Berlin (ots) –

Was für ein Befreiungsschlag für den Kanzler. Unter maximalem Druck ist es Olaf Scholz doch noch gelungen, in der Panzerfrage eine Koalition aus den wichtigsten Unterstützern der Ukraine zu schmieden. Weil jetzt die USA ihre Abrams-Tanks, die Briten den Challenger-Panzer und die Franzosen sehr wahrscheinlich das Modell Leclerc liefern, ist die Lieferung der Leopard 2 keine riskante deutsche Einzelaktion mehr. Damit ist das Signal an Putin klar und eindrucksvoll: Wir stehen gemeinsam der überfallenen Ukraine zur Seite.

So befreiend die Entscheidung auch ist – es gibt keinen Grund, „Hurra“ zu schreien. Die Entsendung schwerer Offensivwaffen wird den Ukrainern zwar helfen, aber sie wird den Krieg noch blutiger machen. Es ist auch naiv zu glauben, dass Russland wegen dieser Lieferung den Krieg schnell verliert und aufgeben wird. Auch die neuen Waffen werden nicht reichen, um die Krim zu befreien. Noch bevor die Leoparden unterwegs sind, wird der Ruf nach Hubschraubern und Flugzeugen immer lauter werden.

So richtig es ist, die Ukraine entschlossen zu unterstützen, so richtig ist es auch, mit den Ukraine-Verbündeten endlich an einem Plan zu arbeiten, wie man diesen Krieg ohne endloses Blutvergießen beenden kann. „Jeder Krieg ist für mich der Bankrott der Politik“ ist ein Satz eines ehemaligen Panzer-Generals der Bundeswehr, Gerd Schmückle, und er hat nichts von seiner Richtigkeit verloren.

Ja, es ist unendlich schwieriger, Russen und Ukrainer an den Verhandlungstisch zu bringen als noch mehr Waffen zu schicken. Aber zu warten, bis eine Kriegspartei ausgeblutet ist, darf im Europa des Jahres 2023 nicht die einzige ernsthafte Option bleiben.

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