschaftsminister von NRW forderte von der Politik eine Priorisierung von Bauprojekten. „Wir werden mit dem vorhandenen Material arbeiten müssen. Es muss auf Bundes- und Landesebene eine Koordinierung geben, wo was zuerst eingesetzt wird und welche Infrastruktur-Projekte Vorrang haben.“ Zudem werden die Preise nach Einschätzung von Duin weiter stark anziehen. „Es wird bei der Berechnung der Schäden einen deutlichen Sprung nach oben geben. Eine Straße, die man vor zehn Jahren vielleicht für zehn Millionen Euro gebaut hat, wird man jetzt nicht für zehn Millionen wiederherstellen können.“ Im Kammerbezirk seien nach jetzigem Stand rund 6000 Betriebe von der Flutkatastrophe betroffen. „Die Größenordnung ist dramatisch. Von Erftstadt bis Lohmar, Leichlingen bis Rheinbach ist der gesamte Kammerbezirk betroffen“, so Duin der seit September 2019 Hauptgeschäftsführer der Kölner Handwerkskammer ist, die rund 33 300 Betriebe vertritt.

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