Osnabrück (ots) – GEW: Lehrer kümmern sich im Lockdown nicht zu wenig um Schüler

Gewerkschaftsvorsitzende Tepe kritisiert den Begriff „Corona-Generation“

Osnabrück. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, tritt dem Eindruck entgegen, dass sich Lehrer im Lockdown Anfang des Jahres zu wenig um ihre Schüler gekümmert haben. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Tepe: „Wer in einer Schulklasse sitzt, lernt ja nicht sechs Schulstunden lang ununterbrochen. Man driftet auch mal ab. Wenn Schüler nun viereinhalb Stunden Beschäftigung angeben, können ihnen auch außerhalb dieses Zeitraums Gedanken zum Stoff durch den Kopf gehen.“ Das Ifo-Institut hatte ermittelt, dass Kinder Anfang des Jahres im Schnitt 4,3 Stunden mit Schule verbrachten – drei Stunden weniger als normalerweise. Tepe fügte hinzu: „Bei solchen Zahlen ist mir eines wichtig: Ich möchte, dass die Gesellschaft diese Schülergeneration nicht mehr als Corona-Generation bezeichnet und damit kleinredet.“ Die Schüler hätten sehr viel gelernt, etwa, sich auf die Pandemie-Situation einzustellen, auf Wechselunterricht und Abstände. „Es ist falsch, ihnen einzureden, dass sie Defizite hätten. Sie haben aus dieser Situation das Beste gemacht“, schloss Tepe.

________________________________________________________________

GEW fordert Luftfilter in bestimmten Klassenräumen auch unabhängig von Corona

Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft Tepe: Grundsätzlich gute Investition

Osnabrück. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, drängt im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) weiterhin auf die Anschaffung von Luftfiltern – auch unabhängig von der Pandemie. Tepe sagte: „Lüften war natürlich schon immer wichtig. Nun ist den Menschen noch einmal stärker bewusst geworden, dass eine gute Luftqualität auch das Lernen fördert.“ Leider seien selbst in modernen Schulgebäuden Fensterflügel manchmal aus Sicherheitsgründen nicht zu öffnen, sondern lediglich Oberlichter. „Für solche Räume braucht man Lösungen wie eben Luftfilter“, so Tepe. „Es wird ja schon die nächste Pandemie vorausgesagt. Ich hoffe, dass es nicht so kommen wird. Aber ich meine, die Investition in Luftfilter ist mit Blick auf die Luftqualität grundsätzlich eine gute Investition in lernförderliche Gebäude.“

________________________________________________________________

Bildungsgewerkschaft GEW: Nachhilfe kein guter Plan gegen Pandemiedefizite

Vorsitzende Tepe fordert Investitionen in Schulen

Osnabrück. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, kritisiert den Plan der Bundesregierung, pandemiebedingte Lerndefizite durch Nachhilfe auszugleichen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Tepe: „Nachhilfe ist kein so guter Plan. Die Schülerinnen und Schüler lernen mit der Klassengemeinschaft. Es ist sinnvoller, wenn das Geld in erster Linie zur Stärkung der öffentlichen Schulen und der Jugendhilfe eingesetzt wird, nicht für kommerzielle Nachhilfeangebote.“ Tepe fügte hinzu: „Man sollte einer Zweitklässlerin keine Nachhilfe erteilen, sondern sie in kleineren Gruppen in der Schule lernen lassen.“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte angekündigt, eine Milliarde Euro für Nachhilfe bereitzustellen und ab den Sommerferien Angebote zu schaffen.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal