München (ots) –

- Einsparungspotential von bis zu 2 Mrd. Euro sowie bis zu 2 Megatonnen CO2 in Deutschland durch digitale Spediteure
- Vermeidung von bis zu 1,3 Mrd. Kilometer Leerfahrten allein auf deutschen Straßen möglich 
- Steigender Konkurrenzkampf in der Transport- und Logistikbranche führt zu 276 Mio. US-Dollar M&A-Volumen 2020
- Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren als Innovationstreiber im Gütertransport 

München (ots) – Onlinebörsen haben den Austausch von Waren und Dienstleistungen revolutioniert. Dank neuer Technologien finden softwarebasierte Marktplätze nun auch zunehmend in Branchen mit komplexer Angebots- und Nachfragedynamik neue Anwendungsmöglichkeiten, wie etwa im Logistik- und Transportwesen. Dadurch werden erhebliche Effizienzverbesserungen möglich, was Kosteneinsparungen von bis zu 2 Mrd. Euro für die deutsche Gütertransportbranche bedeuten könnte. Gleichzeitig lassen sich durch die Vermeidung von Leerfahrten 1-2 Megatonnen CO2 in Deutschland reduzieren, wie die aktuelle Studie „Smart logistics will transform trucking through unprecedented efficiency“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, und dem Technologieanbieter Orbit zeigt. Aktuell fahren Lkw in der EU rund 20% der jährlich zurückgelegten Strecke leer. In Deutschland sind es mit 6,6 Mrd. Kilometern sogar 22%. Durch den Zugriff auf Routenplanungs- und Frachtdaten sowie die Verwendung KI-basierter Matching-Modelle könnten digitale Marktplätze optimale Routen identifizieren und die Anzahl der leeren oder halb leeren Fahrten um 10-20% reduzieren, was für Deutschland bis zu rund 1,3 Mrd. Kilometer bedeuten würde.

„Softwarebasierte Logistikmarktplätze bieten die Möglichkeit, den Lkw-Verkehr unternehmens- und branchenübergreifend zu transformieren und stellen den Gütertransport vor einen beispiellosen Wandel. Beispielsweise drängen Tech-Unternehmen in den Markt, die vor allem in der digitalen Auftragsplanung effizienter sind als etablierte Systeme. Auch immer mehr Investoren erkennen die Wachstumschancen: Das Dealsvolumen nimmt seit 2016 kontinuierlich zu und erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 276 Mio. US-Dollar in Europa“, kommentiert Bernd Jung, Partner bei Strategy& Deutschland.

Der Markt für Gütertransporte ist stark fragmentiert und operiert in weiten Teilen noch immer offline. Insgesamt machen die führenden sechs Logistikanbieter lediglich 7,1% des europäischen Marktes aus. Zudem liegen etablierte Spediteure beim digitalen Know-how noch nicht auf Augenhöhe mit Tech-Unternehmen. Hinzu kommen niedrige Margen von durchschnittlich 2%, die es schwierig für einzelne Unternehmen machen, signifikante Investitionen in digitale Projekte zu realisieren.

Langfristig werden nicht nur softwarebasierte Markplätze die Transportbranche umfassend verändern. Als weiterer Effizienztreiber der Zukunft gelten autonome Lkw, die optimal in das entstehende Netzwerk digitaler Logistikmarktplätze integriert werden könnten. Eine Automatisierung würde fahrerbezogene Einschränkungen wie Verfügbarkeit, Qualifikationen, Ruhezeiten oder Krankheiten umgehen, und so den Transport von Waren noch effektiver gestalten. Automobilhersteller arbeiten bereits mit dem Einsatz autonomer Lkw an „Trucking-as-a-Service“-Konzepten und gehen strategische Partnerschaften mit digitalen Spediteuren ein, um so zu äußerst effizienten Anbietern in der Logistikbranche aufzusteigen.

„Der anhaltende Kostendruck, Emissionsregulierungen und der Übergang zum autonomen Lkw werden auch die Nachfrage nach einer neuen Generation effizienterer Marktplätze vorantreiben. Vor allem mit Blick auf den Nachhaltigkeitsaspekt ist die Logistikbranche gefragt, Partnerschaften einzugehen, um neue Technologien zu entwickeln, das notwendige Know-how aufzubauen und die Digitalisierung damit auch für traditionelle Logistikunternehmen nutzbar zu machen. Doch auch etablierte Spediteure haben vielversprechende Möglichkeiten: Wenn sie eine Strategie verfolgen, die auf ihren vorhandenen Fähigkeiten aufbaut und entscheidende Lücken in ihren technischen Fähigkeiten schließt, können sie der Konkurrenz durch Tech-Unternehmen und Automobilherstellern weiterhin selbstbewusst entgegentreten“, ergänzt Dr. Daniel Haag, Director bei Strategy& Deutschland.

Die vollständige Studie „Smart logistics will transform trucking through unprecedented efficiency“ finden Sie unter: https://www.strategyand.pwc.com/de/smart-logistics

Über Strategy&

Strategy& ist die globale Strategieberatung von PwC. Wir entwickeln individuelle Geschäftsstrategien für weltweit führende Unternehmen, basierend auf differenzierenden Wettbewerbsfähigkeiten. Wir sind die einzige Strategieberatung als Teil eines globalen Professional Services Netzwerks. Unsere Expertise kombinieren wir mit Technologie und erarbeiten daraus eine passende Strategie, die effizient umsetzbar ist. „Strategy, made real“ heißt für uns, den digitalen Wandel voranzutreiben, die Zukunft mitzugestalten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. 3.000 Strategieberater und mehr als 284.000 PwC-Mitarbeiter in 155 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Weitere Informationen unter www.strategyand.pwc.com/de.

Über Orbit

Orbit ist ein Technologieanbieter und Beratungsunternehmen im Bereich Logistik und Delivery. Wir bieten ein Ökosystem von branchenführenden Lösungen auf einer modularen und in Bestandsprozesse integrierbaren Cloud-Plattform an. Führende Logistiker und schnell wachsende Startups nutzen die Orbit Plattform bspw. um (Last Mile) Deliveries zu orchestrieren, Whitelabel Fracht- und Transportbörsen zu betreiben, nahtlose digitale Customer Journeys zu gestalten sowie Prozesse zu digitalisieren und automatisieren. Zu unseren Kunden zählen neben 3PL- und Stückgutlogistikern auch Unternehmen aus Bauwesen, Einzelhandel und E-Commerce. Weitere Informationen unter www.orbit.do.

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Quelle: Presseportal