Hamburg (ots) – Zitronenfalter sind fröhlich anmutende Frühlingsboten. Sie sind jetzt an Waldrändern, in Parks und Gärten unterwegs. Nach der Metamorphose der Raupe zum Schmetterling überlebt der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) ein ganzes Jahr – so alt wird kein anderer heimischer Falter. Sein Name ist Programm: Das zitronengelbe Insekt erfreut sich großer Bekanntheit. Vielleich ist er deshalb so bekannt, weil man ihn das ganze Jahr über beobachten kann. Doch kennen Sie auch den Wegerich-Scheckenfalter (Melithea cinxia) oder den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar)? Diese Falterarten sind – obwohl früher häufig – heute extrem selten geworden und gelten wie über 50 Prozent der Tagfalter in Deutschland als gefährdet.

„Auf unserer Stiftungsfläche in Schwichtenberg haben wir diese seltenen Arten bei einem Tagfalter-Monitoring entdeckt“, sagt Petra Riemann, Referentin für Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Monitorings 2020 liegen jetzt vor.

Auf den einst intensiv bewirtschafteten Agrarflächen in Schwichtenberg (Mecklenburg-Vorpommern) wurden im Laufe von etwa zehn Jahren durch die Deutsche Wildtier Stiftung ökologische Bedingungen geschaffen, die das Überleben auch seltener Falterarten wieder möglich machen. Schwichtenberg ist eine NNE-Fläche. NNE bedeutet Nationales Naturerbe. Durch dynamische Prozesse und dauerhafte Pflege finden die Tier- und Pflanzenarten in den NNE-Flächen Rückzugsgebiete in der intensiv genutzten Landschaft.

Für die 465 ha in Schwichtenberg bedeutet das beispielsweise, dass auf den Flächen offene Gräben mit Uferzonen entstanden sind, weil Entwässerungsrohre entnommen wurden. Das weiß der Feuerfalter zu schätzen, der die Uferzone mit den dort vorhandenen Ampferarten nutzt. Auch der wärmeliebende Wegerich-Scheckenfalter findet auf der NNE-Fläche, was er benötigt: Trockenwiesen mit Spitzwegerich und Wiesen-Flockenblumen für die Eiablage.

Das Tagfalter Monitoring war eine aufwendige wissenschaftliche Arbeit. Dafür wurden in Schwichtenberg sechs Transsekte festgelegt. Das sind gedachte Linien, auf denen von April bis September alle Schmetterlinge nach einem bestimmten Untersuchungsverfahren gezählt werden. „Wir haben insgesamt 28 Tag- und neun Nachtfalter entdeckt“, sagt Petra Riemann. Die Naturschützerin betont, dass ökologisch bewirtschaftete Feucht- und Magerwiesen nicht nur Schmetterlingen zugutekommen. Hier leben auch Brutvögel wie Braunkehlchen, Baumpieper und Trauerschnäpper, die ebenfalls als gefährdet eingestuft sind. „Das Ergebnis unseres Monitorings zeigt, dass wir mit unserer Arbeit auf den NNE-Flächen auf dem richtigen Weg sind“, betont Riemann erfreut.

Weitere Infos im „Ratgeber Schmetterling“ der Deutschen Wildtier Stiftung. Sie können den Ratgeber kostenlos bestellen.

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