Frankfurt am Main (ots) – Die Frankfurter Rundschau schreibt zum Besuch der Kanzlerin in Kiew:

Man könnte meinen, Angela Merkels Abschiedstour in die Ukraine komme nun echt zur Unzeit. Merkel parliert in Kiew mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über Nord Stream 2, die Krim, Russland, das Kräfteverhältnis in Europa, sicher auch über Belarus… Das sind alles keine Lappalien. Wohlgemerkt: Die Katastrophe in Afghanistan und eine unwürdige deutsche Regierung sind auch keine Lappalien.

Aber ist Merkel eigentlich noch „Kanzlerin“? Oder eher schon eine freie Diplomatin? Eine, die zwischen Moskau und Washington, Kiew und Paris sich abmüht, die Radikalisierung der internationalen Politik mit ihrer bedächtigen Art – für die sie oft zu Recht gescholten wurde – aufzuhalten oder wenigstens abzubremsen? Gerade jetzt wäre das nicht das Schlechteste.

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